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„Mistelschleudern“ im Steinlachtal
Die Laubholzmistel breitet sich in den letzten Jahren immer mehr aus und stellt für die ohnehin rückläufigen Streuobstbestände eine zunehmende Gefahr dar. Auf vielen ungepflegten Streuobstwiesen haben sich die Misteln schon so breit gemacht, dass auch gut gepflegte Nachbarwiesen in Mitleidenschaft gezogen und mittlerweile sogar Jungbäume angegriffen werden. Entgegen der landläufigen Meinung steht die Laubholzmistel keineswegs unter Naturschutz. Sie darf und soll von den Obstbäumen entfernt werden.
Unter dem Motto „Ausmisteln!“ rufen das Netzwerk Streuobst und der OGV Mössingen am Samstag, 22.11. zu einer gemeinsamen Mistel-Aktion auf.
Nach einer kurzen Einführung in die Mistelproblematik und einer praktischen Schnitt-Vorführung gehen die Teilnehmer in Gruppen auf Streuobststückle im Gebiet Linden und schneiden dort an befallenen Obstbäumen die Misteln heraus. Weil jede Gruppe von einem erfahrenen Mistelschneider angeleitet wird, kann hier jede und jeder mitmachen.
Natürlich darf auch einfach nur zugeschaut und gelernt werden, um anschließend auf dem eigenen Stückle „auszumisteln“. Denn die Aktion soll vor allem dazu anregen, selbst aktiv zu werden. Darum sind alle Stücklesbesitzer und -pächter in Mössingen samt Teilorten dazu aufgerufen, an diesem Aktionstag (oder auch später im Winter) ihr Stückle mistelfrei zu machen. Die geschnittenen Misteln dürfen auf den Häckselplätzen entsorgt werden.
Treffpunkt: 22.11.2025, 9:30 Uhr beim Parkplatz Linden.
Die Aktion endet gegen 12:30 Uhr.
Sollten Sie in den oben genannten Bereichen eine Obstwiese besitzen oder gepachtet haben und nicht wollen, dass Misteln von Ihren Obstbäumen fachkundig entfernt werden, dann nehmen Sie bitte Kontakt mit dem Netzwerk Streuobst auf unter info@netzwerk-streuobst.de.
Weitere Informationen auf der Projektseite Ausmisteln!.
Immer wieder werden wir gefragt, wo man die Sorten bestimmen lassen kann, die auf dem eigenen Stückle wachsen und die vielleicht einst der Opa gepflanzt hat, aber heute niemand mehr weiß. Da verweisen wir gerne aufs Apfelfest, die große Sortenausstellung dort und die Fachleute, die diese unfassbare Menge zusammengestellt haben. Und manchmal haben wir ja auch bei der Apfelwoche einen Pomologen zu Gast.
Heute dürfen wir auf eine weitere Möglichkeit verweisen. Da müsst ihr aber schnell sein. Denn heute Nachmittag steht Obstexperte Markus Zehnder als Sortenbestimmer zu Verfügung. Wer zwischen 13 und 16:30 Uhr Zeit und vier bis fünf Früchte vom fraglichen Baum zur Hand hat, der kann sich beim Genussmarkt im Landratsamt Tübingen seinen Rat einholen.

Neugierig schauten rund junge und ältere 50 Augenpaare auf die Bühne im Kulturcafé am 4. Oktober, dem Apfelsamstag. Denn hier waren die Märchentanten angesagt und viele spannende Instrumente kündigten schon an, dass hier nicht nur geschauspielert, sondern auch musiziert werden wird. Beim von der Bürgestiftung Mössingen gesponserten Kindertheater legten die beide Märchentanten Ina Z. und Anja Stevenson auch gleich mit Musik los und stimmten die Kinder im Alter von drei bis neun mit Harfen- und Ziehharmonikaspiel auf das nun folgende ein.
