Kategorie-Archiv: Netzwerk Streuobst

Birnenernte erfolgreich

Gute Nachrichten für Freunde des „Roten Mössingers“. Während die Apfelernte dieses Jahr meist mau ausfiel, gibt es genügend Birnen für den beliebten „historischen“ Secco. Am vergangenen Samstag schwärmten wieder fleißige Helfer aus, um viele über die Mössinger Gemarkung verteilten Oberösterreicher Weinbirnen und Schweizer Wasserbirnen aufzulesen. Geschätzte 700 Kilogramm kamen dabei in drei Stunden zusammen.

Prächtiges Oktoberwetter bei der Birnenernte für den "Roten Mössinger".

Prächtiges Oktoberwetter bei der Birnenernte für den „Roten Mössinger“.

Übrigens: Wer Bäume mit Oberösterreicher Weinbirnen oder Schweizer Wasserbirnen hat und sie selbst nicht ernten mag, kann das Obst gerne für das Projekt „Roter Mössinger“ spenden. Einfach Kontakt aufnehmen – wir kümmern uns dann darum. Der Erlös kommt dem Netzwerk Streuobst zugute.

Auftakt zum Korbinian-Aigner-Special

Prof. Peter J. Brenner, Aigner-Experte und Direktor des Archivs der TU München

Prof. Peter J. Brenner, Aigner-Experte und Direktor des Archivs der TU München

Eineinhalbstündige Vorträge über historische Sujets stehen selten ganz oben auf der Beliebtheitsskala montäglicher Freizeitaktivitäten. Dennoch war der Vortragsraum der Pausa-Tonnenhalle gut besucht gestern abend, als Professor Peter J. Brenner, Direktor des Archivs der TU München, den Auftakt machte zum Themenspecial der diesjährigen Apfelwoche. „Korbinian Aigner. Landpfarrer, KZ-Häftling und Obstbildermaler“ war nicht nur der Titel, sondern auch gleichsam die Inhaltsangabe seines dreigeteilten Vortrags.

Ohne Powerpoint, Beamer, Mikrofon oder Stuhl erzählte Prof. Brenner unterhaltsam, kurzweilig und spannend vom Leben des „Apfelpfarrers“ (eine Titulierung, die Aigner von sich gewiesen hätte), der vom Bauernjungen aus einem tiefkatholischen, tiefbayrischen Milieu über eine mittelerfolgreiche Studienzeit zu seiner Berufung gelangte: Einem volksnahen, bauernschlauen, schlagfertigen Landpfarrers mit einer tiefen Leidenschaft für die Pomologie.

Die zweite Leidenschaft Aigners war sein tiefverwurzelter Katholizismus, der ihn letztlich in Widerspruch mit dem ab 1933 herrschenden System brachte. Unerschrocken und unbeugsam verteidigte er seinen Glauben während der Nazizeit gegenüber den neuen Herrschenden auch öffentlich von der Kanzel. Als er sich den Mund nicht verbieten ließ, sperrten ihn in die Nazis aufgrund des „Heimtückegesetzes“ ins Gefängnis und anschließend ins Konzentrationslager Dachau.

Nahezu unbemerkt selbst von seiner unmittelbaren Umgebung gab sich Aigner noch einer dritten Leidenschaft hin: Der Malerei. Viele seiner Bilder sind verloren, denn der Nachlass katholischer Priester wurde in der Regel mangels Nachkommen einfach verbrannt. Seine Apfel- und Birnenbilder aber, die er zu Hunderten malte, vermachte Aigner vorausschauend der Technischen Universität München, die zu dieser Zeit noch Obstbau lehrte. Obschon er seine Bilder lediglich als Lehrmaterialien verstand, gingen diese – als sie schließlich als künstlerisches Kleinod entdeckt wurden – einen eigenen, von Aigner gar nicht beabsichtigten Weg, der sie 2012 bis zur documenta brachte.

Prof. Brenner referierte (übrigens: an seinem letzten Arbeitstag vor der Pensionierung!) vor einer Auswahl der Aignerschen Bilder, die vom Netzwerkler Uli Eder zu einer liebevoll gemachten kleinen Ausstellung zusammengeführt wurde. Diese Ausstellung ist in der Apfelwoche noch ein zweites Mal zu sehen, nämlich in den Mössinger Lichtspielen am Freitagabend. Hier wird um 20.15 Uhr der zweite Teil des Themenspecials gezeigt, der Dokumentarfilm „Korbinian Aigner. Ein bayerischer Dorfpfarrer zwischen Obstbau und Hochverrat“. Dieser Film kann dort übrigens zum Preis von 14 Euro auch erworben werden.

