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Wir trauern um Jochen Nill

Vergangenen Freitag nahm Mössingen Abschied von Jochen Nill. Der langjährige Vorstand des NABU Mössingen arbeitete auch viele Jahre im Netzwerk Streuobst mit. Als Anwalt der Natur vertrat er seinen Standpunkt engagiert, unbequem, tatkräftig, streitbar und unermüdlich. Er sagte jedem seine Meinung, ob der sie hören wollte oder nicht.

Seine Liebe zur Natur gab er besonders gerne an den Nachwuchs weiter. Kinder und Jugendliche lernten von ihm aber auch den fachkundigen Blick auf die Natur und wie man sie bewahren kann. Sie fühlten sich wohl bei ihm, weil er sie ernstnahm. Jochen Nill hinterlässt eine große Lücke in Mössingen.

Jochen Nill, wie man ihn kennt: Bei der Arbeit in der Natur und für die Natur (Bild: NABU Mössingen)

Jochen Nill, wie man ihn kennt: Bei der Arbeit in der Natur und für die Natur (Bild: NABU Mössingen)

Austausch

Am Bürgerprojekt „Streuobsterlebnis Herrenberg“ beteiligen sich Privatpersonen, Vertreter der Obst- und Gartenbauvereine, Mitglieder des Imkervereins Herrenberg, der Heckengäu-Naturführer, des Schwäbischer Albvereins, der NABU, Streuobstpädagogen und viele mehr – ganz ähnlich also wie das Netzwerk Streuobst Mössingen. Da sich auch die Ziele der beiden Gruppierungen ähneln, lag es auf der Hand, sich über einzelne Anknüpfungspunkte hinaus einmal besser kennenzulernen.

Den Anfang machten nun die Herrenberger mit einer Einladung an das Netzwerk Streuobst, sich in der Gäustadt vorzustellen. Vier Aktive des Netzwerks begaben sich am Donnerstag, 30.11. im Schneetreiben auf die Reise und wurden im pittoresken Klosterhofkeller freundlich empfangen. Rund 20 Interessierte lauschten konzentriert den Ausführungen und geizten auch nicht mit kritischen Nachfragen. Das Biomasse-Projekt Energiebündel & Flowerpower, die Pachtplattform myStueckle, das Patenschaftsprojekt myBäumle sowie der preisgekrönte Steinlachtäler Most waren die Projekte, die am meisten nachgefragt wurden.

Konzentriertes Herrenberger Publikum im wunderbaren Klosterhofkeller

Konzentriertes Herrenberger Publikum im wunderbaren Klosterhofkeller

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es feine Herrenberger Streuobstprodukte zu verkosten und viel Kommunikation. Beide Gruppierungen waren sich einig, dass es viel voneinander zu lernen gibt und dieses Treffen nicht das letzte gewesen sein sollte. Noch in diesem Jahr steht ein Besuch der Herrenberger in Mössingen an.

Trotz Ernteausfall aktiv

Zur Lehrfahrt unterwegs waren am Freitag 10.11. die Beteiligten am Steinlachtäler Most. Ziel der Freunde des Mostes aus den einzelnen OGVs Bodelshausen, Ofterdingen, Mössingen, Nehren, Dusslingen, Gomaringen und dem Netzwerk Streuobst war der nordöstliche Zipfel des Streuobstparadieses im Raum Göppingen. Die Fahrt stand unter dem Motto „Verwertung alter Obstsorten aus den Streuobstwiesen“. Erste Station war die Manufaktur Jörg Geiger in Schlat.

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Jörg Geiger persönlich führte durchs Stammwerk und die Manufaktur, begleitet von Spezialitäten im Glas und leckerem Lauchkuchen. Die Gruppe tauchte ein in die Herstellung der unterschiedlichsten Produkte der Manufaktur. Gezeigt wurden alkoholfreie PriSeccos wie Mirabellengold aus Mirabellen und Zitronenverbene, oder auch innovative Cuvees wie z.B. Cuvee Nr. 20 Mostbirne/Wacholder/Schlehe, die viel in der Spitzengastronomie ausgeschenkt werden.

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Die Manufaktur verwendet 70 verschiedene Kräuter, 20 verschiedene Blüten und 200 Gewürze. Weiter ging es zur hohen Kunst der Destillation, bei der nur sortenreine Brände hergestellt werden. Das Obst kommt aus der näheren und weiteren Region. Es wird nach Sorten getrennt angenommen und mit teilweise hohem Aufpreis vergütet. Im Rüttelkeller bei Kerzenschein wurde der legendäre Birnenschaumwein aus der Obstsorte Champagner Bratbirne verkostet und zum Abschluss gab’s noch eine Kostprobe von Süßweinen.