Mit Frau Holle stand der Apfel-Märchen-Klassiker schlechthin auf dem Programm. Begleitet von Anja Stevensons traumhaften Harfenklängen erweckte Ina Z all die Figuren zum Leben, die das Märchen so bunt machen. Der Ofen verlangt mit tiefer Stimme geleert zu werden, die Äpfelchen wollen gepflückt sein. Da huschen die Kinderaugen fasziniert hin und her. Nebenbei hüpfen Häschen mit lila Pummelschwänzchen über die Wiese, flankiert von goldenen Elefanten und andere Gestalten, die recht spontan das Tageslicht entdecken. Vor lauter Faszination trauen sich die Kinder kaum, selber Märchenelemente zu erfinden.
Das ändert sich im zweiten Teil des Schauspiels, bei dem die Märchentanten aus Publikumsideen ein neues Märchen zusammenbasteln. Hier kommen besonders viele Instrumente zum Einsatz und untermalen das Schauspiel mit Klangelementen. Und natürlich gibt es auch hier ein Happy End. Auch hier steht wieder der Apfel im Mittelpunkt der Story.
Zum Schluss der Vorstellung dürfen all die Instrumente auch noch bestaunt, angefasst und gespielt werden. Ein wunderschöner Nachmittag – nicht nur für die Kinder.
Beim Aufbau:
Die große Sortenausstellung:
Kleiner Rundgang:
… Esjuwi-Fahrer gebe es, meinte Michael Niethammer bei seinem Soloauftritt im gut gefüllten Pausa-Café am gestrigen Mittwochabend. Kurzfristig ersetzte er den ausgefallenen Duo-Part Roland Herters und zupfte, quetschte, sang und jodelte sich einfach allein durchs Streuobst-Kabarett-Programm. Das aufmerksame Publikum goutierte es am Ende mit anhaltendem Beifall. Vorab gab es wunderbare Streuobst-Häppchen aus der Pausa-Küche. Das war auch gut so, denn das vorletzte Lied handelte vom langsamen Berner Reto, und Michael Niethammer warnte schon vorab: „Geht nochmal aufs WC und holt euch was zu Trinken, das Lied kann dauern.“ Das gejodelte Stück war dann doch sehr viel kurzweiliger – so wie das gesamte Programm davor.
Zurück zum SUV: Den braucht der schaffige Schwabe „samt Henger nadierlich fir sai Schdiggle“. Das Stückle zieht sich wie ein roter Faden durchs Programm. Denn auf diesem wachsen Obstbäume, die gerne mal vom Zitronen- zum Quittenbaum mutieren. Aus dem Obst wird Saft und aus dem Saft wird Most. Eine gute Gelegenheit, das Mössinger Mostseminar und die Feinheiten der Chemie genauer unter die Kabarett-Lupe zu nehmen. Der gelernte Chemielehrer Niethammer spricht dann auch die schwierigsten chemischen Bestandteile aus als wäre er beim Bäcker zum Brötchenholen. Zum Glück verrät sein mostgenialer Freund Edison nach dem fünften Beaujolais endlich, welche beiden Bestandteile am wichtigsten sind für den besten Moscht: „Epfel und Bira“. Den Rest mache der Most selber, denn der sei ebenfalls Schwabe: „Der schafft von alloi.“
Nach Obst, Saft und Most bleibt noch der Schnaps. Wer die bürokratischen Hürden rund um seine Stoffbesitzernummer 16085 und diverse Brenngenehmigungszurückweisungsbescheide gemeistert hat (Lied: „I han an Ofa“), der landet nicht viel später bei Franco in Italien und seinem Rant über den Grappa, der wie man weiß, aus Abfall hergestellt wird und nur Touristen ausgeschenkt wird. Der Kenner hingegen genießt „Ciliegia Belsamico“, auf schwäbisch: Belsemer Kirsch. Weiter galoppiert Niethammers Pferdeapfelpferd durchs pyromanisch veranlagte Starzeltal, erneut nach Italien in Francos Schmiede und zum dortigen Southern Walking, um schließlich in einem Werbeblock für die Projekte des Netzwerks Streuobst zu landen, gefolgt von einer Liebeserklärung ans gastgebende Café Pausa mit seinen vielen regionalen Produkten. „Bei eich, do war’s schee“, swingte der Barde ganz allein die Andrews Sisters im Schlusslied, bevor er mit einem hessisch geslangten Herbstgedicht endete: „Härbsch / Wie du die Blädder färbsch“. Eine Hessin im Publikum assistierte freundlich bei der Aussprache, der Rest applaudierte mit fröhlicher Miene:
Bald ist es wieder soweit: Vom 28.9. bis 5.10. zeigt Mössingen, was es in Sachen Apfel drauf hat. An dieser Stelle stellen wir in loser Reihenfolge einige Highlights vor. Natürlich gibt es das Gesamtpaket wie immer auch als Programmheft (hier herunterladen).
