Logo der ApfelwocheBald ist es wieder soweit: Vom 27.9. bis 4.10.2026 zeigt Mössingen, was es in Sachen Apfel drauf hat. An dieser Stelle stellen wir in loser Reihenfolge einige Highlights vor. Natürlich gibt es das Gesamtpaket wie immer auch als Programmheft (hier herunterladen).

Von den Älteren unter uns hat fast jeder eine eigene Helmut-Palmer-Geschichte zu erzählen. Meine geht so: Als wir per Fahrrad und in Familienstärke auf dem Marktplatz ankamen, suchten wir vergeblich einen Parkplatz für die Stahlrösser und schlossen sie schließlich mangels Alternative an einer Straßenlaterne an. Ein paar Meter entfernt hatte Helmut Palmer seinen Stand auf dem Markt. Bis wir fertig waren mit Anschließen, hatte er schon eine Handvoll Äpfel zusammengeklaubt und gab jedem von uns einen in die Hand. „Gut so“, meinte er. „Wenn jeder mit dem Fahrrad komma dät, hett mr koi Parkplatz-Problem.“ Dann wandte er sich wieder seinem Verkauf zu.

Andere Geschichten berichten davon, wie Kunden zusammengestaucht wurden, weil sie sich nicht palmerkonform verhielten. Oder von 289 Bürgermeister-Wahlkämpfen in einer der 1.111 Kommunen Baden-Württembergs. Oder von Palmers vielen „PM“-Anzeigen im Lokalblatt. Die jüngeren unter uns kennen wenigstens seinen Sohn Boris Palmer oder seine Tochter Gudrun Mangold.

Jedenfalls hat Helmut Palmer auch nach seinem Tod 2004 einen Platz in der baden-württembergischen Landesgeschichte – ob als „Remstal-Rebell“ oder Pomologe, „Vater der Bürgerinitiativen“ oder Bürgermeister-Dauerkandidat (der übrigens 1987 in Dußlingen über 30% der Wählerstimmen erhielt, ohne überhaupt auf dem Wahlzettel zu stehen), Gefängnisinsasse oder erbitterter Kämpfer für den Öschbergschnitt. Grund genug für den preisgekrönten Journalisten Peter Schwarz, „das vogelwilde Leben des Helmut Palmer“ zum Zentrum einer Lesung zu machen, in der er dieses Leben aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.

Sein Vortrag ist nie kopfschüttelnd oder analytisch-kalt, sondern stets warmherzig und erzählend, denn immerhin wurde er von Palmer nicht nur persönlich beschimpft, sondern auch per Fax gelobt. Er erzählt das teils zum Schreien komische, teils zum Heulen tragische Leben des Remstal-Rebellen per Wort und Bild – und Musik. Denn Peter Schwarz bringt den ebenfalls preisgekrönten Gitarristen und Sänger Axel Nagel mit, der zwischen den Texten Lieder von und über Rebellen vorträgt – also von Lebensentwürfen, die wie bei Palmer in kein Raster passen.

  • Café Pausa, Löwensteinplatz
  • Apfelmittwoch, 30.9., 20:00 Uhr
  • Eintrittsgeld: entscheidet jeder selbst

Davor gibt es um 18 Uhr ein Apfelmenü im Café Pausa. Dazu ist allerdings eine Anmeldung erforderlich. Zum Palmer-Abend natürlich nicht.