Gut besucht: Der Vortragsraum der Pausa-Tonnenhalle

Gut besucht: Der Vortragsraum der Pausa-Tonnenhalle

13. Mössinger Apfelfest

Am Sonntag 6.10.2019 veranstaltet das Netzwerk Streuobst zum 13. Mal das Mössinger Apfelfest im Pausa-Quartier. Es wird ein spannender Tag mit Vorführungen, Informationsständen, Ausstellungen und Mitmach-Aktionen rund um Äpfel und Streuobst. Besonders für Familien und Kinder gibt es ein vielfältiges Angebot und für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt.
Ergänzt wird das Apfelfest durch den Apfellauf der LG Steinlach mit Start in der Bahnhofstraße und einen verkaufsoffenen Sonntag in der ganzen Stadt.
Das Apfelfest bildet den Abschluss der Mössinger Apfelwoche. Das aktuelle Programm dazu gibt es unter www.moessinger-apfelwoche.de.

Programm

11:00 Uhr Beginn Apfelfest
12:30-14:00 Uhr Rollblitz-Weltmeisterschaft (Speidel Gartengeräte)
14:30 Uhr Preisverleihung Radschnitzeljagd
15:00 Uhr Preisverleihung Rollblitz-Weltmeisterschaft
17:00 Uhr Ende Apfelfest

Ganztägige Vorführungen alter und neuer Handwerke
Große Apfel- und Birnensortenausstellung, Schaubrennerei, Schaumosten, Heupresskiste, Motorsäge-Kunst, Korbflechter, Omelherstellung, Sensen dengeln, Werkzeugpflege, Rollblitz-Vorführung.

Bewirtung

  • Würste, Schnitzelbrötchen, Hot Dogs, Kürbissuppe, Dinnete, Würste im Brotteig, Pulled Pork, Burger, Pommes, Kartoffelecken, Pizza
  • (Apfel-)Kuchen, Crêpes, Waffeln, Apfelmus, Apfellocken, Apfelflammkuchen, Eis
  • Frisch gepresster Apfelsaft, Most, Säfte, Smoothies, Tee, Kaffee, heiße Schokolade, Seccos, Destillate, Bier und Biermischgetränke, alkoholfreie Cocktails

Angebote für Kinder

  • Spielmobil
  • Kindermitmachaktionen rund um den Apfel
  • Äpfel angeln
  • Ausstellung „Tierwelt in Streuobstwiesen und Wald“
  • Brandmalerei
  • selber mosten mit der historischen Mostpresse
  • T-Shirts und Beutel bedrucken
  • Quiz und digitale Schnitzeljagd für Jugendliche
  • Rollblitz-Weltmeisterschaft
  • Beiträge von Schulen und Kindergärten aus der Apfelwoche
  • Schafe

Verkaufsstände

  • Geräte für die Streuobstwiesenpflege und -verwertung
  • Obst und köstliche Streuobstprodukte
  • Imkereiprodukte
  • Körbe, Obstkisten, Leitern
  • Obstbäume, Beerensträucher, Wildobstgehölze
  • Innovative Produkte für nachhaltigen Pflanzenbau
  • Nisthilfen für Vögel und Wildbienen
  • Felle, Wolle und Wollprodukte
  • Gedrechseltes aus Obstbaumholz, Kirschkernkissen
  • Dekoratives und Floristisches rund um den Apfel

Infostände

  • NABU
  • Streuobstparadies
  • VIEFALT
  • Netzwerk Streuobst (myBäumle, myStueckle, Geräteverleih „Schaffs gut!“)
  • Landratsamt Tübingen (Ernährungsberatung)
  • Stadt Mössingen (Verpachtung von Allmandteilen)

Wenn Sie mit dem Auto anreisen, beachten Sie bitte, dass es im Bereich des Löwensteinplatzes keine Parkmöglichkeiten gibt (auch nicht auf dem REWE-Parkplatz). Nutzen Sie deshalb die öffentlichen Parkplätze im Stadtgebiet. Oder nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel. Vom Bahnhof und den meisten Parkplätzen sind es nur ca. 5 – 10 Gehminuten zum Apfelfest im Pausa-Quartier.