„Die verrückten Mössinger“ hörten wir einmal anerkennend aus dem Streuobstparadies, als ein neues Programmheft mit besonders kreativen Ideen vorgestellt wurde. Immer wieder kommen Vorschläge, die wirklich aus der Reihe fallen. Dieses Jahr kommt solch eine Idee aus dem „verrückten“ mad-Fitnessstudio: Beim Apfelschälwettbewerb geht es darum, so schnell wie möglich einen Apfel zu schälen. Wer dies in der Apfelwoche schneller schafft als ein/e mad-Mitarbeiter/in, gewinnt einen Monat gratis Training! Verrückt, oder?
Wäre es nicht toll, wenn es ein Produkt gäbe, das auf verschiedenste Art angewendet werden kann, das CO₂ bindet statt erzeugt, das die Böden verbessert und in regionalen Kreisläufen funktioniert?
Gibt es. Es heißt Pflanzenkohle.
Im Rahmen der Mössinger Apfelwoche referierte Prof. Michael Weiß vom Steinbeis-Innovationszentrum Organismische Mykologie und Mikrobiologie beim gestrigen Steinlachtäler Stammtisch über dieses erstaunliche Produkt.
Pflanzenkohle entsteht durch die Verkohlung von pflanzlichen Abfällen unter Sauerstoffabschluss. Ein Kilogramm Pflanzenkohle hat die Oberfläche von einem Fußballfeld. Und dadurch eine enorme Speicherungsfähigkeit. Wird sie mit Nährstoffen „aufgeladen“, verbessert sie nicht nur den Boden, sondern speichert auch Wasser und fördert das Pflanzenwachstum. Sie bindet außerdem CO₂ aus der Atmosphäre und hilft so, den Treibhauseffekt zu reduzieren. Pflanzenkohle hat eine Halbwertszeit von 1.000 Jahren und ist damit ein CO₂-Speicher ohne Gefahren für nachfolgenden Generationen. Stattdessen gibt es ertragreiche, gesunde Böden. Weil Pflanzenkohle Reststoffe nutzt, wird Abfall sinnvoll verwertet. Es entsteht eine Kreislaufwirtschaft.
Utopie? Nein, lokale Realität. Auf dem Kastanienhof in Bodelshausen werden jährlich etwa 120 Tonnen Pflanzenkohle aus Landschaftspflegematerial produziert und – weil bei der Produktion Wärme entsteht – nebenbei 200.000 l Heizöl ersetzt, die weitere 780 Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen.
Nachtrag 1.10.
Hier gibt es den Vortrag zum Runterladen (PDF, 56 MB). Die Rechte liegen bei Michael Weiß.
Bald ist es wieder soweit: Vom 28.9. bis 5.10. zeigt Mössingen, was es in Sachen Apfel drauf hat. An dieser Stelle stellen wir in loser Reihenfolge einige Highlights vor. Natürlich gibt es das Gesamtpaket wie immer auch als Programmheft (hier herunterladen).
