Archiv der Kategorie: Sonstiges

Rote Äpfel gesucht

Da hier mehrere Hundert Menschen mitlesen, die „vom Fach“ sind, versuchen wir es heute mal mit Followerpower: Die Arbeit in Selbsthilfe gGmbH (AiS) sucht rote Äpfel zu kaufen, und zwar gänzlich rot: Nicht nur die Schale soll rot sein, sondern auch das Fruchtfleisch. Ein besonders schönes Exemplar, ein „Weirouge“ ist unten abgebildet. Es muss aber nicht unbedingt diese Sorte sein. Wer solche Äpfel oder Hinweise dazu hat, darf sich gerne bei Johannes Schnar (07473 9568847 oder j.schnar@arbeit-in-selbsthilfe.de) melden.

aufgeschnittener Apfel, bei dem nicht nur die Schale rot ist, sondern auch das Fruchtfleisch

(Bild: Markus Hagenlocher / WikipediaCC BY SA 3.0)

Wiese zu verpachten

Stückle im Glind

Üblicherweise verweisen wir bei solchen Anfragen immer auf die reichweitenstärkere Streuobstbörse, aber dieses Mal machen wir eine Ausnahme. Vielleicht finden wir unter unseren Leserinnen und Lesern ja direkt jemand mit Interesse?

Frau Soland möchte ihre beiden Streuobstwiesen im Belsener Gewann Glind „jemanden überlassen“, so schreibt sie, „der die Wiese und Bäume pflegt und dafür die Früchte verwerten kann“. Dieses Jahr ist noch für die Ernte gesorgt, aber dann:

Habe zwei Flst. (siehe Flurplan) in der Region Glind, die ich gerne verpachten möchte.
Da ich in der Schweiz lebe, kann ich mich nicht recht um die Bäume kümmern.
Die Wiese wird 2x im Jahr gemäht.
Es stehen 3 Mostbirnbäume und 13 Apfelbäume (verschiedene Sorten) auf dem Grundstück.

Frau Soland freut sich über Rückmeldungen unter swisssoland@hotmail.com oder swisssoland@flashcable.ch oder schriftlich an Ingrid Soland, Langäckerstrasse 36, CH-8957 Spreitenbach.

Mistelsymposium

Die Misteln sind nicht nur hierzulande auf dem Vormarsch und gefährden die Streuobstbestände. Der Landschaftsverband Rheinland veranstaltet daher am kommenden Freitag, 28.1. (15-18 Uhr) ein „Mistelsymposium“, das online stattfindet. Ziel der Tagung ist es, „Expertenwissen zusammenzutragen, die Aspekte des Naturschutzes abzuwägen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wie eine weitere Ausbreitung verhindert werden kann. Fachvorträge werden auch Themen wie Vermarktung, Anbau und Ernte beleuchten und zur Diskussion anregen.“ Wer sich für das Thema interessiert, kann sich hier anmelden:

Biologische Station im Kreis Euskirchen e.V.
e.sprunkel@biostationeuskirchen.de
Tel. 02486 95070

438 Tage

Apfel, am Baum hängend

Was wird eigentlich aus einem Apfel, der nicht gegessen wird? Zum Beispiel, weil er in einem Büro liegt, das wegen der Pandemie verlassen wurde. Dessen Besitzer ins Homeoffice wechselte und der den Apfel dabei einfach auf dem Schreibtisch vergaß. Und dessen Kollegin 14 Monate später zurückkehrt und den Apfel findet.

Die Kollegin heißt Rachel Gutman, der Arbeitsplatz befindet sich in den Redaktionsräumen des Magazins „The Atlantic“ in New York. Was mit dem Apfel passierte, schildert Gutman in einem äußerst gut recherchierten und dazu amüsanten Atlantic-Artikel.

Und dann aß sie ihn auf.
„Pretty bitter with hints of apple flavor“.

Auszeichnung für AiS-Grüngruppe

Wir freuen uns sehr, dass unser Partner in vielen Projekten, die AiS-Grüngruppe „Streuobst und Naturschutz“ die Auszeichnung der „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ erhalten hat.
Die Laudatorin Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz lobte die AiS-Grüngruppe als vorbildliches Modell, denn „Naturschutz lebt von gesellschaftlicher Zustimmung“. Dem können wir nur beipflichten und sagen herzlichen Glückwunsch!

