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Most nach Belieben

Auch dieses Mal reichten die Sitzplätze in der Mössinger Kulturscheune nicht aus. Einige konnten noch an Stehtischen Platz finden. Zuletzt mussten aber auch Besucher leider aus feuerschutzrechtlichen Gründen abgewiesen werden. Das große Interesse an dieser Veranstaltung ist erfreulich, das Mostseminar hat in dieser Form Kultcharakter bekommen.

Nachdem im Vorjahr der „Chor der Mönche“ mit einem Mostlied eröffnete, gelang es dieses Mal der Belsemer Sängergruppe Ad Libitum („Nach Belieben“), ein stimmkräftiges Männersextett, das Publikum mit einem Lied auf den Most einzustimmen.

Sextett "Ad Libitum" im Einsatz

Sextett „Ad Libitum“ im Einsatz

Michael Niethammer vom Kulturcafe Chamäleon und Hans Wener vom OGV Mössingen gaben Instruktionen zum Ablauf der Mostbewertung. Mitglieder des Netzwerks Streuobst sorgten für den zügigen Ausschank der Mostproben. Die Aktiven des Kulturcafe Chamäleon kümmerten sich mit Zwiebelkuchen und Schmalzbrot um eine gute Grundlage. An jedem der 14 Tische lag ein neuer Bewertungsbogen aus und so konnte nach gemeinsamem Riechen und Schlürfen über die Punktzahlen diskutiert werden. Während der Verkostung der einzelnen Proben sorgte Christoff Hermann auf dem Akkordeon für die geeignete Atmosphäre. Jeder der etwa 90 Teilnehmer konnte seine Meinung einbringen, und die Beurteilung beeinflussen. Farbe und Klarheit waren jeweils mit 1 bis 3 Punkten zu vergeben, für Geruch, Geschmack und Harmonie konnten jeweils 1 bis 5 Punkte eingesetzt werden. Als Gesamtsumme waren also maximal 21 Punkte pro Probe erreichbar.

Fröhliche Stimmung auch beim Ausschank

Fröhliche Stimmung auch beim Ausschank

Die Stimmung nahm mit jeder Verkostung zu, am Ende unterstützten die Teilnehmer Christoff Hermann mit ihrem Gesang.
Während der Auswertung lieferte Michael Niethammer in einem Powerpoint-Vortrag, geistreich und in urigem Schwäbisch, erhellende Informationen über den Kampf der Mikroorganismen im gärenden Mostfass und erklärte Maßnahmen, ungünstige Vorgänge zu stoppen, um einen qualitativ guten Most zu bekommen. Nach der Auswertung durch Dieter Weimar konnte Hans Wener bei der Siegerehrung die mit Spannung erwarteten Platzierungen bekanntgeben: 1. Sieger wurde erneut Willi Schmalz aus Hirrlingen, den zweiten Platz erreichte Helmut Gugel aus Tübingen und 3. Sieger wurde Edwin Kessler aus Bietenhausen.

So sehen Sieger aus.

So sehen Sieger aus.

Die Organisatoren und Teilnehmer ließen die Veranstaltung in geselliger Runde ausklingen.
Was ist ein Fazit des Seminars? Treibt man einen den Weinherstellern entsprechenden Aufwand (der 1. Sieger Willi Schmalz erläuterte sein aufwendiges Verfahren), so kann man aus geeignetem Kernobst sehr gute Mostgetränke herstellen. Doch auch mit minimalem Aufwand ist ein gut trinkbarer Most zu erzeugen.