Doppel-Besuch aus Berlin

MdB Martin Rosemann und MdB Carsten Träger zu Besuch beim Netzwerk Streuobst Mössingen. Daneben Sabine Mall-Eder und Brigitte Hahn vom Netzwerk Streuobst, dann OB Michael Bulander und Hans Wener, OGV-Vorsitzender, vorne Gastgeber Marcus Hölz (AiS)

MdB Martin Rosemann (Mitte, blaues Hemd) und MdB Carsten Träger (rechts daneben) zu Besuch beim Netzwerk Streuobst Mössingen. Daneben Sabine Mall-Eder und Brigitte Hahn vom Netzwerk Streuobst, dann OB Michael Bulander und Hans Wener, OGV-Vorsitzender, vorne Gastgeber Marcus Hölz (AiS)

Am vergangenen Samstag erwartete das Netzwerk Streuobst erneut hohen politischen Besuch in Mössingen: Der Tübinger SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Rosemann kam in Begleitung seines Fürther Kollegen Carsten Träger, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion ins Mössinger Café Pausa.

Im zweistündigen Gespräch mit dem Netzwerk wurden viele Themen besprochen, die die Streuobstaktiven beschäftigen, aber auch konkrete Fragen, die die Abgeordneten aus Berlin mitbrachten: Sollen zum Beispiel Streuobstwiesen generell unter Naturschutz gestellt werden? In der Diskussion wurde klar, dass es hier keine einfache Antwort gibt, sondern viele Faktoren mitbedacht werden müssen. Würde hier vielleicht etwas überreguliert, was schon längst Realität ist? Oder gilt es vielmehr angesichts von Klimawandel und Insektensterben klare Ansagen zu machen?

Die Obstpreise wurden ebenso thematisiert wie die Dauerproblematik, dass punktuelle staatliche Förderung oft nicht ausreicht: Nicht die Anschaffung eines Balkenmähers ist das Problem, sondern sein dauerhafter Betrieb, seine Wartung und die personellen Ressourcen, die rund um den Betrieb entstehen. Angesprochen wurde auch die unverständliche Abfallverordnung, nach der der Grünschnitt von Streuobstwiesen nicht in Biogasanlagen eingespeist werden darf. Die Abgeordneten versprachen, dem nachzugehen.

Insbesondere der Umweltpolitiker Carsten Träger zeigte sich beeindruckt vom Netzwerk-Projekt „Energiebündel & Flowerpower“, bei dem untersucht wurde, inwiefern lokal entsehende Biomasse, z.B. aus den Streuobstwiesen, für die Energiewende und damit den Klimaschutz eingesetzt werden kann. Mit der Mössinger Schnittgutabfuhr entstand schon vor fünf Jahren ein Modellprojekt, das Umweltschutz und Energieerzeugung zusammen denkt. Träger bekräftigte, dass auch aus seiner Sicht lokale und regionale Energieprojekte zu bevorzugen sind vor Lösungen, die in Händen einzelner Großkonzerne liegen. Die enge Zusammenarbeit des Netzwerks mit dem integrativen Unternehmen „Arbeit in Selbsthilfe“ AiS, das u.a. mehrere Grüngruppen und das Café Pausa betreibt, fand die Aufmerksamkeit des Sozialpolitikers Martin Rosemann. Das Mössinger Modell, bei dem viele neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden sind, möge gerne nachgeahmt werden.

Ein Besuch bei den nebenan in der Streuobstwerkstatt werkelnden Naturkids des Netzwerks Streuobst und ein Kurzrundgang durch das Hauptinformationszentrum des Schwäbischen Streuobstparadieses rundeten den Besuch der beiden Berliner Abgeordneten ab, die anschließend zur SPD-Veranstaltung über Klimaschutz in den gegenüberliegenden Vortragsraum der Pausa-Tonnenhalle wechselten. Empfangen wurden sie von einer kleinen Demo mit Die-In von Zukunftsaktivist*innen der Bewegung „Fridays for Future“, die ebenfalls an der darauf folgenden Diskussion beteiligt waren.

