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Schnittig ins neue Jahr

Januar ist Schnittzeit bei den Streuobstwiesenbewirtschaftern. Da ist es kein Fehler, Theorie und Praxis der Obstbaumschnittkunst mal wieder aufzufrischen. Eine gute Gelegenheit dazu bietet der Schnittkurs des Obst- und Gartenbauvereins Mössingen am morgigen Donnerstag, 5. Januar (19 Uhr, Theorie im Mössinger Fliegerheim) sowie am Freitag, 6. Januar (13 Uhr, Praxis im Lehrgarten „Im weiten Hardt“). Details finden sich auch auf der Website des OGV.

Guter Schnitt

Dem unwinterlichen Wetter zum Trotz fanden sich auch dieses Jahr wieder rund 100 Obstbaum-Interessierte zum alljährlichen Schnittkurs des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Mössingen ein – der gute Besucherschnitt der Vorjahre konnte am vergangenen Samstag, 9. Januar locker gehalten werden.

Großer Andrang beim OGV Mössingen

Großer Andrang beim OGV Mössingen (Bild: Hermann Haas)

Um guten Schnitt ging es auch in den praktischen Vorführungen der OGV-Spezialisten. Ob Erziehungsschnitt, Beerenstrauch, Problembaum oder Erhaltungsmaßnahme – zu jedem Thema konnten wertvolle Anregungen und neue Erkenntnisse mitgenommen werden.

Mit der Stangensäge geht Hans Wener dem Problembaum an den Kragen (Bild: Hermann Haas)

Mit der Stangensäge geht Hans Wener dem Problembaum an den Kragen (Bild: Hermann Haas)

Hoher Einsatz von Werner Maier (Bild: Hermann Haas)

Hoher Einsatz von Werner Maier (Bild: Hermann Haas)

(Bild: Hermann Haas)

Auch am Vorabend waren bereits um die 80 Schnittwillige zum Theoriekurs von Werner Maier geströmt.

Schnittkurs OGV Mössingen 2016

Volles Haus (Bild: Hans Wener)

Besonders erfreulich: Jahr für Jahr werden jüngere Gesichter gesichtet. Ein Indiz dafür, dass das Thema Streuobst wieder mehr Aufmerksamkeit erfährt.

Ein ausführlicher Bericht findet sich auf der Website des OGV Mössingen.

Theorie und Praxis

Das Jahr fing gut an beim Obst- und Gartenbauverein (OGV) Mössingen: Über 70 interessierte Stücklesbesitzer frischten ihre Schnittkenntnisse beim diesjährigen Schnittkurs auf. OGV-Vorstand Hans Wener berichtet:

Überraschend viele, an die 70 Personen, darunter auch viele erfahrene Obstbaumpfleger, wollten es am Freitagabend beim Theorievortrag von Werner Maier genauer wissen. Anhand von Bildanalysen wurden ihnen Irrwege des Baumschnittes und deren Folgen verdeutlicht. Als wichtiges Rüstzeug wurde die Strategie zum Aufbau einer Oeschbergkrone vermittelt und deren Vorteile belegt. Im Mittelpunkt standen dabei die steile Leitastführung und die Induktion von Fruchtästen nach den Anweisungen von Obstbaurebell Helmut Palmer.
Nach dem Vortrag fand ein intensiver Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern statt. (Die Anweisungen zum Schnitt von Obstbäumen finden sich auch auf der Website des OGV.)

OGV-Vorstand Hans Wener am ungepflegten Altbaum

OGV-Vorstand Hans Wener am ungepflegten Altbaum

Zum Praxiskurs am Samstag fanden sich trotz Wind und Regen wieder mehr als 75 Interessierte ein, die sich auf drei Gruppen verteilten.
Vorstand Hans Wener und Albert Föll demonstrierten an einem großen, ungepflegten Bohnapfelbaum, welche Eingriffe notwendig sind, um dessen Vitalität wieder deutlich zu erhöhen. Solche Bäume besitzen viele der Kursteilnehmer, daher war dieses Beispiel besonders interessant.
Joachim Reutter führte in bewährter Weise in den Schnitt der Beeren ein, gab wichtige Tipps zum Schneiden von Spindelbäumen und zeigte, wie man einen viel zu dichten, pappelförmigen Zwetschgenbaum wieder bodennäher belichtet und in eine pflegeleichte Struktur bringt.
Werner Maier konnte die im Theoriekurs vermittelten Schnittstrategien bei der Umstellung zweier Apfelbäume auf Oeschbergkronen praktisch wiederholen. In kurzer Zeit kann mit minimalem Schnittaufwand ein Hochstamm gepflegt werden. Steile, gerade Leitäste bringen die gewünschten Fruchtäste und reduzieren den Neuzuwachs von unproduktivem Holz.
Ein gutes, scharfes Werkzeug kann die Pflegearbeiten sehr erleichtern. Hier waren die Ratschläge und Vorführungen von Hans Streib zum Schärfen des Werkzeugs sehr hilfreich.
Die durchnässten und fröstelnden Teilnehmer konnten sich zum Schluss in schon gewohnter Weise mit einer Tasse Kaffee und einem sehr guten Palmischbirnenbrand von Hans Klett aufwärmen.

Das Schönste für die Veranstalter war der Tenor vieler Teilnehmer: Ich habe viel gelernt und will dieses neue Wissen bei eigenen Bäumen anwenden.