Streuobst in der Literatur (2)

Zum Glück meiner Kindheit gehörte es, dass meine Mutter es eingekocht und eingeweckt hatte. Pflaumen, Kirschen, Birnen. Wenn ich Glück brauchte, ging ich in den Keller, nahm ein Glas, zog am Gummiring und machte mich über das Glück her. Meist war mir danach schlecht.

Otto Jägersberg, À la carte

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Wolke 17 Plakat

„100 Mitmach-Regionen“ ist ein im ganzen deutschsprachigen Raum gefördertes Projekt, bei dem nachhaltige Lösungen vor Ort erarbeitet und umgesetzt werden sollen. Ganz im Sinne des Agenda-Slogans „global denken, lokal handeln“ finden sich hier Menschen zusammen, um gemeinsam an konkreten Lösungen für eine nachhaltige Zukunft zu arbeiten. Dabei dienen die 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung als Orientierung.

Zentrales Instrument sind regionale „Mitmach-Konferenzen“, bei denen unterschiedliche Akteur:innen einer Region zusammenkommen, um neue Initiativen anzustoßen, in der gemeinsamen Arbeit an Sichtbarkeit und Wirksamkeit zu gewinnen und das Netzwerk der regional Aktiven zu stärken. Eingeladen sind alle Menschen, Organisationen und Initiativen, die sich mit den 17 UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung identifizieren können, die sich vernetzen und vor Ort etwas bewegen möchten.

Nun wird auch das Steinlachtal zur Mitmach-Region, und ein Kernteam bereitet die erste Mitmach-Konferenz im Steinlachtal vor. Sie findet am 15. Juni 2024 in Nehren statt. Start der Konferenz ist um 16 Uhr im Anschluss an das „Beweg-was-Fest“ der Radkutsche Nehren und umfasst vier Blöcke:

Drei Impulsvorträge erklären das Konzept der Mitmach-Regionen und geben Einblicke in einzelne Themen der Konferenz. Danach entwickeln die Teilnehmer:innen an sechs Thementischen konkrete Ideen zu den Bereichen Bildung für nachhaltige Entwicklung, Demokratie stärken, Frauenpower, Klimaschutz, Plastikfrei leben und Selbstversorgung. Im Abschlussplenum werden die gesammelten Ideen noch einmal vorgestellt. Um den Gruppen die Möglichkeit zu geben, sich auszutauschen, sich kennenzulernen und sich zu vernetzen, endet die erste Mitmach-Konferenz mit einem gemütlichen, gemeinsamen Ausklang bei Essen und Trinken.

Die erste Steinlachtäler Mitmach-Konferenz findet statt am Samstag, 15. Juni 2024 von 16 Uhr bis ca. 19 Uhr auf dem Gelände der Radkutsche Nehren, Holzwiesen 8, danach gemütlicher Ausklang. Der Veranstalter „Wolke 17“ ist eine Initiative von Uli Eder, Raphaela Hartmann, Sabine Mall-Eder, Katharina Musiol, Stefan Rickmeyer, Alexander Rothauge, Tanja Schmidt, Heike Sinner, Maja Tillmann und Steffie Völler. Weitere Infos unter wolke17.org, steinlachtal.mitmach-region.org und 17ziele.de.

Tag der Streuobstwiese

Den Tag der Streuobstwiese begingen 50 gut beschuhte Wandersleute auf der vom Schwäbischen Albverein und dem Netzwerk Streuobst gemeinsam angebotenen Führung durchs Mössinger Streuobst.
Die Tour zum Mössinger Stadtjubiläum hatte in einer Kombination der beiden Premium-Spazierwanderwege Leisawegle und Streuobstwegle einen Umfang von 12.500 Schritten – je 10 Schritte für ein Jahr Mössinger Geschichte.

Abmarsch vom Aible …

Sabine Mall-Eder und Ulrich Eder vom Netzwerk informierten die Interessierten bei schönstem Wanderwetter über Historie, Gegenwart und Zukunft der Kulturlandschaft, die Mössingen so sehr prägt.