Die-In auf dem Löwensteinplatz: Fridays for Future demonstriert in Mössingen

Die-In auf dem Löwensteinplatz: Fridays for Future demonstriert in Mössingen

Stadt Land Quiz – Hilfe gesucht!

Auch der SWR besucht das Netzwerk Streuobst Mössingen. Diesmal mit eher spielerischem Hintergrund. Jens Hübschen moderiert das Städteduell „Stadt Land Quiz“ und kommt dazu mit Mikrofon und Kamera nach Mössingen. Diese Woche werden die beiden Netzwerkler Marcus Hölz und Brigitte Hahn sich den Fragen von Jens Hübschen stellen und eine Aufgabe lösen müssen. Dazu benötigen wir die tatkräftige Hilfe möglichst vieler Mössingerinnen und Mössinger.

Am Mittwoch, 25.9. werden wir daher im Laufe des Vormittags, voraussichtlich gegen 10.30 Uhr, die zu lösende Frage hier veröffentlichen. Dann können alle, die sich in Mössingen und Umgebung auskennen, den beiden Netzwerklern helfen, ein Bild zu identifizieren, das irgendwo in Mössingen aufgenommen wurde.

Nachtrag 25.9., 12:57
Mössingen war schnell, das Rätsel ist dank Kurt Räuchle gelöst. Natürlich kennt der Fachbereichsleiter Bürgerservice, Ordnung und Verkehr seine Stadt!
Die Auflösung kann am 19.10.2019 um 18.45 Uhr im SWR angeschaut werden.

Dieses Bild galt es zu identifizieren:

suchbild_moessingen_stadt_web

Ein herzliches Dankeschön an die Stadtverwaltung Mössingen, die tatkräftig mitgeholfen hat, das Rätsel zu lösen!

Besuch aus Berlin II

Nachdem im Frühjahr der Grünen-Bundestagsabgeordnete Stefan Schmidt sich über die Arbeit des Netzwerks Streuobst Mössingen informieren konnte, steht nun der nächste Besuch aus Berlin an – genauer gesagt: aus Tübingen. Denn diesmal wird mit Martin Rosemann der SPD-Abgeordnete des hiesigen Wahlkreises erwartet. Es besucht das Netzwerk Streuobst am kommenden Samstag u.a. in der Streuobstwerkstatt, wo die Naturkids ihr monatliches Treffen haben, sowie im daneben gelegenen Streuobstinfozentrum des Schwäbischen Streuobstparadieses. Begleitet wird er von seinem Kollegen Carsten Träger, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.

Im Anschluss an diesen Termin lädt Martin Rosemann zu einer Diskussion über Klimaschutz und das neue Klimaschutzgesetz ein. Dabei sein werden der Rektir der Hochschule Rottenburg und Scientist for Future Bastian Kaiser und Aktivisten der Bewegung Fridays for Future. Dazu wird herzlich eingeladen. Zeit und Ort:

Sa, 28. September ab 16.15 Uhr
im Vortragsraum der Pausa-Tonnenhalle

Der SWR war da

Der SWR berichtet heute unter dem Titel „Starke Zusammenarbeit zwischen Stadt und Bürgern“ über das Netzwerk Streuobst und die Stadt Mössingen. Der schriftliche Kurzbeitrag dazu findet sich jetzt im Internet:

Heute im Radio und auf der SWR-Website: Netzwerk Streuobst und Mössingen

Heute im Radio und auf der SWR-Website: Netzwerk Streuobst und Mössingen

Der Redebeitrag ist hier zu hören.

Besuch aus Berlin

Illustren Besuch hatte das Netzwerk Streuobst am gestrigen Donnerstag. Der Bundestagsabgeordnete Stefan Schmidt aus der Oberpfalz machte Zwischenstopp in Mössingen, um sich über die Arbeit des Netzwerks zu informieren und neue Anregungen mit nach Berlin zu nehmen. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Michael Bulander und Marcus Hölz, dem Geschäftsführer der AiS (Arbeit in Selbsthilfe) stellten die Aktiven des Netzwerks das „Mössinger Modell“ vor: Die reibungslose und für alle Seiten gewinnbringende Zusammenarbeit zwischen Netzwerk Streuobst, AiS und der Stadt Mössingen. In der Obstwerkstatt des Schwäbischen Streuobstparadieses gab es für Stefan Schmidt, den eine Delegation der Mössinger Grünen begleitete, außerdem Kaffee und Kuchen sowie Häppchen und Secco aus regionalem Streuobst – alles aus dem benachbarten Café Pausa.

