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14. Mostseminar in der Kulturscheune – der Trend hält an!

Das schon traditionelle Mostseminar in der Kulturscheune war wieder eine unterhaltsame Veranstaltung mit interessanter Wissensvermittlung. Verstärkt zeigte sich erneut die Weiterentwicklung des Mostgeschmacks vom durchgegorenen oft räßen Most zum fruchtigen Getränk mit deutlicher Restsüße.

Die Teilnehmer konnten gleich nach ihrem Eintreffen zugreifen. Die Aktiven des Kulturcafes Chamäleon sorgten mit Schmalzbroten, Kimmig- und Zwiebelberta für eine passende Nahrungsgrundlage. Danke!
Nach der Begrüßung durch Michael Niethammer vom Kulturcafe folgte eine kurze Einführung von Hans G. Wener über die Abstimmungsmodalitäten. Maximal konnten 21 Punkte vergeben werden, die äußeren Merkmale wie Farbe (1-3 Punkte) und Klarheit (1-3 Punkte) waren relativ einfach zu entscheiden, die sensorischen Merkmale Geruch (1-5 Punkte) und Geschmack (1-5 Punkt) waren eindeutig anspruchsvoller, vor allem bei der großen Anzahl (20!) zu testender Proben. Über den Gesamteindruck Harmonie (1-5 Punkte) konnte das Endergebnis noch korrigiert werden.

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In Glaskrügen wurden von den Akteuren des Netzwerks Streuobst die Proben an die einzelnen Tischgruppen ausgeschenkt. Christoph Herrmann taktete die Verkostung durch passende Melodien auf seinem Akkordeon und sorgte für gute Stimmung. Nach einer guten Stunde waren alle Proben ausgegeben und bewertet. Je nach Qualität wurden die Moste genossen oder der im Glas verbliebene Rest weggegossen.

Bei Musik lässt es sich besser auf die Mostproben konzentrieren.

Bei Musik lässt es sich besser auf die Mostproben konzentrieren.

Während das OGV-Team Martin/Martin die Bewertungsbögen digital auswertete, referierte Michael Niethammer lässig mit der linken Hand in der Hosentasche (durch einen Sportunfall war sein Schultergelenk marode) über die Wirkung des Schwefels bei der Mostherstellung. Mit eingängigen, humorvollen Bildfolgen sorgte er für optimales Verständnis. Die Feststellung, dass ohne Verwendung von Schwefel oft keine reine Vergärung ohne Fehltönung möglich ist, war für einige Anwesende neu. Der Hinweis, dass selbst teure Bioweine ohne die Verwendung von Schwefel zu keinem guten Produkt ausgebaut werden können, überraschte viele. Bei einigen Mosten waren trotz der sorgsamen Herstellung störende Merkmale bei Geruch und Geschmack wahrnehmbar, sie führten zu reduzierten Punktzahlen.
Das gesundheitliche Risiko des Schwefelanteils im Most ist zu vernachlässigen, müssten doch ca. 8000 l Most getrunken werden, um die letale Dosis zu erreichen. Die verbreitete Meinung, dass der Schwefel im Getränk zu Kopfweh führt, lässt sich laut Michael Niethammers Ausführungen eher am parallel dazu genossenen Alkohol festmachen.

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Unter den ca. 50 Anwesenden, alle an der Abstimmung beteiligt, wurde am Schluss noch heftig diskutiert. Wie muss ein schwäbischer Most schmecken? Die Entscheidung der Anwesenden auf ihren Abstimmungsbögen war relativ eindeutig, der Trend geht hier zum fruchtigen Most!
Hans G. Wener konnte am Schluss folgende mit Spannung erwartete Ergebnisse bekanntgeben:

1. Platz mit 155 Punkten Edwin Kessler aus Bietenhausen
2. Platz mit 147 Punkten Helmut Gugel aus Tübingen
3. Platz mit 140 Punkten „Der fruchtige Steinlachtäler“ (OGV Steinlachtal/Häussermann)
4. Platz mit 135 Punkten Helmut Seidel Mössingen
5. Platz mit 134 Punkten „Der klassische Steinlachtäler“(OGV Steinlachtal/Häussermann)