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Bei so viel angeregter Diskussion und den leckeren Spezialitäten fiel der Aufbruch schwer, doch es wartete noch ein weiteres Highlight auf die Gruppe. Treffpunkt war Bad Ditzenbach-Gosbach beim Kräuterhaus Sankt Bernhard. Von dort aus startete die Führung durch den Obstsortenlehrpfad mit August Kottmann. Im Kräutergewächshaus gab es eine geografische und geschichtliche Einführung in die Region „Oberes Filstal“.

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Trotz widrigster Wetterverhältnisse startete danach die Führung durch den Lehrpfad. Die interessanten Erklärungen über Geschichte und Verwendung der alten Obstsorten, sowie die amüsanten Anekdoten von August Kottmann ließen die Beteiligten das schlechte Wetter und die Zeit vergessen. Bei der Rast unterwegs unterm Schirm mit leckeren Köstlichkeiten wie Ofenschlupfer, Kranzbrot oder Marmeladebrot, sowie Kaffee und geistige Getränke zur Aufwärmung und nichtalkoholische Säfte für den Durst war das schlechte Wetter völlig vergessen.

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Doch die Fortsetzung der Führung war auch kein Problem, denn im Gasthof Hirsch von August Kottmann wartete eine warme Stube zum gemütlichen Ausklang der Lehrfahrt bei leckeren Gerichten aus der heimischen Küche des Sohnes von August Kottmann.

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Nach der herzlichen Verabschiedung machte sich die Gruppe zufrieden auf den Nachhause weg. Ein besonderer Dank gebührt dem Organisator der Ausfahrt Willy Junger vom OGV Gomaringen und lässt auf weitere solcher Aktivitäten hoffen.

Sturm und Wasserdrang

Der Sturm „Ophelia“ erntete diese Äpfel im irischen Tipperary, die Niederschläge von „Brian“ spülten sie in einer Ecke der Obstwiese zusammen. Das irische „Farmers Journal“ und die „Irish Apple Growers“ brachten die Story in die Welt.

[gefunden im Kraftfuttermischwerk]

Bildschön: die Mössinger Streuobstwiesen

Den neuen Streuobstkalender von Rudolf Schneider hatten wir ja bereits vorgestellt Er hat allerdings einen kleinen Nachteil: Nach zwölf meisterhaften Streubostwiesen-Bildern (pro Monat eines) ist er schon wieder aus.

Wem das nicht reicht, der kann am 10. November mehr davon kriegen. Denn Rudi Schneider zeigt in einem ca. 40-minütigen Vortrag über den Grünspecht viele weitere Bilder. Dazu spannende Informationen zum Streuobstwiesenbewohner Grünspecht: „Lebensraum, Höhlenbau, Jungenaufzucht usw. mit viel Bildmaterial und einigen Erklärungen dazu“ (O-Ton Rudi Schneider).

Rudolf Schneider:
Bildervortrag Grünspecht
Freitag, 10.11.2017, 20 Uhr
NABU-Geschäftsstelle
Hallstattstraße 19

Typischer Streuobstwiesenbewohner: Der Grünspecht (Bild: Rudolf Schneider)

Typischer Streuobstwiesenbewohner: Der Grünspecht (Bild: Rudolf Schneider)

Schwitzen beim Saftpressen

Schwitzen - und gleich wieder Durst löschen! Die Naturkindergruppe beim Saftpressen.

Schwitzen – und gleich wieder Durst löschen! Die Naturkindergruppe beim Saftpressen.

Viel Spaß hatten die Kinder der Naturkindergruppe des Netzwerks Streuobst, des NABU und des OGV Mössingen beim Apfelsaftpressen – und da sowohl das Waschen und Zerkleinern der Äpfel als auch das Pressen von Hand mit einer mobilen Presse ablief, kamen sie ordentlich ins Schwitzen. Kein Problem, denn zum Durstlöschen stand ja genügend frisch gepresster Apfelsaft zur Verfügung! Davor wurde viel genascht, egal ob direkt in den frischen Apfel gebissen oder von den Apfelhäckseln probiert wurde („oh, das schmeckt schon viel saftiger“), gespielt und geforscht („woher kommt die hubbelige Stelle auf dem Apfel?“).