Beim Spaziergang am Panoramaweg: Marcus Hölz 2.v.(l.) zeigt MdB Stefan Schmidt (4.v.r.), wo der Mössinger den Moscht holt.

Beim Spaziergang am Panoramaweg: Marcus Hölz 2.v.(l.) zeigt MdB Stefan Schmidt (4.v.r.), wo der Mössinger den Moscht holt.

MdB Schmidt zeigte sich beeindruckt von den vielen Projekten des „Mössinger Modells“ – vom Biomasseprojekt „Energiebündel und Flowerpower“ über die Pachtplattform myStueckle und das Patenschaftsprojekt myBäumle bis hin zum Streuobstgeräteverleih „Schaff’s gut“, das von der guten Zusammenarbeit der Partner getragen wird. „Sie machen hier eine vorbildliche Arbeit“, sagte der Grünen-Politiker beim abschließenden Rundgang durch die Streuobstwiesen am Schützenhaus, „man kann nur hoffen, dass Sie oft kopiert werden.“ Die hier gemachten Erfahrungen nehme er gerne mit in den Bundestag.

Obstbaum-Schnittgutabfuhr zwischen Mössingen und Talheim

Das im Rahmen des Projektes „Energiebündel & Flowerpower“ entstandene Konzept zur Schnittgutabfuhr wird nun von der Stadt Mössingen in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Streuobst e.V. fortgesetzt. 2019 führt die Stadt die Schnittgutabfuhr zwischen der Steinlach am östlichen Ortsausgang von Mössingen (Aible) und Talheim entlang des Farrenbergs und Buchberg durch. So sollen die Streuobstwiesenbewirtschafter auf einer Fläche von ca. 413 ha unterstützt werden.

Das Gebiet reicht vom Weg zur Lindenstelle im Südosten von Mössingen bis südlich von Talheim und umfasst die Gewanne Leinshalde, Unteres und Oberes Längenfeld, Vor der Lach, Auchtert, Bei der Linde, Ob der Ziegelhütte, Lehmgrube, Zieglertäle, Mühlwiesen, Degenholz, Gässleswiesen, Neue Wiesen, Vor Schömberg, Holder, Hinter dem Weiher, Hurst, Vor Buchberg, Auf dem Staigle, Steinenbühl, Vor Buch, Bitzen, Wangen und Hinter Bollenhaus, wie die weiße Abgrenzung auf der Abbildung zeigt. Entlang der weiß gepunkteten Wege wird das Reisig eingesammelt. Das Reisig sollte von den Anrainern gut zugänglich entlang der ausgewiesenen Wege abgeladen und die anderen Bewirtschafter dadurch nicht behindert werden. Das Reisig darf vom Fahrweg aus nicht hinter den Gräben abgeladen werden, da sonst die Maschinen das Material nicht greifen können. Witterungsbedingt kann es an feuchten Stellen zu Verzögerungen bei der Abholung kommen, dann erfolgt die Abholung zu einem späteren Zeitpunkt.

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Es darf nur holziges Material, kein Grünschnitt und keine Gartenabfälle bereitgelegt werden, da das Material geschreddert und energetisch verwertet wird. Die Schnittgutabfuhr läuft von Montag, 18. Februar bis Montag, 4. März. In dieser Zeit werden die Häckselplätze Öschingen und Belsen zusätzlich unter der Woche von 8 bis 17 Uhr sowie samstags zu den gewohnten Zeiten geöffnet sein. Ab Montag wird zudem ein temporärer Sammelplatz auf dem Aible-Parkplatz eingerichtet, so dass zu flexibleren Zeiten angeliefert werden kann. Witterungsbedingte Änderungen werden kurzfristig über das Amtsblatt und die Website der Stadt Mössingen sowie die Websites des Netzwerks Streuobst Mössingen (www.netzwerk-streuobst.de, www.energiebuendel-und-flowerpower.de) angekündigt.

Nach fünf Jahren Schnittgutabfuhr beginnt nun auch die Abfolge der Abfuhrgebiete rund um Mössingen wieder von vorne.