Die unbestechliche Jury

Die unbestechliche Jury

Besuch aus Berlin

Illustren Besuch hatte das Netzwerk Streuobst am gestrigen Donnerstag. Der Bundestagsabgeordnete Stefan Schmidt aus der Oberpfalz machte Zwischenstopp in Mössingen, um sich über die Arbeit des Netzwerks zu informieren und neue Anregungen mit nach Berlin zu nehmen. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Michael Bulander und Marcus Hölz, dem Geschäftsführer der AiS (Arbeit in Selbsthilfe) stellten die Aktiven des Netzwerks das „Mössinger Modell“ vor: Die reibungslose und für alle Seiten gewinnbringende Zusammenarbeit zwischen Netzwerk Streuobst, AiS und der Stadt Mössingen. In der Obstwerkstatt des Schwäbischen Streuobstparadieses gab es für Stefan Schmidt, den eine Delegation der Mössinger Grünen begleitete, außerdem Kaffee und Kuchen sowie Häppchen und Secco aus regionalem Streuobst – alles aus dem benachbarten Café Pausa.

Beim Spaziergang am Panoramaweg: Marcus Hölz 2.v.(l.) zeigt MdB Stefan Schmidt (4.v.r.), wo der Mössinger den Moscht holt.

Beim Spaziergang am Panoramaweg: Marcus Hölz 2.v.(l.) zeigt MdB Stefan Schmidt (4.v.r.), wo der Mössinger den Moscht holt.

MdB Schmidt zeigte sich beeindruckt von den vielen Projekten des „Mössinger Modells“ – vom Biomasseprojekt „Energiebündel und Flowerpower“ über die Pachtplattform myStueckle und das Patenschaftsprojekt myBäumle bis hin zum Streuobstgeräteverleih „Schaff’s gut“, das von der guten Zusammenarbeit der Partner getragen wird. „Sie machen hier eine vorbildliche Arbeit“, sagte der Grünen-Politiker beim abschließenden Rundgang durch die Streuobstwiesen am Schützenhaus, „man kann nur hoffen, dass Sie oft kopiert werden.“ Die hier gemachten Erfahrungen nehme er gerne mit in den Bundestag.

Bäumle-Paten treffen Bäumle-Paten

Im Herbst 2016 startete das Patenschaftsprojekt myBäumle. Seither haben über 80 Streuobstbäume ­einen ­Paten oder eine Patin gefunden. Bei dem Projekt wirken viele Beteiligte mit: Die Stadt Mössingen stellt die Flächen zur Verfügung und finanzierte die Erstpflege mit. Der Verein ­VIELFALT steuerte Fördermittel bei. Die Grüngruppe der AiS („Arbeit in Selbsthilfe“) führte die Pflegemaßnahmen durch und sorgt auch für die fortlaufende Pflege der Bäume und Wiesen. Am wichtigsten aber sind die Menschen, die erkannt haben, wie wichtig der Erhalt der Kulturlandschaft Streuobstwiese ist und die Verantwortung dafür übernehmen – die Paten. Um diesen einmal „danke“ sagen und sie persönlich kennenlernen zu können, organisierte das Netzwerk Streuobst am vergangenen Samstag, 16. März ein Patentreffen im Mössinger Café Pausa.

Beim Empfang in der Obstwerkstatt des Schwäbischen Streuobstparadieses

Beim Empfang in der Obstwerkstatt des Schwäbischen Streuobstparadieses

Begrüßt wurden die Spenderinnen und Spender mit Häppchen und einem Gläschen Secco aus den Streuobstwiesen (der alkoholfreie mundete den meisten). Dazu gab es Informationen zum Netzwerk Streuobst, zur AiS und zum Projekt. Es folgten viele Fragen, Verbesserungsvorschläge und auch Lob. Bei der anschließenden Führung durchs Informationszentrum des Schwäbischen Streuobstparadieses konnten weitere Hintergründe vermittelt werden, auch hier war das Interesse groß.

