Streuobst-Wiki

Was tun gegen die Kirschessigfliege? Wie behandle ich Frost- oder Hitzerisse am Stamm? Und welche Sorten kommen mit den Herausforderungen des Klimawandels am besten zurecht? Wer früher Antworten auf solche Fragen suchte, musste oft lange recherchieren, Fachbücher durchblättern oder Expertinnen und Experten befragen. Heute geht es deutlich einfacher: Ein Blick in das neue Streuobst-Wiki genügt, und in wenigen Klicks stehen fundierte und praxisnahe Informationen bereit. Und es wächst Schritt für Schritt weiter.

Nachschlagewerk für die Streuobst-Community

Eine Gemeinschaftsinitiative von Streuobstorganisationen im deutschsprachigen Raum hat gemeinsam das neue Streuobst-Wiki entwickelt und gefüllt. Das digitale Nachschlagewerk stellt allen Interessierten kostenlos fundierte und gut verständliche Informationen rund um das Thema Streuobst bereit. Es orientiert sich im Aufbau am Prinzip von Wikipedia und vereint wissenschaftlich geprüfte Erkenntnisse mit praxiserprobtem Wissen. Gemeinsam bereiten die beteiligten Partner die Inhalte redaktionell auf und verweisen transparent auf alle verwendeten Quellen. Übergeordnetes Ziel des Projekts ist es, Streuobstwiesen und andere Streuobstbestände langfristig zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Theorie verstehen und in der Praxis anwenden

Das Streuobst-Wiki eröffnet eine vielseitige und gut verständliche Wissenswelt rund um Streuobstwiesen. Die klar gegliederten Kategorien zeigen, wie Obstbäume erfolgreich gepflanzt, gepflegt und erhalten werden. Leserinnen und Leser finden Informationen zu Bodenpflege, Düngung, Bewässerung, Unterwuchsbewirtschaftung sowie zum Erkennen und Behandeln von Krankheiten, Schädlingen und Parasiten. Besonders hilfreich ist, dass das Wiki nicht nur erklärt, wie etwas funktioniert, sondern auch konkrete Lösungen für typische Herausforderungen bereithält. Wer unsicher ist, wie ein junger Baum geschützt wird oder wie sich der Boden verbessern lässt, findet hier sofort nutzbare Hinweise aus Wissenschaft und Praxis.

Wissen, das gemeinsam wächst

Damit das Streuobst-Wiki weiterwächst und in Zukunft noch umfassendere Informationen bietet, setzt das Projekt auf die Erfahrung und das Fachwissen der gesamten Streuobstgemeinschaft. Ob Praktikerin, Wissenschaftler oder Streuobstberaterin: Alle sind eingeladen, ihr Wissen, ihre Beobachtungen und Materialien beizusteuern. Jede Einreichung hilft dabei, das Wiki zu einem immer wertvolleren Nachschlagewerk für alle zu machen. Wer Inhalte, Hinweise oder Ergänzungen beitragen möchte, wendet sich an das Redaktionsteam, das sich über jede Mitwirkung freut und dafür sorgt, dass neue Inhalte sorgfältig geprüft und qualitätsgesichert in das Streuobst-Wiki einfließen.

Länderübergreifendes Projekt

Die Koordination des Projekts zur Erstellung des Streuobst-Wikis lag bei der Oberlausitz-Stiftung, dem österreichischen Verein Arche Noah und der Stiftung IBZ St. Marienthal. Neben Hochstamm Deutschland e.V. beteiligten sich Streuobst Österreich, die BaumLand-Kampagne, die BUND Kreisgruppe Koblenz sowie die Höhere Bundeslehranstalt und Bundesamt für Wein- und Obstbau Österreich. Die umfangreiche fachliche und technische Arbeit wurde durch das EU-Programm Erasmus+ finanziell unterstützt.

Hier geht’s zum Streuobst-Wiki

Kontakt für Beiträge und Rückfragen
Dr. Michael Schlitt
Oberlausitz-Stiftung
Tel.: 03581/7671350
info@oberlausitz-stiftung.de

[Dieser Beitrag basiert auf einer News von Hochstamm Deutschland e.V.]

