5 Bäume einer Streuobstwiese

Als typische Baumarten der Streuobstwiesen gelten der Apfelbaum, der Birnbaum, die Kirsche und der Zwetschgen- oder Pflaumenbaum. Um Mössingen ist es aus alter Tradition üblich, auch Walnussbäume anzupflanzen, die sonst eher selten auf Streuobstwiesen zu finden sind.
Diese Bäume sind – je nach Jahreszeit und Alter – mehr oder minder gut voneinander zu unterscheiden. Wer nicht ganz sicher ist, welchen Baum er gerade vor sich hat, dem kann die untenstehende Erkennungstabelle und die beschrifteten Bäume auf und neben diesem Allmandteil helfen.

Obstbäume erkennen

Obstbäume erkennen – wesentliche Erkennungsmerkmale im Überblick

Nutzen und Wert alter Obstsorten
Von allen Obstarten gibt es verschiedene Sorten. Sie haben unterschiedliche Ansprüche an den Standort und unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Verwendungsmöglichkeiten und Lagerfähigkeit. Es gibt in Mittel­europa über 3.000 Apfelsorten, von denen viele nur in bestimmten Regionen zu finden sind. Aber lediglich etwa 60 Sorten sind im deutschen Handel erhältlich. Streuobstwiesen sind daher eine Art Genreservoir alter Regio­nalsorten. Warum ist diese Sortenvielfalt so wichtig?
Alte Sorten wurden oft wegen ihres herben Geschmacks aus dem Sortiment genommen. Dessen Verursacher sind phenolische Verbindungen im Fruchtfleisch und in der Schale. Die Phenole gehören zur Gruppe der „Sekundären Pflanzenstoffe“, die für Abwehrreaktionen gegen Schaderreger von der Pflanze gebildet werden. Die Sekundären Pflanzenstoffe werden von Ernährungswissenschaftlern auch als „Bio-Aktivstoffe“ bezeichnet, da sie das menschliche Immunsystem positiv beeinflussen.
Bei der Herstellung von Apfelsaft ist man auf säurehaltige und damit häufig ältere Sorten zwingend angewiesen, weil der Saft sonst zu süß würde. Auch Branntwein, Most und Obstwein benötigen neben einem hohen Zuckergehalt das ausgeprägte, intensive Aroma alter Sorten. Und im Haus- und Kleingarten wie auf den meisten Streuobstwiesen helfen krankheitsresistente Sorten, Pflanzenschutzmittel zu vermeiden.
Die heutigen Kultursorten im Intensiv­obst­anbau gehen im Wesentlichen auf dieselben Eltern zurück und sind genetisch verarmt und krankheitsanfälliger. Sie müssen daher meist stärker gespritzt und gedüngt werden. Aber das Einkreuzen zusätzlicher Eigenschaften aus Wild­obst­arten ist aus Sicht der Obstzüchtung ein sehr langer Weg.
Das genetische Potenzial, das in alten Obstsorten steckt, wurde über Jahrhunderte hinweg von unseren Vorfahren entwickelt und selektiert. Eigenschaften, die uns heute als wertlos erscheinen mögen, können in Zukunft bei geänderten Sortenanforderungen plötzlich wieder an Bedeutung gewinnen, denn sie beinhalten eventuell bereits die gewünschten Zuchtziele. Sie führen schneller zum Züchtungserfolg, da sie in ihren Eigenschaften näher an den heutigen Kultursorten angesiedelt sind als Wildobstsorten. Die Erhaltung der genetischen Ressourcen von Obstsorten der Vergangenheit ist deshalb die Grundlage für die Obstsortenzüchtung der Zukunft.

Begehbares Allmandteil

Betreten erwünscht: Das begehbare Allmandteil

Begehbares Allmandteil
Die Streuobstwiese, vor der Sie gerade stehen, ist ein typisches Allmandteil. Bis auf den alten Kirschbaum wurde es 2004 vom Obst- und Gartenbauverein Mössingen mit unterschiedlichen Baumarten und -sorten neu bepflanzt. Hier sind Sie – je nach Jahreszeit – eingeladen, von den verschiedenen Früchten zu probieren, die Unterschiede zwischen den Sorten zu schmecken sowie die Baumarten im direkten Vergleich zu betrachten und zu befühlen.
Da die Bäume relativ jung sind, haben sie zum Teil ihre charakteristische Wuchsform noch nicht ausgeprägt. Diese ist auf dem links angrenzenden Allmandteil bei den älteren Bäumen besser zu erkennen.
Die Bäume rechts der Fläche sind Apfelbäume der Sorte ‚Goldparmäne’. Auch hier sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede – gleiche Sorte, unterschiedlicher Wuchs – deutlich sichtbar.


Franz fragtKannst Du auf den Wiesen diese Blume finden? Weißt Du, wie sie heißt?
Was schätzt Du, wie alt die jüngeren Bäume hier sind? Und der große Kirschbaum weiter hinten auf der Fläche?

Die Antworten zu Tafel 4:
Zäune stellen gefährliche Hindernisse z.B. für Rehe und Hasen dar. Sind sie auf der Flucht, können sie sich daran verletzen.
Das Obst reist um die halbe Erde – ca. 20.000 km.


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Panoramaweg Tafel 5
Tafel 5: Bäume einer Streuobstwiese (PDF, 450 KB)

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