Den Abschluss bildete ein gemütlicher Plausch bei Kaffee und Kuchen im Café Pausa, natürlich mit Obstkuchen aus den Mössinger Streuobstwiesen. Viele Paten nutzten die Gelegenheit, sich mit weiteren Streuobstprodukten einzudecken. In vielen Gesprächen wurde deutlich, dass es unterschiedliche Motivationen gibt, eine Patenschaft zu finanzieren. Am häufigsten wurde die Liebe zu den Streuobstwiesen genannt, dass sie zu Mössingen gehören und es daher als Verpflichtung angesehen wird, sie zu erhalten. Alle halten den Schutz dieser Natur- und Kulturlandschaft für sehr wichtig und möchten mit ihrer Patenschaft dies unterstützen.

Das erste Mössinger Bäumle-Patentreffen hatte aber auch sehr konkrete Folgen. Ein Pate schloss gleich eine weitere Patenschaft für seinen Cousin in Australien ab. Ein anderer möchte nun auch selber ein Stückle bewirtschaften. Und in Folge des Berichts über das Patentreffen im „Schwäbischen Tagblatt“ (s.u.) wurden drei neue Patenschaften abgeschlossen. Vielen Dank dafür!

Bericht im Schwäbischen Tagblatt: „Es gibt noch jede Menge Patenbäume“

Schnittgutabfuhr voller Erfolg, temporärer Sammelplatz Aible geschlossen

Die Schnittgutabfuhr zwischen Mössingen und Talheim ist abgeschlossen, die AiS-Grüngruppe „Streuobst und Naturschutz“ konnte trotz der schwierigen Witterungsverhältnisse der letzten Woche ihre Arbeit erfolgreich beenden. Insgesamt wurden in den Wiesen 720 m³ Schnittgut abgefahren, herzlichen Dank hierfür!

Die verlängerte Schnittgutsammlung am temporären Sammelplatz Aible nahmen die Streuobstwiesenbewirtschafter dankbar an und nutzten die flexible Schnittgutabgabe intensiv, was unseren Streuobstwiesen deutlich sichtbar zugute kommt. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an den CVJM für die Zurverfügungstellung des Platzes!

Bereits am Montag war nun der Schredder des Maschinenrings am Aible im Einsatz und hat den Platz geräumt. Insgesamt wurden hier 510 Schüttraummeter Schnittgut angefahren, umgerechnet entspricht das etwa 38.000 Liter Heizöl! Durch die energetische Verwertung des Materials können Ressourcen geschont und ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.

Der Platz wird derzeit durch die Grüngruppe wieder präpariert, so dass er bis Ende der Woche seiner eigentlichen Bestimmung als Parkplatz dem CVJM übergeben werden kann.

Die erweiterten Öffnungszeiten auf den Häckselplätzen in Belsen und Öschingen während der Schnittsaison sind bereits gut etabliert, die Plätze wurden die ganze Wochen über sehr stark frequentiert. Auch hier einen Dank an das flexible Personal für die gute Zusammenarbeit!

Die Durchführung der Maßnahme wurde von der Stadt Mössingen finanziert und über den Landschaftserhaltungsverband VIELFALT e.V. mit Landesmitteln gefördert. Die Schnittgutabfuhr wurde von der AiS-Grüngruppe „Streuobst und Naturschutz“ durchgeführt. Begleitend wurden Biotoppflegemaßnahmen durch die Grüngruppe umgesetzt, ebenfalls im Auftrag der Stadt Mössingen und unterstützt durch VIELFALT e.V..

Schnittgutabfuhr abgeschlossen, temporärer Sammelplatz Aible bis 10.3. geöffnet!

