Schlagwort: Hochstamm Deutschland

Cultural Landscape Lab

Der sehr rührige Verein Hochstamm Deutschland, bei dem auch wir Mitglied sind, startet jetzt eine neue Initiative, das Cultural Landscape Lab. Die Idee: traditionelles Wissen über Kulturlandschaften wie Streuobstwiesen mit modernen technologischen Innovationen zu verknüpfen.

Dazu lädt Hochstamm Deutschland ab Ende September 2026 regelmäßig dazu ein, verschiedene Themen zu diskutieren. Unabhängig von den Themen beginnen die Treffen mit einer kurzen Einführung und Hintergrundinformationen, gefolgt von einem Vortrag eines eingeladenen Hauptredners. Anschließend geht es in die Diskussion: Was bedeuten die vorgestellten Erfahrungen für nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme? Lassen sich die Erfahrungen auf andere traditionelle Kulturlandschaft übertragen? Die Teilnahme an der Session ist kostenlos und offen für alle. Die Initiatior:innen freuen sich über Personen aus der Praxis, Bewirtschaftung, Verarbeitung, Vermarktung ebenso wie Menschen aus der Wissenschaft und Beratung.

Im ersten Online-Veranstaltungsblock beschäftigt sich das Lab mit einem Thema, das die Fachleute schon seit Jahren beschäftigt: Wasser. Nicht nur Bäume, sondern ganze Landschaften leiden unter hohen Temperaturen und ausbleibenden Niederschlägen. Deshalb soll untersucht werden, wie innovative Bepflanzungs- und Bewirtschaftungsmethoden dazu beitragen können, mehr Wasser in Landschaften zu speichern. Das Thema wird aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und in drei Abendveranstaltungen naturnahe Bepflanzungsmethoden vorgestellt.

-> Details zum Programm, zu den Referent:innen und zur Anmeldung

Leitungsteam Cultural Landscapes Lab: Dr. Ing. Janet Maringer, Dr. agr. Sophia Philipp

4 Euro Stundenlohn

Äpfelberge in Obstsilos bei der Obstannahme

Der Verein Hochstamm Deutschland ermittelt seit 2021 in einem bundesweiten Monitoring, welche Preise Safthersteller und weitere Abnehmer fürs Mostobst bezahlen. Erste Ergebnisse des Preisbarometers wurden nun veröffentlicht:

  • Die Preise lagen weit auseinander – zwischen 6 Euro und 30 Euro für den Doppelzentner konventionelles Obst.
  • Im Schnitt wurden 9,86 Euro für konventionelles Obst und 16,44 Euro für Bio-Mostobst bezahlt.

Ein Abfrageteilnehmer fasste zusammen: „Bei den aktuellen Preisen kommt man etwa auf einen Stundenlohn von 4 Euro, Nebenkosten wie Grundsteuer und Beiträge an die Berufsgenossenschaft und natürlich Benzin und Geräte nicht eingerechnet.“

Hochstamm Deutschland analysiert: „Wir haben in Deutschland eine atomistische Angebotsstruktur, das heißt viele LieferantInnen, wenige Abnehmende. Für eine stärkere Position, die auch Preisverhandlungen ermöglicht, ist ein Zusammenschluss von Erzeugenden sehr wichtig.“

Im Steinlachtal gibt es einen solchen Zusammenschluss, Obstlieferanten können ihr Obst für die „Steinlachtäler“-Produkte abgeben und erzielen so auch bessere Preise für Äpfel und Birnen. Derzeit im Angebot sind Most in zwei Varianten, Apfelsaft und -schorle sowie der Steinlachtäler Cidre.

Aber, so Hochstamm Deutschland: „Auch VerbraucherInnen sind gefragt, mit ihrem Kauf der wertvollen Produkte aus dem Streuobstbau dessen Zukunft zu stützen.“ Denn langfristig sind höhere Mostobstpreise eine wichtige Grundlage für den Erhalt der wertvollen Kulturlandschaft.

Viele Äpfel

Weitere Informationen finden sich in der Pressemitteilung von Hochstamm Deutschland.

Bildquelle: Hochstamm Deutschland

Netzwerk Streuobst Mössingen e.V.
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