Schnittgutabfuhr 2021

Bereits zum achten Mal findet die Mössinger Obstbaum-Schnittgutabfuhr statt. Dieses Jahr im Gebiet zwischen Öschingen und Talheim.

Vieles ist dieses und wird auch nächstes Jahr anders sein als bisher. Die Schnittgutabfuhr für das Material aus der Obstbaumpflege als notwendige Unterstützung der Streuobstwiesenbewirtschafterinnen und Bewirtschafter und damit als Beitrag zum Erhalt unserer wertvollen Kultur- und Naturlandschaft bleibt bestehen. 2021 wird die Schnittgutabfuhr im Gebiet zwischen Öschingen Süd und Talheim Ost auf einer Fläche von ca. 230 ha erfolgen.

Abfuhrgebiet 2021

Abfuhrgebiet 2021

Das Gebiet am Filsenberg-Nordhang beginnt beim Häckselplatz in Öschingen und umfasst die Gewanne Breitenfeld, Katzenwadel, Bühläcker, Mittleres Gewand, Steinenbühl, Hölzle, Brand, Auchtert und Hagen, wie die weiße Abgrenzung auf der Abbildung zeigt. Entlang der gestrichelt dargestellten Wege wird das Reisig eingesammelt. Das Reisig sollte von den Anrainern gut zugänglich entlang der ausgewiesenen Wege abgeladen und die anderen Bewirtschafter dadurch nicht behindert werden. Das Reisig darf vom Fahrweg aus nicht hinter den Gräben abgeladen werden, da sonst die Maschinen das Material nicht greifen können. Es darf nur holziges Material, kein Grünschnitt und keine Gartenabfälle bereitgelegt werden, da das Material geschreddert und energetisch verwertet wird.

Vorgesehen ist die Schnittgutabfuhr für Ende Februar, voraussichtlich werden dann auch die beiden Häckselplätze Öschingen und Belsen erweiterte Öffnungszeiten haben. Weitere Informationen werden folgen und werden, wie der genaue Zeitpunkt, der witterungsbedingt erst kurzfristig festgelegt werden kann, über das Amtsblatt und die Website der Stadt Mössingen sowie die Website des Netzwerks Streuobst Mössingen e.V. (www.netzwerk-streuobst.de) sowie die Tagespresse angekündigt. Natürlich kann jetzt schon gesammelt werden, die Schnittsaison hat schließlich bereits begonnen und der Lockdown bietet die Chance, sich etwas ausführlicher der Obstbaumpflege zu widmen – vielleicht auch gleich die Mistelausbreitung durch radikale Entfernung aus den Obstbäumen zu stoppen und eine natürliche Weihnachtsdekoration zu erhalten.

Die Durchführung der Maßnahme sowie der Biotoppflegemaßnahmen im Gewann Tabakäcker wird von der Stadt Mössingen finanziert und über den Landschaftserhaltungsverband VIELFALT e.V. mit Landesmitteln gefördert. Schnittgutabfuhr und Pflegemaßnahmen werden von der Grüngruppe der AiS durchgeführt. Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter www.energiebuendel-und-flowerpower.de und unter www.netzwerk-streuobst.de.

Auszeichnung für AiS-Grüngruppe

Wir freuen uns sehr, dass unser Partner in vielen Projekten, die AiS-Grüngruppe „Streuobst und Naturschutz“ die Auszeichnung der „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ erhalten hat.
Die Laudatorin Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz lobte die AiS-Grüngruppe als vorbildliches Modell, denn „Naturschutz lebt von gesellschaftlicher Zustimmung“. Dem können wir nur beipflichten und sagen herzlichen Glückwunsch!

Tagblatt-Artikel „Naturschutz ist auch sozial“

Reutlinger Projekt: Alte Sorten erhalten

Mit der Broschüre „Die Vielfalt unserer Obstsorten“ ist jetzt ein kleiner Schlussstrich unter das Sortenerhaltungsprojekt des Kreisobstbauverbandes im Landkreis Reutlingen und der Grünflächenberatungsstelle im Landratsamtes Reutlingen gezogen worden. Im Jahr 2015 war der Startschuss und insgesamt 800 Obstwiesen Besitzerinnen und Besitzer meldeten 5.177 Bäume. Dabei kamen 461 Sorten Äpfel, Kirschen, Birnen und Zwetschgen zum Vorschein. Knapp 30 davon, von denen es weniger als drei bekannte Bäume gibt, wurden als sichererungswürdig eingestuft.