Schnittkurs beim OGV Mössingen

Alle Jahre wieder bietet der Obst- und Gartenbauverein Mössingen einen empfehlenswerten Schnittkurs an – wie immer aufgeteilt in Theorie und Praxis:

Theorie: Strategieeinweisung
durch den aktualisierten, bildgestützten Vortrag „Streuobstbäume schneiden – Warum und wie?“ von Werner Maier. Der Referent veranschaulicht wichtige Regeln einer Erziehung zur naturnahen Oeschbergkrone, zeigt kontraproduktive Bemühungen und gibt Tipps für sortenspezifische Abwandlungen.

  • 3. Januar 2026 von 9.30 bis 11 Uhr
  • im Fliegerheim hinter der Spvgg-Sportgaststätte in Mössingen (Lichtensteinstraße 3)

Praxis: Schnittkurs Streuobst
Erfahrene Obstbaumpfleger werden den Schnitt an Streuobstbäumen erläutern und ausführen.

  • 3. Januar 2026 ab 13 bis ca. 15.30 Uhr
  • in und um den Lehrgarten Im weiten Hardt in Mössingen

Der Praxiskurs findet bei jedem Wetter statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Infos direkt beim OGV Mössingen.

Schnittgutabfuhr 2026 im Gebiet zwischen Öschingen und Talheim

Die Arbeit der Streuobstwiesenbewirtschaftenden soll weiter unterstützt werden. Dazu wird die gut etablierte Schnittgutabfuhr für das Material aus der Obstbaumpflege 2026 im Gebiet zwischen Öschingen Süd und Talheim Ost auf einer Fläche von 380 ha erfolgen. Sie dient als Beitrag zum Erhalt unserer wertvollen Kultur- und Naturlandschaft und wird von der Stadt Mössingen in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Streuobst e.V. durchgeführt.

Das im Rahmen des Projektes Energiebündel & Flowerpower vor 11 Jahren entstandene Konzept zur Schnittgutabfuhr wird von der Stadt Mössingen in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Streuobst fortgesetzt. Im Rahmen des Konzepts wurden die Streuobstgebiete auf der Gemarkung in fünf Teilflächen unterteilt. Auf diesen erfolgt im 5-Jahresrhythmus abwechselnd die Schnittgutabfuhr, 2026 zwischen Öschingen und Talheim. Das Gebiet am Filsenberg-Nordhang beginnt bei dem Häckselplatz in Öschingen und umfasst die Gewanne Breitenfeld, Katzenwadel, Bühläcker, Mittleres Gewand, Steinenbühl, Hölzle, Brand, Auchtert und Hagen, wie die weiße Abgrenzung auf der Abbildung zeigt.

Luftbild des Abfuhrgebiets Talheim / Öschingen

Die kurz gestrichelten Linien markieren dabei die Wege, entlang derer die Abfuhr erfolgt. Vorgesehen ist die Schnittgutabfuhr für Mitte Februar, gesammelt werden kann natürlich schon jetzt, die Schnittsaison ist eröffnet! Bitte denken Sie beim Schneiden daran, auch die Misteln zu entfernen, sie schwächen die Obstbäume und machen sie krankheitsanfällig.

Entlang der gut befestigten Wege wird das Reisig eingesammelt. Das Reisig sollte von den Anrainern gut zugänglich abgeladen und die anderen Bewirtschaftenden dadurch nicht behindert werden. Das Reisig darf vom Fahrweg aus nicht hinter den Gräben abgeladen werden, da sonst die Maschinen das Material nicht greifen können. Es darf nur holziges Material, kein Grünschnitt und keine Gartenabfälle bereitgelegt werden, da das Material geschreddert und auf dem Kastanienhof in Bodelshausen energetisch verwertet wird.

Vorgesehen ist die Schnittgutabfuhr für Mitte Februar, voraussichtlich werden dann auch die beiden Häckselplätze Öschingen und Belsen erweiterte Öffnungszeiten haben. Der genaue Zeitrahmen der Schnittgutabfuhr kann witterungsbedingt erst kurzfristig festgelegt werden. Genaue Informationen dazu folgen und werden über das Amtsblatt und die Website der Stadt Mössingen sowie die vorliegende Website bekannt gegeben.

