Archiv für den Autor: uli

Ausgemistelt

Hans Weners Kurzbericht von einer Aktion des harten Kerns der Mistel-AG des Netzwerks Streuobst: „Coronagerecht mit ‚Stangensägenabstand‘ (7,5m) waren Martin und ich gestern in Sachen Mistel am Nehrener Gässle aktiv. An sechs Bäumen haben wir vier Hänger Misteln entfernt und bis zum Sonnenuntergang abgefahren.“ Brütende Vögel wurden selbstverständlich nicht gestört.

Baum vor der Aktion mit Misteln

vorher

Baum nach der Aktion ohne Misteln

nachher

geschnittene Misteln auf Hänger

Hänger voll? Abgefahren!

geschnittene Misteln auf Hänger

Mistelhaufen

Ausgemistelt!

100 myBäumle-Patenschaften

Am 14. Oktober 2016 startete das Patenschaftsprojekt myBäumle mit vier Paten. Das waren die VR Bank Tübingen, die Kreissparkasse Tübingen, die Bäckerei und Konditorei Padeffke sowie der Mössinger Oberbürgermeister Michael Bulander. Drei Tage später waren es schon sieben Paten. Und seitdem reißt der Zuspruch nicht ab. Offenbar haben wir mit dem Projekt einen Nerv getroffen.

Es gibt viele Menschen, denen unsere Natur- und Kulturlandschaft Streuobst am Herzen liegt, die sich aber aus verschiedensten Gründen nicht selbst aktiv dafür einsetzen können. Für sie ist „myBäumle“ eine Möglichkeit, sich indirekt zu engagieren. Mit dem gespendeten Geld können wir die Pflege der Bäume und Flächen bezahlen. Die Arbeit vor Ort verrichtet die inklusive AiS-Grüngruppe „Streuobst und Naturschutz“.

Logo von myBäumle

Anfang April konnten wir den 100. Patenschaftsvertrag abschließen. Wie es der Zufall so will: Die gemeinsamen Paten Johannes Schnar und Bianca Rein arbeiten beide bei der AiS und setzen sich auch in ihrer täglichen Arbeit fürs Streuobst ein. Jo organisiert unter anderem den Streuobst-Geräteverleih „Schaff‘s gut!“ und Bianca arbeitet im Café Pausa, in dem die myBäumle-Früchte verarbeitet und verkauft werden.

Mittlerweile gibt es viele Geschichten rund um myBäumle. Der am weitesten entfernte Pate lebt in Australien, das Geschenk eines in Tübingen lebenden Freundes, der seinerseits eine Patenschaft geschenkt bekommen hatte. Verschenkt wurde übrigens etwa ein Viertel der Patenschaften. So gibt es jetzt Patinnen in Hamburg und München, in Hessen und in der Schweiz. Aber die meisten stammen natürlich von hier: drei Viertel aus dem Kreis Tübingen und gut die Hälfte direkt aus Mössingen. Eine Patin aus dem Schwarzwald heißt sogar selbst „Bäumle“ mit Nachnamen. Es gibt ganze Familien, bei der jeder seinen eigenen Patenbaum hat. Die jüngste Patin ist knapp zwei Jahre alt, denn sie erhielt ihren Baum zur Geburt. Wolfgang Pusch erspielte bei einem myBäumle-Benefiz-Konzert im Dezember 2019 so viel Geld, dass er seiner verstorbenen Frau Theresia zehn Patenbäume widmen konnte. Die Fahrrad- und Klimaschutzinitiative „Critical Mass“ ist ebenso Pate wie die Stiftung KBF. Unsere Patin Gudrun Steinmann sorgt für modische Akzente auf der Streuobstwiese.