Broschüre "Die Vielfalt unserer Streubostwiesen"

In der Broschüre werden speziell die Sorten vorgestellt, die im Sortenerhaltungsgarten gesichert wurden und von hier aus auch wieder vermehrt werden sollen. So dass das kulturelle Erbe der Sorten und ihrer Nutzung auch in Zukunft wertgeschätzt werden kann. Zu finden sind in der Broschüre seltene lokale Sorten wie Aglishardter Kalvill, Fetzerapfel, Christiansapfel, Bastlespafel oder Betzelsbirne, jeweils mit einer ausführlichen Beschreibung.

Die Broschüre ist in der Geschäftsstelle des Kreisverbands der Obst- und Gartenbauvereine im Landratsamt, Kreisamt für nachhaltige Entwicklung, Haydnstr. 5-7 in Reutlingen, E-Mail: gruenflaechenberatung@kreis-reutlingen.de für eine Schutzgebühr von 2 Euro erhältlich.

Bericht zum Projekt unter swp.de (Südwest Presse online)

Hessische Fördergelder gegen Misteln

"Mistelschleudern" bei Gomaringen

„Mistelschleudern“ bei Gomaringen

Misteln sind nicht nur hierzulande ein ernstzunehmendes Problem. Wie sich der Frankfurter Rundschau entnehmen lässt, haben auch hessische Streuobstaktive die Bekämpfung des Schmarotzers auf die Agenda gesetzt. Unterstützt werden sie dabei vom hessischen Umweltministerium, denn dieses finanziert die Entfernung der Misteln mit Fördergeldern. Wäre das nicht auch in Baden-Württemberg denkbar?

Direkt zum Beitrag in der FR

Corona-Mostseminar

Seit 15 Jahren veranstaltet das Netzwerk Streuobst Mössingen zusammen mit dem Kulturcafe in der Kulturscheune Mössingen ein Mostseminar mit Mostverkostung und Prämierung sowie einem Fachvortrag.

Wegen Corona finden die Mostseminare2020 und 2021 leider nicht statt. Das Mostseminar-Urgestein Michael Niethammer stellt daher seine Kurzvorträge in Häppchen zu jeweils fünf bis zehn Minuten in fortschreitender Reihenfolge auf seine Website www.michelskabarett.de in die Rubrik „Mostseminar“! Bislang haben sich dort fünf Folgen angesammelt.

Michael Niethammers Mostseminar
www.michelskabarett.de

Vom Obst zum Most - Mostseminar online von Michael Niethammer

Vom Obst zum Most – Mostseminar online von Michael Niethammer

Apfelerlebnis pur

Viel Spaß hatten die Naturkids am vergangenen Freitag. Zu Gast beim Obst- und Gartenbauverein Mössingen drehten die Kids mit Rollblitz und Eimern ausgestattet eine Runde über das Gelände und sammelten alle gefallenen Äpfel ein. So kam eine bunte Mischung unterschiedlichster Sorten, Farben, Formen und Aromen zusammen. Da musste man schon mal zubeißen für den direkten Vergleich!

Der Muser macht Matsch aus den Äpfeln.

Der Muser macht Matsch aus den Äpfeln.

Dann ging es ans Eingemachte: die frisch gewaschenen Äpfel wurden mit der Apfelmühle in schweißtreibender Handarbeit zerkleinert und so für das Pressen mit der Hydropresse vorbereitet. Kein Problem für die starken Jungs und Mädels, denn zum Durstlöschen stand ja genügend frisch gepresster Apfelsaft zur Verfügung! Abgefüllt in die mitgebrachten Flaschen kamen die Familienmitglieder zu Hause mit in den Genuss und es ließ sich anschaulich vom Erlebten berichten.

Aus der Hydropresse kommt der frische Apfelsaft heraus.

Aus der Hydropresse kommt der frische Apfelsaft heraus.

Das nächste Treffen findet am Freitag, 20.11.2020 um 14 Uhr statt. Dazu sind weitere Kinder herzlich eingeladen. Wer Interesse hat, kann sich per Mail unter kindergruppe@netzwerk-streuobst.de oder telefonisch unter 07473-959495 anmelden.

Jägerin bei den Naturkids

Besonderen Besuch hatten die Naturkids bei ihrem letzten Treffen: Die Jägerin und frischgebackene Naturpädagogin Martina Neuscheler kam mit vielen Fellen und Schädeln im Gepäck zum ersten Treffen nach einer sehr langen Sommerpause.