Tagblatt-Artikel „Naturschutz ist auch sozial“

Regen und Sonne beim Apfelaktionstag für Kinder

Bibbern und Schwitzen mussten zuerst die Eltern – bei der Auswahl der richtigen Kleidung. Dann bibberten und schwitzten die Kindern. Denn vom windunterstützten Nieselregen um 12 bis zur sengenden Nachmittagssonne um 15 Uhr war alles dabei am Samstag beim Apfelaktionstag für Kinder auf dem Löwenstein. Rund 30 Kinder nutzten die apfeligen Angebote vom Apfelnageln bis zum Seifenraspeln und vom Apfeltaschendruck bis zum Apfelsaftherstellen. Die Eltern gingen derweil spazieren oder wärmten sich im Café Pausa die Finger an einer heißen Tasse Kaffee.

Als kleinen Ausgleich für viele pandemiebedingte Veranstaltungsausfälle – auch das bei Familien beliebte Apfelfest musste abgesagt werden – organisierte das Netzwerk Streuobst Mössingen diesen Tag. Viele glückliche Kindegesichter entschädigten für den hohen Aufwand, der ebenfalls pandemiebedingt betrieben werden musste, um diesen Aktionstag stattfinden lassen zu können.

Mit Muskelkraft wird aus geschredderten Äpfeln leckerer Apfelsaft

Mit Muskelkraft wird aus geschredderten Äpfeln leckerer Apfelsaft

Farbenfroher Apfeltaschendruck

Farbenfroher Apfeltaschendruck

Wie beim Apfelnageln ein Birnenbild entsteht

Wie beim Apfelnageln ein Birnenbild entsteht

Duftige Seifen selber gemacht

Duftige Seifen selber gemacht

Unser „Nein“ zur Endelbergtrasse – jetzt ausführlich

Der Endelberg, von Nehren aus gesehen. Durch diese Streuobstwiesen wird ein 12 Meter tiefer Einschnitt führen.

Der Endelberg, von Nehren aus gesehen. Durch diese Streuobstwiesen wird ein 12 Meter tiefer Einschnitt führen.

Die Bundesstraße 27 zwischen Stuttgart und Balingen ist laut Industrie- und Handelskammer (IHK) die „Lebensader der Region Neckar-Alb“. Nach jahrzehntelanger Bautätigkeit soll nun das vorletzte Nadelöhr auf dieser Strecke beseitigt werden. Die Endelbergtrasse soll die B27 auf vier Spuren um Ofterdingen herum führen. Damit wird ein Plan vollendet, der in sich logisch klingt, aber einen gravierenden Fehler hat: Er stammt aus den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts und geht von damals gültigen Vorstellungen aus. Die aber haben sich geändert:

Heute hat der Naturschutz einen anderen Stellenwert.
Wir haben erkannt, dass jeder Eingriff in die Natur schwerwiegende Konsequenzen hat. Wir wissen, dass Ausgleichsmaßnahmen nur bedingt funktionieren. Wir wissen, dass solche Eingriffe minimiert werden müssen.
Genau deshalb sind in den Planungsunterlagen zur Endelbergtrasse umfangreiche umweltfachliche Untersuchungen zu finden. Sie kommen klar und deutlich zu dem Schluss, dass genau diese Trasse aus Umweltgesichtspunkten die schlechteste ist.

Heute wird Verkehr neu gedacht.
Schon in zehn Jahren wird sich der Verkehr nach und nach verringern. Der motorisierte Individualverkehr nimmt ab, wenn Radschnellwege gebaut werden. E-Bikes erlauben einen größeren Pendlerradius. Neue digitale Vernetzungskonzepte ermöglichen intelligentes Carsharing und Mitfahrmöglichkeiten. Der jahrelang vernachlässigte und rückgebaute Schienenverkehr gewinnt wieder an Bedeutung.
Genau deshalb entsteht derzeit die Regional-Stadtbahn Neckar-Alb. Sie verbindet die Städte und Gemeinden der Region als zukunftsfähiges Mobilitätsangebot mit umsteigefreien ÖPNV-Verbindungen und einem dichten Taktverkehr. Die Straßen werden entlastet, die Pendler gelangen entspannt direkt zur Arbeit.

Heute leben wir in einer digitalisierten Gesellschaft.
Die weltweite Vernetzung durch das Internet bietet neue Möglichkeiten für Industrie 4.0, Homeoffice und z.B. auch flexible Arbeitszeitmodelle. Man muss nicht zu jedem Meeting fahren, nicht jeden Tag oder zur gleichen Zeit zur Arbeit pendeln. Die Corona-Pandemie hat im Brennglasmodus gezeigt, wozu eine digitalisierte Gesellschaft fähig ist.
Genau deshalb monieren Bürgermeister und andere Politiker der Region seit Jahren den schleppenden Breitbandausbau der Bundesregierung. Wäre es nicht besser, das Geld hierin zu investieren statt in bald nicht mehr benötigte Straßen?