Die Schnittgutabfuhr zwischen Mössingen und Talheim ist abgeschlossen. Bis zum Wochenende wird das Gebiet abschließend durch die AiS-Grüngruppe „Streuobst und Naturschutz“ abgeräumt, auch wenn die Grüngruppe in einem Gebiet schon mal aktiv war. Die Grüngruppe wird aufgrund der großen Mengen die Wege auch mehrfach abfahren.

Am Freitag, 8.3.2019 enden damit die längeren Öffnungszeiten auf den Häckselplätzen Belsen und Öschingen. Aufgrund der großen Nachfrage bleibt nach Absprache mit dem CVJM der temporäre Sammelplatz „Aible“ noch bis zum Sonntag, 10.3. bestehen! Hier wurde am Samstag bereits das erste Mal geschreddert und 200 Schüttraummeter Material abgefahren, was in etwa 15.000 l Heizöl entspricht!

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Ziel dieser Aktion ist neben der Unterstützung der Streuobstwiesenbewirtschafter während der Schnittsaison, dass ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird. Durch die energetische Verwertung des Materials können wichtige Ressourcen geschont werden.

Die Durchführung der Maßnahme wurde von der Stadt Mössingen finanziert und über den Landschaftserhaltungsverband VIELFALT e.V. mit Landesmitteln gefördert. Die Schnittgutabfuhr wurde von der AiS-Grüngruppe „Streuobst und Naturschutz“ durchgeführt. Begleitend wurden Biotoppflegemaßnahmen durch die Grüngruppe umgesetzt, ebenfalls im Auftrag der Stadt Mössingen und unterstützt durch VIELFALT e.V..

Schnittgutabfuhr läuft – Rücksicht auf temporärem Sammelplatz Aible!

Der temporäre Sammelplatz Aible wurde sehr gut – fast zu gut – angenommen! Bei dem Platz handelt es sich um den Parkplatz des CVJM Mössingen, der uns freundlicherweise zur Hälfte als temporärer Sammelplatz noch bis zum Sonntag, 3. März zur Verfügung gestellt wird. Aus diesem Grund wurde ein Teil der Fläche mit Flatterband abgegrenzt, um im hinteren Bereich weiterhin Parkplätze für die Nutzer des Aible zur Verfügung zu haben. Wir bitten Sie, diese Abgrenzung zu berücksichtigen und die Vorteile dieser temporären Lösung zu erkennen, nur dann können wir auch in Zukunft für Aktionen dieser Art auf den Parkplatz zurückgreifen. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an den CVJM für die Unterstützung!

Die Schnittgutabfuhr läuft noch bis Montag, 4. März. In dieser Zeit werden die Häckselplätze Öschingen und Belsen zusätzlich unter der Woche von 8 bis 17 Uhr sowie samstags zu den gewohnten Zeiten geöffnet sein.

Streuobst in die Küche!

Nicht nur kreative Küchenchefs sind zu dieser Veranstaltung am Samstag, 2. März (13-16 Uhr) herzlich eingeladen, bei der die besten Rezepte und Geheimtipps rund um die Verwertung von Streuobst besprochen und ausprobiert werden. In gemütlicher Atmosphäre werden Most, Suppe, karamellisiertes Streuobst und ein Dessert aus Trockenobst genossen und Ideen ausgetauscht. Bringen Sie bitte eine Kochschürze, das eigene Lieblingsrezept für den Austausch und natürlich gute Laune mit!

Ort: Café Pausa – Löwensteinplatz 2, Mössingen
Teilnahmegebühr: 15 Euro
Anmeldungen bis zum 28. Februar unter info@cafe-pausa.de oder 07473 9568846

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Obstbaum-Schnittgutabfuhr zwischen Mössingen und Talheim

Das im Rahmen des Projektes „Energiebündel & Flowerpower“ entstandene Konzept zur Schnittgutabfuhr wird nun von der Stadt Mössingen in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Streuobst e.V. fortgesetzt. 2019 führt die Stadt die Schnittgutabfuhr zwischen der Steinlach am östlichen Ortsausgang von Mössingen (Aible) und Talheim entlang des Farrenbergs und Buchberg durch. So sollen die Streuobstwiesenbewirtschafter auf einer Fläche von ca. 413 ha unterstützt werden.