Ui, ist der weich!

Ui, ist der weich!

Begeistert wurde alles befühlt und die Gebisse auf die Kautauglichkeit getestet. Welches Tier isst was? Warum ist das Fell des Rehwilds im Winter braungrau und kuschelweich und nur im Sommer rotbraun, dafür sehr rauh? Was, bei uns gibt es Marderhunde? Wieso sind Ober- und Unterkieferknochen nicht bei allen Tieren fest verbunden sondern nur durch die Muskeln eingebunden?

Zum Abmarsch in den Wald blies Jagdkollege Peter Hasel für die Gruppe das Jagdhorn. Und dann ging es auf Spurensuche – ein echtes Erlebnis, das wir gerne wiederholen wollen!
Zum vollen Glück hat das Ehepaar beigetragen, das gerade Karotten frisch vom Acker geholt hat und jedem Kind spontan eine angeboten hat. Erde grob abgewischt und knack – war das lecker! Herzlichen Dank auch dafür!

Karotten - direkt vom Acker

Karotten – direkt vom Acker

Das nächste Treffen der NaturKids steht schon am Freitag, 23.10.2020 von 14 bis 16 Uhr an, der Treffpunkt ist themenspezifisch wechselnd und wird bei der Anmeldung unter kindergruppe@netzwerk-streuobst.de bekannt gegeben.

Regen und Sonne beim Apfelaktionstag für Kinder

Bibbern und Schwitzen mussten zuerst die Eltern – bei der Auswahl der richtigen Kleidung. Dann bibberten und schwitzten die Kindern. Denn vom windunterstützten Nieselregen um 12 bis zur sengenden Nachmittagssonne um 15 Uhr war alles dabei am Samstag beim Apfelaktionstag für Kinder auf dem Löwenstein. Rund 30 Kinder nutzten die apfeligen Angebote vom Apfelnageln bis zum Seifenraspeln und vom Apfeltaschendruck bis zum Apfelsaftherstellen. Die Eltern gingen derweil spazieren oder wärmten sich im Café Pausa die Finger an einer heißen Tasse Kaffee.

Als kleinen Ausgleich für viele pandemiebedingte Veranstaltungsausfälle – auch das bei Familien beliebte Apfelfest musste abgesagt werden – organisierte das Netzwerk Streuobst Mössingen diesen Tag. Viele glückliche Kindegesichter entschädigten für den hohen Aufwand, der ebenfalls pandemiebedingt betrieben werden musste, um diesen Aktionstag stattfinden lassen zu können.

Mit Muskelkraft wird aus geschredderten Äpfeln leckerer Apfelsaft

Mit Muskelkraft wird aus geschredderten Äpfeln leckerer Apfelsaft

Farbenfroher Apfeltaschendruck

Farbenfroher Apfeltaschendruck

Wie beim Apfelnageln ein Birnenbild entsteht

Wie beim Apfelnageln ein Birnenbild entsteht

Duftige Seifen selber gemacht

Duftige Seifen selber gemacht

Unser „Nein“ zur Endelbergtrasse – jetzt ausführlich

Der Endelberg, von Nehren aus gesehen. Durch diese Streuobstwiesen wird ein 12 Meter tiefer Einschnitt führen.

Der Endelberg, von Nehren aus gesehen. Durch diese Streuobstwiesen wird ein 12 Meter tiefer Einschnitt führen.

Die Bundesstraße 27 zwischen Stuttgart und Balingen ist laut Industrie- und Handelskammer (IHK) die „Lebensader der Region Neckar-Alb“. Nach jahrzehntelanger Bautätigkeit soll nun das vorletzte Nadelöhr auf dieser Strecke beseitigt werden. Die Endelbergtrasse soll die B27 auf vier Spuren um Ofterdingen herum führen. Damit wird ein Plan vollendet, der in sich logisch klingt, aber einen gravierenden Fehler hat: Er stammt aus den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts und geht von damals gültigen Vorstellungen aus. Die aber haben sich geändert:

Heute hat der Naturschutz einen anderen Stellenwert.
Wir haben erkannt, dass jeder Eingriff in die Natur schwerwiegende Konsequenzen hat. Wir wissen, dass Ausgleichsmaßnahmen nur bedingt funktionieren. Wir wissen, dass solche Eingriffe minimiert werden müssen.
Genau deshalb sind in den Planungsunterlagen zur Endelbergtrasse umfangreiche umweltfachliche Untersuchungen zu finden. Sie kommen klar und deutlich zu dem Schluss, dass genau diese Trasse aus Umweltgesichtspunkten die schlechteste ist.

