1 Panoramaweg Streuobst

Der Panoramaweg ist für viele Mössinger ein beliebter Spazierweg. Hier lässt sich nicht nur die herrliche Aussicht genießen. Schwäbisch effektiv kann man auch gleich nach dem Obst schauen, das früher, auf den gemeindeeigenen „Allmandteilen“ gepflanzt, den Familien zur Grundversorgung diente und einen wichtigen Zuerwerb darstellte. Wie sich dies im Lauf der Jahre wandelte und welchen Nutzen die Streuobstwiesen heute haben – das soll dieser Lehrpfad anschaulich zeigen. Wir wünschen viel Vergnügen!

Der Panoramaweg im Überblick
Beim Anstieg vom Schützenhaus zum Waldrand bietet die erste Tafel (1) eine willkommene Verschnaufpause. Noch ein kurzes Stück bergauf, dann geht es links auf den Weg, der von der Olgahöhe herüberführt.
Auf den nächsten Tafeln erfährt man etwas über die historische Entwicklung der Mössinger Streuobstwiesen (2) und – nach Querung des Ettenfeldgrabens – über ihre Bedeutung im Ökosystem (3). Weiter sieht man aber auch, wo und warum sich Streuobstwiesen – z.B. durch Bebauung und Straßenbau – auf dem Rückzug befinden (4).
Kurz vor dem Feuchtbiotop am Laubensteggraben biegt der alternative Rückweg nach links ab. Aber zunächst geht es auf dem Schotterweg weiter. Kurz nach dem Tümpel werden die typischen Streuobstbäume nicht nur näher beschrieben, sondern lassen sich auf der Allmandfläche auch anfassen (5).
Den Abschluss bilden Informatio­nen zu Pflege und Nutzung der Streuobstwiesen im Jahresverlauf und natürlich auch dazu, wie man ein Allmandteil pachten kann (6). Ein kurzes Stück weiter trifft man auf die Straße, die aus der Stadt zur Lindenstelle führt.
Zurück geht’s auf dem gerade beschriebenen Weg. Bei gutem Wetter empfiehlt es sich, den alternativen Rückweg zu wählen – ein Grasweg mitten durchs schönste Streuobst.

Übersichtskarte Panoramaweg Streuobst

Zitat Oberamtsbeschreibung 1899: Haustrunk ist der Most und jeder geht darauf aus, im Herbst ein möglichst großes Quantum davon einzulegen. Auf die Qualität wird dabei weniger gesehen.Was ist das Besondere an Streuobstwiesen?
Am Fuß der Schwäbischen Alb finden sich viele Flächen, die wegen ihrer ­Hanglage und Kargheit ackerbaulich schon früher nur schwer bearbeitet werden konnten. Also machte man aus der Not eine Tugend und nutzte die Fläche doppelt: Unten das Grünland als Weide, darüber die Obstbäume. Mit dieser Mischkultur sicherte sich die Land­bevölkerung ihre Existenz.
So bildete sich am Albrand entlang ein Band an Streuobstbeständen, das heute noch fast durchgängig besteht. Diese Bestände sind allerdings durch mangelnde Wirtschaftlichkeit und konkurrierende Nutzungen zunehmend gefährdet.

Grafik: Heutige Ausdehnung der Streuobstwiesen um Mössingen

Rund um Mössingen und seine Stadtteile wachsen rund 40.000 Obstbäume, die das Erscheinungsbild der Landschaft entscheidend prägen. Wenngleich der Obstbau an wirtschaftlicher Bedeutung verloren hat, erfüllen die Streuobstwiesen auch heute noch wichtige Funktionen.
Sie dienen nach wie vor der landwirtschaftlichen Produktion von Direktsaft, Most, Schnaps, Dörrobst und Eingemachtem, als Bienenweide zur Honigproduktion und als Weide für Schafe, Ziegen und Rinder, aber auch für Pferde.
Sie sind Lebensraum für zahlreiche, teils gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Sie geben Wind- und Erosionsschutz, schützen das Grundwasser, sind Frischluftproduzenten und Luftfilter.
Streuobstwiesen sind für die Menschen frei zugänglich und bei jeder Jahreszeit schön anzusehen. Die Arbeit auf einer Streuobstwiese ist für viele Menschen Ausgleich zu ihrem Arbeitsleben.


Franz fragtWie weit stehen die Bäume auf Streuobstwiesen auseinander? (Wenn Du gaaanz große Schritte machst, ist ein Schritt ein Meter.)
Wenn ich einmal rund um Mössingen fliege: Wieviele Obstbäume kann ich dabei zählen?
(Die Antworten findest du jeweils auf der nächsten Tafel.)


Download
Panoramaweg Tafel 1
Tafel 1: Panoramaweg Streuobst (PDF, 2.425 KB)

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