Das Gebiet reicht vom Weg zur Lindenstelle im Südosten von Mössingen bis südlich von Talheim und umfasst die Gewanne Leinshalde, Unteres und Oberes Längenfeld, Vor der Lach, Auchtert, Bei der Linde, Ob der Ziegelhütte, Lehmgrube, Zieglertäle, Mühlwiesen, Degenholz, Gässleswiesen, Neue Wiesen, Vor Schömberg, Holder, Hinter dem Weiher, Hurst, Vor Buchberg, Auf dem Staigle, Steinenbühl, Vor Buch, Bitzen, Wangen und Hinter Bollenhaus, wie die weiße Abgrenzung auf der Abbildung zeigt. Entlang der weiß gepunkteten Wege wird das Reisig eingesammelt. Das Reisig sollte von den Anrainern gut zugänglich entlang der ausgewiesenen Wege abgeladen und die anderen Bewirtschafter dadurch nicht behindert werden. Das Reisig darf vom Fahrweg aus nicht hinter den Gräben abgeladen werden, da sonst die Maschinen das Material nicht greifen können. Witterungsbedingt kann es an feuchten Stellen zu Verzögerungen bei der Abholung kommen, dann erfolgt die Abholung zu einem späteren Zeitpunkt.

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Es darf nur holziges Material, kein Grünschnitt und keine Gartenabfälle bereitgelegt werden, da das Material geschreddert und energetisch verwertet wird. Die Schnittgutabfuhr läuft von Montag, 18. Februar bis Montag, 4. März. In dieser Zeit werden die Häckselplätze Öschingen und Belsen zusätzlich unter der Woche von 8 bis 17 Uhr sowie samstags zu den gewohnten Zeiten geöffnet sein. Ab Montag wird zudem ein temporärer Sammelplatz auf dem Aible-Parkplatz eingerichtet, so dass zu flexibleren Zeiten angeliefert werden kann. Witterungsbedingte Änderungen werden kurzfristig über das Amtsblatt und die Website der Stadt Mössingen sowie die Websites des Netzwerks Streuobst Mössingen (www.netzwerk-streuobst.de, www.energiebuendel-und-flowerpower.de) angekündigt.

Nach fünf Jahren Schnittgutabfuhr beginnt nun auch die Abfolge der Abfuhrgebiete rund um Mössingen wieder von vorne.

Die Durchführung der Maßnahme wird von der Stadt Mössingen finanziert und über den Landschaftserhaltungsverband VIELFALT e.V. mit Landesmitteln gefördert. Die Schnittgutabfuhr wird von der AiS-Grüngruppe „Streuobst und Naturschutz“ durchgeführt. Begleitend werden Biotoppflegemaßnahmen durch die Grüngruppe umgesetzt, ebenfalls im Auftrag der Stadt Mössingen und unterstützt durch VIELFALT e.V..

Netzwerk Streuobst wissenschaftlich begutachtet

Karolin Gums studierte Nachhaltiges Regionalmanagement an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg und verfasste als Abschlussarbeit eine Bachelorarbeit zum Thema „Wirkungsanalyse von Streuobstinitiativen am Beispiel des Netzwerks Streuobst Mössingen“. Dazu nahm sie eine repräsentative Befragung in Mössingen vor, um herauszufinden, inwiefern und in welchem Maße sich die Arbeit des Netzwerks Streuobst auf die Wahrnehmung, das Bewusstsein und die Handlungen der Bevölkerung auswirkt. Kurzfassung: Sie wirkt.