Heute denken die Bürgerinnen und Bürger anders.
Bei Wahlen sind Umwelt- und Klimaschutzthemen wichtiger denn je. Die Erderwärmung ist nicht mehr wegzudiskutieren. Kinder und Jugendliche bangen um die Zukunft der Erde und fordern von den Erwachsenen schnelles und gezieltes Handeln. Doch selbst umweltbewusste Menschen wählen notgedrungen den Weg, der am nächsten liegt.
Genau deshalb sollten Radwege und der Schienenverkehr ausgebaut und mit anderen Mobilitätslösungen intelligent vernetzt werden. Es gibt hierfür schon jetzt tolle Konzepte – auch für den ländlichen Raum. Selbst ein so lang geplantes Projekt wie die Umfahrung Ofterdingens muss nicht auf Biegen und Brechen umgesetzt werden. Die Menschen sind bereit für neue Wege.

Heute können wir nicht mehr mit Konzepten aus dem vergangenen Jahrhundert arbeiten.
Die Europäische Union, die Bundesregierung, auch Wirtschaftsvertreter wiederholen es unablässig: Wir wollen nachhaltig planen, wirtschaften und arbeiten. Wir wollen Rücksicht auf die Natur nehmen. Wir wollen keine weiteren Flächen verbrauchen oder versiegeln. Wir wollen den Klimawandel stoppen. Wir wollen global denken und lokal handeln.
Genau deshalb müssen wir jetzt neue Konzepte denken und umsetzen. 110 Millionen Euro kostet die Endelbergtrasse – vorausgesetzt, die alten Kostenberechnungen stimmen überhaupt noch. Mit sehr viel weniger Geld ließe sich eine Ofterdinger Durchfahrt entwickeln, die modellhaft auch für andere Kommunen zeigt, wie sich eine solche Verkehrssituation umwelt- und menschenverträglich umsetzen ließe. Wir stehen an einem Wendepunkt, der Ofterdingen zum Symbol werden lässt. Entweder für eine rückwärtsgewandte Verkehrspolitik. Oder für den Start in eine neue Mobilitätswelt.

Der Vereinszweck des Netzwerks Streuobst Mössingen ist laut seiner Satzung „der Schutz, der Erhalt und die Förderung der Kulturlandschaft Streuobstwiese“. Ein Projekt wie die Endelbergtrasse widerspricht nicht nur diesen Zielen in eklatanter Weise, sondern auch anderen, die damit eng verbunden sind, seien es Naturschutz, Biodiversität, Klimaschutz oder auch Regionalität.

Das Netzwerk Streuobst Mössingen e.V. spricht sich daher gegen die Endelbergtrasse aus.

Unsere Einwände im Detail

Das Netzwerk Streuobst sagt „Nein“ zur Endelbergtrasse.

Quelle: Übersichtslageplan in den Planunterlagen des RP Tübingen, S. 4

Quelle: Übersichtslageplan in den Planunterlagen des RP Tübingen, S. 4

Auf der letzten Sitzung des Netzwerks Streuobst informierten sich die Teilnehmer:innen über den Ausbau der B27 um Ofterdingen. Bei einer abschließenden Abstimmung sprachen sich die Netzwerkler:innen einstimmig (bei einer Enthaltung) gegen die Endelbergtrasse aus. Gleichzeitig wurde beschlossen, dass wir uns öffentlich gegen diese Trassenführung positionieren und auch offiziell Widerspruch einlegen wollen. Die Gründe in Kurzform (wir arbeiten derzeit an einer ausführlichen Begründung hier die ausführliche Begründung):

  • Die teilweise jahrzehntealte Planung ist aus naturschutzfachlicher und verkehrspolitischer Sicht nicht mehr zeitgemäß.
  • Die Eingriffe in die Natur- und Kulturlandschaft sind unverhältnismäßig und irreversibel.
  • Der Flächenverbrauch sowie die Belastung durch Lärm und Schadstoffe sind enorm.
  • Der Nutzen ist angesichts zukünftig sinkender Verkehrszahlen sowie der gleichzeitigen Planung der Regionalstadtplan fraglich.
  • Eine Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger will umweltverträgliche und klimaneutrale Verkehrslösungen.
  • Es gibt Alternativen – sowohl in der Trassenführung als auch in der Verkehrspolitik.

Hilfreiche Links für weitere Informationen:
Planungsunterlagen beim Regierungspräsidium Tübingen
Website des „bündnis nachhaltige mobilität Steinlachtal“

Ausschnitt aus einem Banner des "Bündnis nachhaltige Mobilität / Erhalt des Steinlachtals"

Ausschnitt aus einem Banner des „Bündnis nachhaltige Mobilität / Erhalt des Steinlachtals“