Die Durchführung der Maßnahme wird von der Stadt Mössingen finanziert und über den Landschaftserhaltungsverband VIELFALT e.V. mit Landesmitteln gefördert. Die Schnittgutabfuhr wird von der AiS-Grüngruppe „Streuobst und Naturschutz“ durchgeführt. Begleitend werden Biotoppflegemaßnahmen durch die Grüngruppe umgesetzt, ebenfalls im Auftrag der Stadt Mössingen und unterstützt durch VIELFALT e.V..

Netzwerk Streuobst wissenschaftlich begutachtet

Karolin Gums studierte Nachhaltiges Regionalmanagement an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg und verfasste als Abschlussarbeit eine Bachelorarbeit zum Thema „Wirkungsanalyse von Streuobstinitiativen am Beispiel des Netzwerks Streuobst Mössingen“. Dazu nahm sie eine repräsentative Befragung in Mössingen vor, um herauszufinden, inwiefern und in welchem Maße sich die Arbeit des Netzwerks Streuobst auf die Wahrnehmung, das Bewusstsein und die Handlungen der Bevölkerung auswirkt. Kurzfassung: Sie wirkt.

Quasi nebenbei ergaben sich aus der wissenschaftlichen Studie weitere wichtige, teils erstaunliche Erkenntnisse für die Arbeit des Netzwerks Streuobst. Dazu zählt zum Beispiel die Aussage, dass die Mössingerinnen und Mössinger einen sehr starken persönlichen Bezug zum Streuobst haben:

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96% stimmen der Aussage zu, dass Streuobstwiesen zu Mössingen gehören, 93% halten ihren Schutz und Erhalt für wichtig, 90% fühlen sich dieser Landschaft verbunden und 81% interessieren sich für regionale Streuobstprodukte. Woher diese hohe Verbundenheit kommt, ergibt sich vielleicht auch aus der nachfolgenden Grafik:

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Denn praktisch jeder zweite Mössinger pflegt selbst eine Streuobstwiese oder hilft bei der Ernte mit. Darüber hinaus unterstützen viele Bürger die Wiesenbewirtschafter durch den Kauf regionaler Streuobstprodukte. Aber wie sehen sie die Arbeit des Netzwerks Streuobst? Kennen Sie es überhaupt? Oh ja:

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Aber werden sie durch die Arbeit des Netzwerk Streuobst auch beeinflusst? Und wenn ja: Wie sehr?

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Dieser Einfluss manifestiert sich zum Beispiel beim Kauf regionaler Streuobstprodukte:

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Über 60 Prozent der Mössingerinnen und Mössinger greifen beim Kauf von Apfelsaft immer, häufig oder gelegentlich zum lokalen Produkt „Der Mössinger“. Bei den alkoholischen Getränken ist der Anteil geringer, diese sind allerdings auch nur punktuell zu erhalten. Gefragt, warum sie sich für regionale Streuobstprodukte entscheiden, sind die Mössinger ganz und gar nicht schwäbisch geizig:

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Gums stellt fest: „An erster Stelle steht die persönliche Motivation, qualitativ hochwertige Produkte zu konsumieren. Neben diesem Beweggrund konsumieren fast genauso viele Befragte gemeinwohlorientiert und nachhaltig, zum Schutz der Natur oder zur Unterstützung der Wirtschaft und sind entsprechend sensibilisiert. Der Preis der Produkte scheint das Kaufverhalten eher weniger zu beeinflussen.“

Neben all diesen Erkenntnissen finden sich in der Arbeit detaillierte Hinweise auf spezielle Korrelationen: Eine davon betrifft etwa die Tafeln am Panoramaweg Streuobst (jetzt „Streuobstwegle“). Diese werden nachweislich von den Spaziergängern gelesen und tragen zur Verbesserung des Informationsstands der Mössingerinnen und Mössinger bei.

Wer sich eingehender mit den Ergebnissen beschäftigen möchte, kann die Bachelorarbeit im Downloadbereich dieser Website oder ein paar Zeilen tiefer herunterladen. Karolin Gums hat mit dieser Arbeit übrigens ihr Studium mit einer sehr guten Bewertung abgeschlossen.

Download
Die vollständige Arbeit kann zur Lektüre heruntergeladen werden (PDF, 2.974 KB). Bitte beachten Sie das Urheberrecht.