Quasi nebenbei ergaben sich aus der wissenschaftlichen Studie weitere wichtige, teils erstaunliche Erkenntnisse für die Arbeit des Netzwerks Streuobst. Dazu zählt zum Beispiel die Aussage, dass die Mössingerinnen und Mössinger einen sehr starken persönlichen Bezug zum Streuobst haben:

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96% stimmen der Aussage zu, dass Streuobstwiesen zu Mössingen gehören, 93% halten ihren Schutz und Erhalt für wichtig, 90% fühlen sich dieser Landschaft verbunden und 81% interessieren sich für regionale Streuobstprodukte. Woher diese hohe Verbundenheit kommt, ergibt sich vielleicht auch aus der nachfolgenden Grafik:

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Denn praktisch jeder zweite Mössinger pflegt selbst eine Streuobstwiese oder hilft bei der Ernte mit. Darüber hinaus unterstützen viele Bürger die Wiesenbewirtschafter durch den Kauf regionaler Streuobstprodukte. Aber wie sehen sie die Arbeit des Netzwerks Streuobst? Kennen Sie es überhaupt? Oh ja:

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Aber werden sie durch die Arbeit des Netzwerk Streuobst auch beeinflusst? Und wenn ja: Wie sehr?

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Dieser Einfluss manifestiert sich zum Beispiel beim Kauf regionaler Streuobstprodukte:

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Über 60 Prozent der Mössingerinnen und Mössinger greifen beim Kauf von Apfelsaft immer, häufig oder gelegentlich zum lokalen Produkt „Der Mössinger“. Bei den alkoholischen Getränken ist der Anteil geringer, diese sind allerdings auch nur punktuell zu erhalten. Gefragt, warum sie sich für regionale Streuobstprodukte entscheiden, sind die Mössinger ganz und gar nicht schwäbisch geizig:

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Gums stellt fest: „An erster Stelle steht die persönliche Motivation, qualitativ hochwertige Produkte zu konsumieren. Neben diesem Beweggrund konsumieren fast genauso viele Befragte gemeinwohlorientiert und nachhaltig, zum Schutz der Natur oder zur Unterstützung der Wirtschaft und sind entsprechend sensibilisiert. Der Preis der Produkte scheint das Kaufverhalten eher weniger zu beeinflussen.“

Neben all diesen Erkenntnissen finden sich in der Arbeit detaillierte Hinweise auf spezielle Korrelationen: Eine davon betrifft etwa die Tafeln am Panoramaweg Streuobst (jetzt „Streuobstwegle“). Diese werden nachweislich von den Spaziergängern gelesen und tragen zur Verbesserung des Informationsstands der Mössingerinnen und Mössinger bei.

Wer sich eingehender mit den Ergebnissen beschäftigen möchte, kann die Bachelorarbeit im Downloadbereich dieser Website oder ein paar Zeilen tiefer herunterladen. Karolin Gums hat mit dieser Arbeit übrigens ihr Studium mit einer sehr guten Bewertung abgeschlossen.

Download
Die vollständige Arbeit kann zur Lektüre heruntergeladen werden (PDF, 2.974 KB). Bitte beachten Sie das Urheberrecht.

Kein schöner Land

Wir brauchen Wachstum! Gebetsmühlenartig verkünden uns Wirtschaft und Verwaltung diese angeblich lebensnotwendige Botschaft. Der Film „KEIN SCHÖNER LAND – Flächenfraß im Großraum Reutlingen“, ein Film von Sabine Winkler, zeigt die Schattenseiten unseres Handelns auf. Am Beispiel der neu geplanten Baugebiete im Großraum Reutlingen kommen kritische Stimmen zu Wort und zum letzten Mal ist die heimatliche Landschaft zu sehen, die dann unter Beton und Asphalt begraben wird.

Kein schöner Land
Flächenfraß im Großraum Reutlingen
Ein Film von Sabine Winkler

Donnerstag, 7.2.2019
19.30 Uhr
Lichtspiele Mössingen

Die Regisseurin ist anwesend, beantwortet Fragen und steht für eine Diskussion zur Verfügung.


Direktlink zum Trailer