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Pressetermin mit Überraschung

„Vor dem Berg“ heißt das Gewann neben dem Mössinger Schützenhaus. Hier traf sich am gestrigen Freitag, 14.10. eine stattliche Anzahl von Personen, um mit myBäumle das neueste Projekt des Netzwerks Streuobst den Vertretern der Presse vorzustellen. Denn in das Projekt involviert waren neben dem Netzwerk Streuobst als Initiator und Motor des vor einem Jahr gestarteten Projekts noch viele weitere Beteiligte: Die Stadt Mössingen als Besitzer der Patenschaftsflächen finanzierte zusammen mit dem Landschaftserhaltungsverband (LEV) die Erstpflege der Flächen. Die Grüngruppe „Streuobst und Naturschutz“ der AiS gGmbH verrichtete diese Arbeit wie gewohnt professionell. Die Website des Projekts, die mit den Daten der Pachtplattform „myStueckle.de“ arbeitet, wurde gemeinsam vom Netzwerk Streuobst, der AiS mit der Tübinger Firma PEAK erarbeitet.

Großer Bahnhof für myBäumle: Pressetermin mitten im Streuobst (Bild: Kolja Schümann)

Großer Bahnhof für myBäumle: Pressetermin mitten im Streuobst (Bild: Kolja Schümann)

Uli Eder vom Netzwerk Streuobst gab einen kleinen Überblick über das Zustandkommen und den Ablauf des Projekts und erklärte die Benutzung der Patenschaftsplattform. Marcus Hölz von der AiS erläuterte, wie die Stückle ausgewählt und gepflegt wurden und was zur dauerhaften Pflege der Bäume und Wiesen notwendig ist. Kolja Schümann, Geschäftsführer des Vereins VIELFALT e.V. führte aus, warum sowohl LEV wie auch PLENUM gerne bei der Finanzierung des Projekts behilflich waren und betonte den Modellcharakter auch dieses Projekts. Oberbürgermeister Michael Bulander beschrieb die Rolle der Stadt Mössingen im Projekt und gab einen Ausblick auf die noch kommenden Aufgaben, insbesondere das für 2017 geplante Streuobstcafé in der PAUSA.

Besonders erfreulich: Zwischen Streuobstbäumen aller Arten, Alter und Pflegezustand konnten bereits die ersten Paten begrüßt werden. Neben der VR Bank Steinlach – Wiesaz – Härten und der Kreissparkasse Tübingen war dies mit Oberbürgermeister Michael Bulander auch schon die erste Privatperson. Der wegen eines anderen Termins verhinderte Unternehmer Michael Padeffke vom gleichnamigen Bäckereiunternehmen sorgte indes mit einer kurzen Mail für einen Paukenschlag. Kurz und knapp schrieb er: „Ich kann den Termin heute leider nicht wahrnehmen, mir ist etwas dazwischengekommen. Wir übernehmen eine Patenschaft für 5 Bäume.“

So kann es weitergehen.

305 Bäume

Mössinger Streuobstlandschaft im Frühling (Luftbild: Hans Wener)

Mössinger Streuobstlandschaft im Frühling (Luftbild: Hans Wener)

Zwar rührt der Name „Streuobst“ daher, dass im Bestand immer wieder Lücken entstehen und deswegen die Bäume wie von Riesenhand gestreut erscheinen. Dennoch gehört zur Pflege eines Streuobst-Stückles auch die Nachpflanzung. Idealerweise wird abgängiger Altbestand immer wieder mit neuen Hochstämmen ergänzt. Idealerweise.

Der Aufruf im Amtsblatt am 31.8.

Der Aufruf im Amtsblatt am 31.8.

Manchmal benötigt es aber auch einen kleinen Anstoß. Einen solchen gab Hans Wener, Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Mössingen am 31. August 2014 mit einem Aufruf im Mössinger Amtsblatt (rechts), man könne über den OGV neue Obstbäume bestellen (wir berichteten): „Mit dieser Maßnahme können Sie unsere Streuobstlandschaft vital erhalten. Sie können Jungbäume passender Sorten zu sehr günstigen Konditionen erwerben. Der Preis pro Baum einschließlich Pfahl und Stammschutz beträgt 10 €. Sie können bis zu 5 Bäume bestellen.“

Dieser Preis ist möglich durch eine Subvention des Landkreises Tübingen, auf Amtsdeutsch „eine Zuwendung nach Richtlinie des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum zur Förderung und Entwicklung des Naturschutzes, der Landschaftspflege und Landeskultur“. Der Antrag dazu wurde bereits im Dezember letztes Jahres gestellt. Gefördert werden Obsthochstämme (Apfel, Birne, Kirsche, Walnuss, Quitten).

Die Bestellkampagne lief zu diesem Zeitpunkt bereits „beängstigend gut“ (Hans Wener). Ursprünglich waren nämlich „nur“ 150 Bäume beantragt. Aber dann, erzählt Hans Wener: „Der Bestellprozess überschlug sich, ich musste noch mal 50 weitere Bäume bei Landratsamt beantragen. Bevor der neue Bescheid kam, hatten wir die Zweihundertergrenze überschritten.“ Was tun? Wener fragte einfach mal beim Mössinger Oberbürgermeister Michael Bulander an, ob nicht die Stadt Mössingen die restlichen Bestellungen bezuschussen könnte. Zu diesem Zeitpunkt waren es 35 mehr als die vom Landratsamt geförderten 200 Bäume. Bulander sagte zu, bekam aber schon bald eine neue Mail:

Hallo Herr OB Bulander

Vielen Dank für Ihre Zusage, die restlichen Baumbestellung von Stadtseite zu übernehmen. Neu ist nun, die Bestelldynamik ist jetzt erst seit 2 Tagen zum Erliegen gekommen und mit den restlichen Bestellungen haben wir die stolze Zahl von 305 Bäumen erreicht. Ich weiß nicht ob ich mich freuen soll, die weitere Arbeit wird nicht weniger. Nun die Frage: Kann die Stadt die überzähligen 105 Bäume (à 15 €) übernehmen oder muss ich die Bestellungen kürzen. Gerne würde ich das gesamte Volumen übernehmen. Sie können mir gerne Bescheid geben.

Mit freundlichen Grüßen
Hans G. Wener

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten:

Hallo Herr Wener,

ja wenn schon, dann stehe ich auch zu meinem Wort, auch wenn sich die Anzahl der Bestellungen plötzlich verdreifacht hat.

Freundliche Grüße und einen schönen Abend
Michael Bulander

Da kann man nur sagen: Danke! Und, damit man sich die Menge besser vorstellen kann, eine kleine Grafik anfügen. Das hier sind 305 neue Bäume für die Mössinger Streuobstwiesen:

305 Bäume

Übrigens: Die Bestellaktion ist nun definitiv ausgelaufen. Die Ausgabe der Bäume findet am Samstag, 8. November im Lehrgarten des OGV Mössingen statt.