Womit wir nicht gerechnet hätten: 80% der Pat:innen sind Privatpersonen, nur 20% fallen auf Unternehmen oder Institutionen. Die jedoch kommen aus den unterschiedlichsten Branchen und können sicher sein, dass ihr Logo auf den Patenschaftstafeln von vielen Menschen gesehen wird, denn fast alle Patenschaftsflächen liegen direkt an den Premiumwanderwegen „Dreifürstensteig“ und „Mössinger Streuobstwegle“. Eine gute Gelegenheit, auf unsere myBäumle-Broschüre für Unternehmen hinzuweisen. Liebe Unternehmen, eine Patenschaft lohnt sich!

Titelseite der myBäumle-Broschüre für Unternehmen

Obstkischtle

Der Freundeskreis Mensch aus Gomaringen bietet jetzt ein „Obstkischtle“ an.

Obstkischtle des Freundeskreis Mensch

Das Kischtle ist 50,2 cm breit, 35,4 cm tief und 18,4 cm (2-lattig) oder 28,4 cm (3-lattig, wie im Bild) hoch. Natürlich stapelbar und auch für nichtobstige Inhalte nutzbar. Weitere Infos hat:

Freundeskreis Mensch
Werkstattladen
Werkstattzentrum Gomaringen
Robert-Bosch-Straße 25
72810 Gomaringen
07072.6001-135

Streuobst ist immaterielles Kulturerebe

Streuobstäpfel

Der Streuobstanbau ist in das nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Den Beschluss der Kulturministerkonferenz begründete Kunststaatssekretärin Petra Olschowski wie folgt: „Dem Streuobstanbau kommt als Kulturform mit einem breiten Repertoire an traditionellen Praktiken und Wissen, das auch immer wieder neue Einflüsse aufnimmt, große Bedeutung zu.“ Mit mehr als 100.000 Hektar Streuobstwiesen verfüge Baden-Württemberg zudem europaweit über die bedeutendsten Streuobstbestände. „Mit rund 5.000 Tier- und Pflanzenarten zählen sie zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa und sind wertvolles Gen-Reservoir für rund 3.000 Obstsorten. Streuobstwiesen sind auch touristisch attraktive Kulturlandschaften, die das baden-württembergische Landschaftsbild prägen“, sagte Olschowski.

Herzlichen Glückwunsch, Streuobst!

Weitere Links:
unesco.de
baden-wuerttemberg.de
hochstamm-deutschland.de

Schnittgutabfuhr bis 21.3. verlängert

Die Schnittgutabfuhr 2021 wird witterungsbedingt nochmals um eine Woche verlängert, bis Sonntag, 21. März 2021. Die Streuobstwiesenbewirtschafter*innen sind aufgrund der kühlen Witterung derzeit mitten in der Obstbaumpflege. Aus diesem Grund wird die Schnittgutabfuhr zwischen Talheim und Öschingen nochmals verlängert. Bis dahin werden alle gekennzeichneten Wege auch mehrfach durch die Grüngruppe der AiS angefahren, so dass kein Schnittgut liegen bleiben wird! Sollten witterungsbedingt einzelne Bereiche nicht zugänglich sein, wird das Material zeitnah abgeholt.

Entsprechend bleiben auch die Häckselplätze in Öschingen und Belsen zusätzlich unter der Woche von 8 bis 17 Uhr sowie samstags zu den gewohnten Zeiten geöffnet.

Nutzen Sie das Angebot und verpassen Sie Ihren Bäumen einen frischen Schnitt. Besonders wichtig ist es derzeit, auch die Misteln zu entfernen, da sie sich zunehmend in den Streuobstwiesen ausbreiten und unsere Bäume schwächen!

Der fleißige AiS-Trupp beim Einsammeln des Schnittguts

Der fleißige AiS-Trupp beim Einsammeln des Schnittguts

Streuobstumfrage

Teitelbild große StreuobstumfrageOrganic Tools ist ein junges Unternehmen aus Österreich, das mächtig Wind macht. Angefangen hat das Startup mit der Entwicklung der Obstraupe – einer Obsterntemaschine, die es natürlich auch bei „Schaff’s gut“ auszuleihen gibt. Organic Tools entwickelt die Obstraupe permanent weiter und hat mittlerweile auch einen dazu passenden Sortiertisch im Angebot.