Die Mössinger Apfelwoche ist auch stets ein Quell des Wissens für pomologisch Interessierte. Fachvorträge aller Art ziehen ein kundiges Publikum an. Dieses Jahr macht Michael Weiß den Auftakt. Im Rahmen des Steinlachtälers Stammtischs hält der Professor am Steinbeis-Innovationszentrum einen Fachvortrag zum Thema „Dünger aus der Streuobstwiese für die Streuobstwiese – Kreisläufe schließen mit Pflanzenkohle“. Pflanzenkohle ist in Mössingen seit unserem Projekt Energiebündel & Flowerpower (2013-2015) nicht nur bekannt. Seit Mai 2025 wird sie in Bodelshausen auch produziert – u.a. aus Mössinger Schnittgut aus den Streuobstwiesen (wir berichteten).
- Café Pausa, Löwensteinplatz 2
- Apfelmontag, 29.9., 19 Uhr
- Wer zum Stammtisch auch Essen wünscht, möge das vorab per Telefon unter 07473.9568846 anmelden.
Drei Tage später schauen wir aus der Gegenwart zurück in die Mössinger Geschichte. Reiner Gaub, dessen Apfelbrand 2023 zum besten in Baden-Württemberg gekürt wurde, macht sich in seinem kurzweiligen Vortrag viele Gedanken zu naheliegenden Fragen: Woher kommt der Branntwein ursprünglich, und wie gelangte er nach Mössingen? Wie schmeckte Schnaps vor 200 Jahren, und was macht einen guten Brand heute aus? Wieso exportierte Mössingen Schnaps bis nach Moskau – und gab es wirklich 300 Brennereien damals? Ist Schnaps gesund oder schädlich? Und was tun mit Opas altem Vorrat? Und damit es nicht nur bei der Theorie bleibt, erwartet aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer zum Abschluss ein Versucherle aus Mössinger Brennereien.
- Vortragsraum in der Pausa-Tonnenhalle, Löwensteinplatz 1
- Apfeldonnerstag, 2.10., 19 Uhr
- Eintritt frei
Bald ist es wieder soweit: Vom 28.9. bis 5.10. zeigt Mössingen, was es in Sachen Apfel drauf hat. An dieser Stelle stellen wir in loser Reihenfolge einige Highlights vor. Natürlich gibt es das Gesamtpaket wie immer auch als Programmheft (hier herunterladen).
Kann man heute noch die alten Märchen erzählen? Tauchen außer in Schneewittchen und Frau Holle noch weitere Äpfel auf? Die Märchentanten wissen die Antwort! Sie erzählen die Geschichten, die alle auswendig zu kennen glaubten mit einem so frischen Elan, dass den Zuschauern die Ohren übergehen. Sie erfinden Nebenhandlungen, beziehen ihr Publikum mit ein und improvisieren wild drauflos, um schließlich atemlos am glücklichen Ende einzutrudeln. Das Ganze wird begleitet, beflügelt und angetrieben durch virtuoses Harfenspiel und andere Klangerlebnisse; das Publikum lernt Instrumente kennen, die es noch nie gesehen oder gehört hat und die wunderbar zart oder wolkenbruchartig gewaltig sein können.
Ina Z tritt seit 30 Jahren als Gauklerin und Sängerin auf. Mit augenzwinkerndem Charme ist sie Erzählerin und Darstellerin in einem und haucht jedem Charakter ein ganz eigenes Leben ein.
Anja Stevenson ist Harfenistin und Klangkünstlerin. Mit sensiblen Fingern erspielt sie Räume und Atmosphären für die Geschichten und lässt sie dadurch wahr werden.
Gemeinsam schaffen sie eine magische Welt, die Groß und Klein in den Bann zieht.
- Kulturscheune, Brunnenstraße 3/1
- Apfelsamstag, 4.10., 16 Uhr
- Alter: alle Kinder ab 3 Jahren
- Dauer: ca. 45 Minuten
- Dank einer großzügigen Spende der BürgerStiftung Mössingen ist der Eintritt frei!












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