Beim nächsten Treffen am Freitag, 20.10. 2017 um 15 Uhr helfen wir bei der Nistkastenkontrolle. Dazu sind alle Kinder herzlich eingeladen. Wer Interesse hat, kann sich per Mail unter kindergruppe@netzwerk-streuobst.de oder telefonisch unter 07473-959495 anmelden.

Keine Obstannahme für den „Mössinger“ Apfelsaft

ÄpfelDer „Mössinger“ Apfelsaft ist ein Erfolgsprodukt, weil lokales Obst auf kurzen Wegen verarbeitet und vermarktet wird. Leider sieht es dieses Jahr dafür schlecht aus. Die massiven Frostschäden im Frühjahr lassen wenig Hoffnung auf eine gute Apfelernte. Da es rund um Mössingen kaum Äpfel auf den Bäumen gibt, werden die Obstannahmestellen Kühbauch und Streib kein Obst für den „Mössinger“ annehmen. Wegen den erwarteten geringen Mengen ist der Aufwand für Annahme, Transport und Weiterverarbeitung sehr hoch, um eine ausreichend gute Qualität an Mössinger Apfelsaft zu erzeugen.

Die „normale“ Annahme von Mostobst ist davon nicht betroffen und wird wie gewohnt durchgeführt.

Streuobstkalender 2018

Auch in diesem Jahr war der nimmermüde Rudi Schneider in den Streuobstwiesen unterwegs. Aus der beträchtlichen Bildausbeute hat der leidenschaftliche Fotograf die allerschönsten Tier- und Landschaftsaufnahmen ausgewählt und zum „Streuobstkalender 2018“ zusammengestellt.

Ab sofort erhältlich: Der Streuobstkalender 2018 von Rudolf Schneider

Ab sofort erhältlich: Der Streuobstkalender 2018 von Rudolf Schneider

Der Kalender im Format DIN A3 quer ist ab 30.9.2017 zum Preis von 16 Euro hier erhältlich:

  • Bücher Schramm in Mössingen
  • Kühbauch’s Ouelle in Mössingen
  • NABU-Geschäftstelle in Belsen
  • Pflanzenhöfle Rein in Öschingen

Wer sich sein Exemplar schon jetzt sichern möchte, kann es auch auf der sehenswerten Website von Rudi Schneider direkt bestellen.

Vortrag: 24 Stunden Streuobstwiesen im Zeitraffer

Feierabend auf der Streuobstwiese (Bild: Elke Schelling)

Feierabend auf der Streuobstwiese (Bild: Elke Schelling)

Wer aufmerksam durch unsere Wiesen geht, hört die vielen Vogelstimmen, sieht die Insekten und Schmetterlinge, beobachtet im Lauf des Jahres das Blühen, Wachsen und Reifen der Kirschen, Äpfel, Birnen und Zwetschgen. Doch wer weiß schon, welche Vögel Tag für Tag früh am Morgen oder am Nachmittag aktiv sind? Welche Tiere sind eigentlich abends und nachts unterwegs? Welche Tiere und Pflanzen mögen die Hitze des Sommers und wie sieht’s nach einem Regen- oder Gewitterschauer aus?

Markus Zehnder ist Obst- und Gartenbaufachberater des Zollern-Alb-Kreises, Fachautor und renommierter Pomologe. Er kennt die Kulturlandschaft Streuobstwiese wie kein anderer. Sein vhs-Vortrag „24 Stunden Streuobstwiesen im Zeitraffer – das alles geschieht jeden Tag in unseren Streuobstwiesen“ findet trotz der ausgefallenen Apfelwoche statt, und zwar:

Mittwoch, 27.9.2017
19:30-21:00 Uhr

Altes Rathaus (Rathof 2), Vortragsraum 1. OG
Eintritt: 8 Euro
Kartenvorverkauf: in der Geschäftsstelle der Volkshochschule während der Öffnungszeiten und Abendkasse. Keine Ermäßigung möglich.

Lassen Sie sich an diesem Abend auf eine Zeitreise mitnehmen! Mit eindrucksvollen Bildern erleben Sie zuerst den Zyklus der vier Jahreszeiten in den Streuobstwiesen. Dann geht es im Besonderen um die beeindruckende Natur im Tageslauf: das Erwachen und der Sonnenaufgang, die Vogelstimmen und fleißigen Insekten, die sich vom Duft vieler Pflanzen anlocken lassen, dann der Abend mit einer besonderen Atmosphäre und nachts die Fledermäuse und Glühwürmchen. Genießen Sie an diesem Abend die intensiven Einblicke in die Natur und in die Welt der Streuobstwiesen.