Mostseminar

Der Most ist das schwäbische Hausgetränk. Leider hat er oft ein Gschmäckle – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Für jüngere Semester ist der Most das Leibgetränk des grantelnden Großvaters und passt nicht in die moderne „Light“-Kultur von Softdrinks und Alkopops. Und tatsächlich schmeckt nicht jeder Hausmost wirklich gut – ob es am schlecht geputzten Fass liegt, an der mangelnden Qualität der Früchte oder am fehlenden Know-how des Herstellers.

Mostseminar

Gestopft voll: Die Mössinger Kulturscheune beim Mostseminar

Seit 2006 bemüht sich das Netzwerk Streuobst Mössingen gemeinsam mit dem Obst- und Gartenbauverein Mössingen und dem Kulturcafé Chamäleon darum, an beiden Zuständen etwas zu ändern. Mit dem „Mostseminar“, das seither jährlich im April in der Kulturscheune stattfindet, verbesserte sich nicht nur der Ruf des Mössinger Mostes, sondern nachweislich auch dessen Qualität.

Mostseminar

Freundliche Bedienung, fröhliche Gesichter: gute Stimmung beim Mostseminar

Ob es der Wettbewerb zwischen den Mostherstellern ist, der durch den unbestechlichen Gaumen des Publikums zur nachhaltigen Qualitätssteigerung führt, ob es das Kulturprogramm ist, das den Veranstaltungsraum regelmäßig schier aus den Fugen platzen lässt, oder ob es die geistreichen Vorträge von Michael Niethammer sind, die das chemisch-physikalische Know-how der Mössinger Mostkultur stetig heben – der Most ist seitdem wieder in aller Munde. Und auch der Altersschnitt beim Mostseminar sinkt von Jahr zu Jahr.

Mostseminar

Verdeckt abgefüllt, offen verkostet: Mit diesem Rezept werden die eingereichten Moste immer besser.

Übrigens hat das Mostseminar dank Michael Niethammer auch eine lyrische Basis:

Was muss man nicht bei Seminaren
von Juristen und Notaren,
von genialen Professoren,
von Dozenten und Doktoren,
die mit klugen Reden prassen,
über sich ergehen lassen.
Hernach ist man als armer Tor
grad so gescheit als wie zuvor.
Denn die Herren mit Genie
bringen trockne Theorie,
anstatt diese zu befeuchten
und mit Praxis zu beleuchten.
Feuchte Praxis bringt zum Trost
bei diesem Seminar der Most.
Denn die fördert den Gedanken,
so dass wir klug nach Hause wanken.

Michael Niethammer

Das 13. Mostseminar findet am 27.4.2018 statt.

2 Gedanken zu „Mostseminar

  1. Goldbeck

    Hallo,

    Wir sind dieses Jahr unter die Obstbauern gegangen und würden gerne am Mostwettbewerb teilnehmen. Auch würden wir gerne über Veranstaltungen informiert werden.
    mit freundlichen grüßen kathrin goldbeck

    Antworten
    1. uli Artikelautor

      Liebe Frau Goldbeck,

      am Mostseminar kann jeder teilnehmen. Wenn Sie Ihren Most zum Wettbewerb einreichen möchten, können Sie Ihre Probe in der Regel am Veranstaltungstag (2016 voraussichtlich am 15.4.) von 17 bis 18.30 Uhr in der Kulturscheune abgeben. Eine telefonische Anmeldung bei Hans Wener (07473/8178) ist sinnvoll. Zu den Proben sollten neben Ihrem Namen kurz die verwendeten Obstsorten, die Behandlung (Verwendung von Hefe, Mostveredler …), die Lagerung (Holzfass, Kunststofffass), Abstich von der Hefe (Zeitpunkt) usw. auf einem beigelegten Blatt vermerkt werden. Als Menge dürften ca. 3 Liter pro Probe ausreichen.
      Weitere Veranstaltungen finden Sie regelmäßig in unserem Terminkalender. Ein Newsletter existiert nicht, allerdings können Sie den RSS-Feed dieser Website abonnieren, um immer aktuell informiert zu sein.

      Viel Freude beim Mosten wünscht
      Ihr Netzwerk Streuobst Mössingen

      Antworten

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