Die Durchführung der Maßnahme wird von der Stadt Mössingen finanziert und über den Landschaftserhaltungsverband VIELFALT e.V. mit Landesmitteln gefördert.

myStueckle 3.0 ist jetzt online

Die Älteren unter uns werden sich erinnern: Früher war das Pachten eines Mössinger Allmandteils gar nicht so einfach. Einmal jährlich wurden freie „Stückle“ ausgepflockt und Interessenten angeschrieben. Diese konnten sich dann im Gelände auf die Suche nach einer passenden Parzelle machen. Nicht wenige scheiterten daran oder hatten schon vorher die Lust darauf verloren. Dieser Zustand wurde 2015 mit der Freischaltung von myStueckle.de beendet. Ab sofort konnten sich Interessierte bequem vom Sofa aus im Internet ihr Stückle aussuchen – selektiert nach Obstarten, Zustand und Erreichbarkeit.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Innerhalb eines Jahres kamen über 40 Stückle wieder in Pacht und in der Folge wurde es sogar schwieriger, an ein passables Stückle zu kommen. Darum wurde das Projekt 2018-20 deutlich erweitert und verbessert. Gestern nun wurde die dritte Phase, die 2023 begann, abgeschlossen. Das Gebiet erweiterte sich um 225 Allmandteile in Belsen, wodurch jetzt fast 750 Stückle mit rund 5.000 Bäumen online erfasst sind. Bei einem Pressetermin stellten die Projektbeteiligten – das Netzwerk Streuobst Mössingen, die Stadt Mössingen, die Arbeit in Selbsthilfe (AiS gGmbh) – myStueckle 3.0 vor.

Parallel zur Neuaufnahme wurde das Altgebiet aufwendig „rekartiert“ – also alle Stückle und Bäume noch einmal aufgenommen. Dadurch konnte ermittelt werden, ob das Projekt myStueckle Wirkung gezeigt hat. Es hat. Wie die folgende Grafik zeigt, hat sich der Pflegezustand der gut 500 Stückle am Farrenberg beträchtlich verbessert. Wo vorher ungepflegte Stückle („rot“) überwogen, haben nun deutlich die gut gepflegten Stückle („grün“) die Vormacht übernommen:

Weitere Infos:

Schnittförderung wird fortgesetzt

Gute Nachrichten aus Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg: Die finanzielle Förderung für das Schneiden von Obstbäumen wird fortgesetzt. Die Förderperiode verringert sich von fünf auf drei Jahre. Statt wie bisher zwei Schnitte pro Baum à 15 Euro wird nun ein Schnitt pro Baum mit 18 Euro vergütet. Das ist im Ergebnis dieselbe Summe pro Baum und Jahr. Ob das Programm nach 2028 weitergeführt wird, bleibt allerdings unklar.

Die Pressemitteilung des MLR im Wortlaut.

Ausmisteln 2025

Drei von Misteln befallene Bäume im Steinlachtal

„Mistelschleudern“ im Steinlachtal

Die Laubholzmistel breitet sich in den letzten Jahren immer mehr aus und stellt für die ohnehin rückläufigen Streuobstbestände eine zunehmende Gefahr dar. Auf vielen ungepflegten Streuobstwiesen haben sich die Misteln schon so breit gemacht, dass auch gut gepflegte Nachbarwiesen in Mitleidenschaft gezogen und mittlerweile sogar Jungbäume angegriffen werden. Entgegen der landläufigen Meinung steht die Laubholzmistel keineswegs unter Naturschutz. Sie darf und soll von den Obstbäumen entfernt werden.

Unter dem Motto „Ausmisteln!“ rufen das Netzwerk Streuobst und der OGV Mössingen am Samstag, 22.11. zu einer gemeinsamen Mistel-Aktion auf.

