Schlagwort: Klimawandel

Immer frühere Kirschblüte in Japan

Wer Streuobst bewirtschaft, registriert den Klimawandel schon länger. Aber nicht so lange wie die Japaner.

Denn die Hauptblütezeit der Kirschbäume in Kyoto, Japan, wird seit dem neunten Jahrhundert aufgezeichnet. Yasuyuki Aono und seine Kollegen von der Universität der Präfektur Osaka haben diese Daten aus historischen Tagebüchern und Chroniken zusammengetragen und die Daten angegeben, an denen Kirschblütenfeste stattfanden oder andere Beobachtungen der Blütezeit gemacht wurden.

Im Jahr 2025 lag der Höhepunkt der Kirschblüte am 4. April.

Diese langfristigen Daten sind ein Indikator für die Veränderung des Klimas. Der Beginn der Kirschblüte wird mit wärmeren Temperaturen in Verbindung gebracht. Seit dem frühen 20. Jahrhundert haben die kombinierten Auswirkungen der Verstädterung und der höheren Temperaturen infolge des Klimawandels dazu geführt, dass sich der Höhepunkt der Kirschblüte allmählich auf einen früheren Zeitpunkt im Jahr verschoben hat.

[entdeckt bei ourworldindata.org]

Streuobst-Methusalems gesucht

Nein, heute wird nicht nach alten Männern auf Leitern gefragt. Vielmehr geht es um diejenigen, an denen die Leitern lehnen. Die Initiative Baumland sucht in und um Deutschland nach uralten Apfelbäumen als Grundlage für die Entwicklung hochstämmiger Unterlagen, die fit für den Klimawandel sind. Und dazu benötigen sie Hilfe, denn sie sucht Mitforschende, die selbst einen oder mehrere sehr alte Apfelbäume (rund 100 Jahre) kennen. Wer den Standort eines solchen Baumes kennt, kann sich hier darüber informieren, wozu die Kampagne dient und wie sie vorgeht. So erhält man mehr Informationen und kann sich anschließend zum Mitmachen anmelden.

Forschungsprojekt „Streuobstwiesen im Klimawandel“

Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und die Technische Universität München untersuchen derzeit in einem vom Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft, Forsten und Tourismus geförderten Forschungsvorhaben den Zustand der Streuobstwiesen und die Auswirkungen des Klimawandels in fünf bayerischen Regionen. Aber man kann auch seine schwäbische Perspektive mit einbringen. Wer möchte, kann noch bis zum 31.Januar 2025 an der deutschlandweiten Befragung teilnehmen. Die Umfrage richtet sich an Personen, welche selbst eine Streuobstwiese bewirtschaften. Gefragt wird nach deren Beobachtungen und Erfahrungen mit Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel und die gewünschte Unterstützung bei der Anpassung der Streuobstwiesen an den Klimawandel.

Die Umfrage ist bis zum 31.Januar 2025 erreichbar über den folgenden Link
www.soscisurvey.de/streuobstklima/

Obstbau im Klimawandel

Gut 30 Interessierte aus dem ganzen Steinlachtal fanden sich am vergangenen Donnerstag zum dritten Steinlachtäler Streuobststammtisch zusammen. Marcus Hölz und Willy Junger begrüßten die Runde, freuten sich über 90 Tonnen angeliefertes Steinlachtäler Obst in diesem Herbst und gelungene Baumpflanzaktionen, die die Verjüngung der Bestände im Steinlachtal weiter vorabtrieben.

Hauptprogrammpunkt war aber der Vortrag von Daniel und Klaus Weissmann vom gleichnamigen Betrieb mit den Sparten Weinbau, Beerenzüchtungen, Obstbau und Baumschule. Klaus Weissmann arbeitet darüber hinaus beim Obstversuchsgut Heuchlingen der LVWO Weinsberg.

„Klimawandel im Obst- und Beerenanbau“ war der Titel des Vortrags und die beiden Weissmanns gingen sehr intensiv auf die Frage ein, inwiefern man dem Klimawandel mit neuen Sorten, aber auch mit entsprechenden Unterlagen begegnen kann. Der Fachvortrag brachte auch gestandenen OGVlern viele neue Erkenntnisse. Im ersten Teil beschäftigte sich Daniel Weissmann mit alten und neuen Unterlagen, und mancher lernte neue Krankheiten wie die Phytoplasmose (Triebsucht), aber auch neue Vermehrungstechniken wie die Meristemvermehrung kennen. Dazu viele Fragen. Kann der Winterprinz den Bittenfelder ersetzen? Wird bei den Birnen der Kirchensaller Sämling vom Virutherm 2 verdrängt? Was sind die Vorteile, was die Nachteile? Malia, Pyrodwarf, Geneva, manchem brummte schon der Kopf.

Dann ging Klaus Weissmann im zweiten Teil auf neue Sorten sein. Für „Die Sorte des Jahres“ hätte er gerne eine Glaskugel, denn dann könnte man die Nachfrage schon zwei Jahre im Voraus planen. Bei neuen Apfelkreuzungen wie Konrad III, Bugastar oder Jucunda sind oft Topaz (Geschmack) und Goldrush (stabiles Holz) beteiligt. Oft dauert es zehn Jahre, bis sich herauskristallisiert, ob eine Sorte Bestand hat oder gar weiterentwickelt werden kann. Insofern ist es wohl gut, dass der Weissmannschen Betrieb schon in dritter Generation lebt. Weitere Themen waren Walnussveredelung (hoher Wärmebedarf!), Traubenanzucht, geniale Himbeeren („Red Mamba“) und die Benennung von Sorten nach Kartoffeln oder Ehefrauen.

Nach etlichen interssierten Nachfragen wurden die Teilnehmer schließlich mit schwirrendem Kopf und vielen neuen Erkenntnissen ins abschließende Fachsimpeln und Netzwerken und dann in den draußen fallenden Schnee entlassen.

Netzwerk Streuobst Mössingen e.V.
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