Heute wird Verkehr neu gedacht.
Schon in zehn Jahren wird sich der Verkehr nach und nach verringern. Der motorisierte Individualverkehr nimmt ab, wenn Radschnellwege gebaut werden. E-Bikes erlauben einen größeren Pendlerradius. Neue digitale Vernetzungskonzepte ermöglichen intelligentes Carsharing und Mitfahrmöglichkeiten. Der jahrelang vernachlässigte und rückgebaute Schienenverkehr gewinnt wieder an Bedeutung.
Genau deshalb entsteht derzeit die Regional-Stadtbahn Neckar-Alb. Sie verbindet die Städte und Gemeinden der Region als zukunftsfähiges Mobilitätsangebot mit umsteigefreien ÖPNV-Verbindungen und einem dichten Taktverkehr. Die Straßen werden entlastet, die Pendler gelangen entspannt direkt zur Arbeit.

Heute leben wir in einer digitalisierten Gesellschaft.
Die weltweite Vernetzung durch das Internet bietet neue Möglichkeiten für Industrie 4.0, Homeoffice und z.B. auch flexible Arbeitszeitmodelle. Man muss nicht zu jedem Meeting fahren, nicht jeden Tag oder zur gleichen Zeit zur Arbeit pendeln. Die Corona-Pandemie hat im Brennglasmodus gezeigt, wozu eine digitalisierte Gesellschaft fähig ist.
Genau deshalb monieren Bürgermeister und andere Politiker der Region seit Jahren den schleppenden Breitbandausbau der Bundesregierung. Wäre es nicht besser, das Geld hierin zu investieren statt in bald nicht mehr benötigte Straßen?

Heute denken die Bürgerinnen und Bürger anders.
Bei Wahlen sind Umwelt- und Klimaschutzthemen wichtiger denn je. Die Erderwärmung ist nicht mehr wegzudiskutieren. Kinder und Jugendliche bangen um die Zukunft der Erde und fordern von den Erwachsenen schnelles und gezieltes Handeln. Doch selbst umweltbewusste Menschen wählen notgedrungen den Weg, der am nächsten liegt.
Genau deshalb sollten Radwege und der Schienenverkehr ausgebaut und mit anderen Mobilitätslösungen intelligent vernetzt werden. Es gibt hierfür schon jetzt tolle Konzepte – auch für den ländlichen Raum. Selbst ein so lang geplantes Projekt wie die Umfahrung Ofterdingens muss nicht auf Biegen und Brechen umgesetzt werden. Die Menschen sind bereit für neue Wege.

Heute können wir nicht mehr mit Konzepten aus dem vergangenen Jahrhundert arbeiten.
Die Europäische Union, die Bundesregierung, auch Wirtschaftsvertreter wiederholen es unablässig: Wir wollen nachhaltig planen, wirtschaften und arbeiten. Wir wollen Rücksicht auf die Natur nehmen. Wir wollen keine weiteren Flächen verbrauchen oder versiegeln. Wir wollen den Klimawandel stoppen. Wir wollen global denken und lokal handeln.
Genau deshalb müssen wir jetzt neue Konzepte denken und umsetzen. 110 Millionen Euro kostet die Endelbergtrasse – vorausgesetzt, die alten Kostenberechnungen stimmen überhaupt noch. Mit sehr viel weniger Geld ließe sich eine Ofterdinger Durchfahrt entwickeln, die modellhaft auch für andere Kommunen zeigt, wie sich eine solche Verkehrssituation umwelt- und menschenverträglich umsetzen ließe. Wir stehen an einem Wendepunkt, der Ofterdingen zum Symbol werden lässt. Entweder für eine rückwärtsgewandte Verkehrspolitik. Oder für den Start in eine neue Mobilitätswelt.

Der Vereinszweck des Netzwerks Streuobst Mössingen ist laut seiner Satzung „der Schutz, der Erhalt und die Förderung der Kulturlandschaft Streuobstwiese“. Ein Projekt wie die Endelbergtrasse widerspricht nicht nur diesen Zielen in eklatanter Weise, sondern auch anderen, die damit eng verbunden sind, seien es Naturschutz, Biodiversität, Klimaschutz oder auch Regionalität.

Das Netzwerk Streuobst Mössingen e.V. spricht sich daher gegen die Endelbergtrasse aus.

Unsere Einwände im Detail