Aber die Jungunternehmer machen sich auch Gedanken über ihre Kunden. Mit welchen Schwierigkeiten haben diese zu kämpfen? Wo benötigen sie Unterstützung? Welche Informationen helfen weiter? Gemeinsam mit der FH Oberöstereich hat Organic Tools eine „große Streuobstumfrage“ durchgeführt, um bessere Daten über den Zustand der Streuobstwiesen, das Preisniveau des Obstes, zu Fördermaßnahmen, Infrastruktur oder auch Weiterbildungsmöglichkeiten zu erhalten. Befragt wurden Bewirtschafter:innen, Verarbeitende, Menschen in der Baumpflege, Vereine und viele andere – sowohl in Österreich als auch in Deutschland. Heraus kam eine 39-seitige Studie, die die Erkenntnisse der Umfrage zusammenfasst.

Studie „Die große Streuobstumfrage 2020“ (PDF, 1.030 KB)
Website von Organic Tools

Schnittgutabfuhr wird verlängert

Die Schnittgutabfuhr des Obstbaumreisigs am Filsenberg-Nordhang hat witterungsbedingt zurückhaltend begonnen. Jetzt türmen sich langsam die Reisighaufen und werden auch gleich wieder durch die Grüngruppe der AiS abgefahren. Um Ihnen mehr Zeit für den Obstbaumschnitt zu geben, wird die Schnittgutabfuhr schon jetzt um eine Woche bis zum 14.3.21 verlängert – entsprechend verlängern sich auch die Öffnungszeiten auf dem Öschinger und Belsener Häckselplatz (unter der Woche von 8 bis 17 Uhr sowie samstags zu den gewohnten Zeiten)!

Nutzen Sie das Angebot und verpassen Sie Ihren Bäumen einen frischen Schnitt. Besonders wichtig ist es derzeit, auch die Misteln zu entfernen, da sie sich zunehmend in den Streuobstwiesen ausbreiten und unsere Bäume schwächen!

Geschnittene Misteln am Wegrand

Schnitter im Nebel

Wer am Samstagmorgen den Panoramaweg Streuobst entlangspazierte, konnte am Stückle des Netzwerks Streuobst ein paar Gestalten im Nebel ausmachen, die Baum für Baum, Ast für Ast den Streuobstbäumen neue Gestalt gaben.

Streuobstbäume im Nebel

Nach und nach häufte sich das Schnittgut und nach und nach lichtete sich der Nebel.

Streuobstbäume im Nebel

Unterwegs waren die Aktiven des Netzwerks Streuobst beim alljährlichen Baumschnitttermin.

Streuobstbäume im Nebel

Und als sich der Nebel lichtete, konnten die Spaziergänger auch sehen, dass alles coronakonform, zweiergruppig und hygienekonzeptisch durchgeführt worden war.

Netzwerkler:innen beim Bäumeschneiden

Wer seine Bäume noch nicht geschnitten hat: Jetzt ist die beste Zeit dafür. Nicht zuletzt, weil demnächst (vom 15.2. bis 7.3.) das Schnittgut abgeholt wird (so man sein Stückle zwischen Öschingen und Talheim hat) beziehungsweise die Häckselplätze in dieser Zeit durchgehend geöffnet sind. Ran an die Bäume!

Streuobstmode

Was trägt der Apfelbaum in diesem Jahr? Wie kleidet sich die Kirsche? Wie wird sich die Zwetschge im Sommer präsentieren? Erste Hinweise auf die aktuelle Streuobstmode 2021 gibt der stets hochaktuell angezogene Patenbaum von Gudrun Steinmann im Gewann Breitwiesen. Rot ist die bevorzugte Farbe, gelungen kombiniert mit dem schwarzen Unterkleid. Witterungsbedingt komplettiert ein weißer Schal das Ensemble.

Gut gekleideter Streuobstbaum bei Mössingen