… Richtung Leisabühl

Wegwart Klaus Jäger vom Albverein beschrieb die aufwendige Arbeit des Vereins bei der Pflege des Wandernetzes und Naturschutzwart Karl Haldenwang steuerte immer wieder profundes und spannend vorgetragenes Fachwissen zur vielfältigen Natur der Streuobstwiesen bei.

Rucksackvesper am Kälberauchtert. SAV-Wegwart Klaus Jäger beschreibt das ausgefeilte Wegesystem des Schwäbischen Albvereins.

Zum Abschluss konnten sich die Wanderer bei Kuchen und Apfelschorle stärken und ein Schlückchen vom brandneuen Netzwerk-Amaretto „Pruno“ probieren.

Letzte Station „Netzwerkstückle“. Hier kann der „Pruno“ probiert werden. Dazu gibt es leckeren Kuchen.

Der „Pruno“ – Kernkraft aus dem Steinlachtal

Amaretto, ist das nicht dieser Mandellikör aus Italien? Weit gefehlt. Der typische, marzipanähnliche Geschmack von Amaretto beruht bei der industriellen Herstellung zwar auf Bittermandelöl, das aber wird überwiegend aus Aprikosenkernen gewonnen. Im Steinlachtal hingegen, wo weder Mandeln (prunus dulcis) noch Aprikosen (prunus armeniaca) wachsen, hat sich das Netzwerk Streuobst Mössingen etwas noch Naheliegenderes ausgedacht: Der hiesige Amaretto basiert auf prunus domestica – auf gut Schwäbisch: Zwetschge.

Hauptgrundlage des zum 1250-jährigen Stadtjubiläum aufgelegten Edelgetränks ist ein sortenreines Streuobstdestillat aus der Oberösterreicher Weinbirne. Mit Zwetschgenkernen und Kandiszucker angesetzt und mehrere Wochen im Keller ausgereift ist der „Pruno“ – so der kernige Name des neuen Likörs – jetzt in einer limitierten Auflage von knapp 300 Flaschen unter dem Slogan „Kernkraft aus dem Steinlachtal“ erhältlich. Eine erste Kostprobe gibt es bei der vom Netzwerk Streuobst und dem Schwäbischen Albverein geführten Wanderung am Tag der Streuobstwiese (Sonntag, 28.4.2024).

Der räse Most

Gerade ist das letzte Mostseminar vorbei, da kommen schon wieder neue Most-Informationen auf uns zu. Denn Michael Niethammers Online-Mostseminar hat eine neue Folge erhalten, die sechste bereits. Thema diesmal: Der räse Most. Gar nicht oberlehrerhaft erklärt Niethammer, was den Most räs werden lässt und was man dagegen tun kann. Gleich jetzt und hier anschauen:

Impressionen vom 19. Mössinger Mostseminar

1 Akkordeon von Christoff Herrmann
1 Vortrag von Michael Niethammer
12 volle Tische
12 Bewertungsbögen (Farbe, Klarheit, Geruch, Geschmack und Harmonie)
17 eingereichte Mostproben
177 Punkte für Helmut Gugel aus Tübingen (3. Platz)
188 Punkte für Gerhard Helle aus Tübingen (2. Platz)
190 Punkte für Thomas Heiner aus Dusslingen (Sieger)

Einen ausführlichen Bericht hat der OGV Mössingen auf seiner Website.

Bürgerbeteiligung für den Streuobstbau

Neue Wege geht der Landkreis Böblingen. Die bestehende Streuobstkonzeption soll mit Hilfe von Bürgerinnen und Bürgern fortgeschrieben werden. Auf einer eigenen Webseite wirbt der Landkreis dafür, dass sich Bewirtschafterinnen, Fachleute und Bürger mit Vorschlägen, Anmerkungen, Ideen und Wünschen daran beteiligen: „Aufbauend auf bereits vorhandene Aktivitäten sollen unter Vernetzung von Akteuren und mit Ihrer Beteiligung neue Maßnahmen erarbeitet werden. Sie können dabei Ideen einbringen, wie das Thema Streuobst noch besser ins Bewusstsein gerückt und wie Sie bei der Bewirtschaftung, Vermarktung etc. unterstützt werden können, um unsere wertvolle Kulturlandschaft dauerhaft zu erhalten.“

Hier geht’s zur Webseite.
Pressemitteilung des Landratsamts Böblingen

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