Nach einer kurzen Einführung in die Mistelproblematik und einer praktischen Schnitt-Vorführung gehen die Teilnehmer in Gruppen auf Streuobststückle im Gebiet Linden und schneiden dort an befallenen Obstbäumen die Misteln heraus. Weil jede Gruppe von einem erfahrenen Mistelschneider angeleitet wird, kann hier jede und jeder mitmachen.
Natürlich darf auch einfach nur zugeschaut und gelernt werden, um anschließend auf dem eigenen Stückle „auszumisteln“. Denn die Aktion soll vor allem dazu anregen, selbst aktiv zu werden. Darum sind alle Stücklesbesitzer und -pächter in Mössingen samt Teilorten dazu aufgerufen, an diesem Aktionstag (oder auch später im Winter) ihr Stückle mistelfrei zu machen. Die geschnittenen Misteln dürfen auf den Häckselplätzen entsorgt werden.

Treffpunkt: 22.11.2025, 9:30 Uhr beim Parkplatz Linden.

Die Aktion endet gegen 12:30 Uhr.

Sollten Sie in den oben genannten Bereichen eine Obstwiese besitzen oder gepachtet haben und nicht wollen, dass Misteln von Ihren Obstbäumen fachkundig entfernt werden, dann nehmen Sie bitte Kontakt mit dem Netzwerk Streuobst auf unter info@netzwerk-streuobst.de.

Weitere Informationen auf der Projektseite Ausmisteln!.

Sortenbestimmung

Immer wieder werden wir gefragt, wo man die Sorten bestimmen lassen kann, die auf dem eigenen Stückle wachsen und die vielleicht einst der Opa gepflanzt hat, aber heute niemand mehr weiß. Da verweisen wir gerne aufs Apfelfest, die große Sortenausstellung dort und die Fachleute, die diese unfassbare Menge zusammengestellt haben. Und manchmal haben wir ja auch bei der Apfelwoche einen Pomologen zu Gast.

Heute dürfen wir auf eine weitere Möglichkeit verweisen. Da müsst ihr aber schnell sein. Denn heute Nachmittag steht Obstexperte Markus Zehnder als Sortenbestimmer zu Verfügung. Wer zwischen 13 und 16:30 Uhr Zeit und vier bis fünf Früchte vom fraglichen Baum zur Hand hat, der kann sich beim Genussmarkt im Landratsamt Tübingen seinen Rat einholen.

Apfelwochen-Rückblick: Die Märchentanten



Logo der ApfelwocheNeugierig schauten rund junge und ältere 50 Augenpaare auf die Bühne im Kulturcafé am 4. Oktober, dem Apfelsamstag. Denn hier waren die Märchentanten angesagt und viele spannende Instrumente kündigten schon an, dass hier nicht nur geschauspielert, sondern auch musiziert werden wird. Beim von der Bürgestiftung Mössingen gesponserten Kindertheater legten die beide Märchentanten Ina Z. und Anja Stevenson auch gleich mit Musik los und stimmten die Kinder im Alter von drei bis neun mit Harfen- und Ziehharmonikaspiel auf das nun folgende ein.

Mit Frau Holle stand der Apfel-Märchen-Klassiker schlechthin auf dem Programm. Begleitet von Anja Stevensons traumhaften Harfenklängen erweckte Ina Z all die Figuren zum Leben, die das Märchen so bunt machen. Der Ofen verlangt mit tiefer Stimme geleert zu werden, die Äpfelchen wollen gepflückt sein. Da huschen die Kinderaugen fasziniert hin und her. Nebenbei hüpfen Häschen mit lila Pummelschwänzchen über die Wiese, flankiert von goldenen Elefanten und andere Gestalten, die recht spontan das Tageslicht entdecken. Vor lauter Faszination trauen sich die Kinder kaum, selber Märchenelemente zu erfinden.

Das ändert sich im zweiten Teil des Schauspiels, bei dem die Märchentanten aus Publikumsideen ein neues Märchen zusammenbasteln. Hier kommen besonders viele Instrumente zum Einsatz und untermalen das Schauspiel mit Klangelementen. Und natürlich gibt es auch hier ein Happy End. Auch hier steht wieder der Apfel im Mittelpunkt der Story.

Zum Schluss der Vorstellung dürfen all die Instrumente auch noch bestaunt, angefasst und gespielt werden. Ein wunderschöner Nachmittag – nicht nur für die Kinder.

« Ältere Beiträge
Netzwerk Streuobst Mössingen e.V.
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.