Schnittprämie – Prüfungskriterien

Wie berichtet, informierte Kreisobstbauberater Joachim Löckelt am 11.3. bei einer Veranstaltung im Lehr- und Schaugarten des Obst- und Gartenbauvereins Mössingen über die Kriterien, die für die Vergabe der Schnittprämie angelegt werden. Die Fachwartvereinigung des KOV Tübingen hat die Ergebnisse der Veranstaltung kompakt zusammengefasst. Hier das Protokoll:

  1. Es soll ein fachgerechter Schnitt sein! Das kann bei Schnittkursen und durch „Lernen vom Baum“ eingeübt werden. Auch die Fachliteratur gibt wertvolle Hilfestellungen (z.B. „Naturgemäße Kronenpflege am Obsthochstamm“ von Hans-Thomas Bosch vom Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee).
  2. Es sollte für die Kontrolle erkennbar sein, dass auch geschnitten wurde! Das Abschneiden von zwei, drei Zweigen reicht nicht.
  3. Bei jüngeren Bäumen einen strukturierten Kronenaufbau anstreben, mit einer klaren Stammverlängerung (Gipfel), drei bis vier dominanten Leitästen und untergeordneten Seiten- bzw. Fruchtästen. Konkurrenztriebe und Gabelungen an den Spitzen der Stammverlängerung und der Leitäste entfernen.
  4. Die Krone soll nach oben offen sein, damit genügend Licht auf alle Astbereiche fällt und eine entsprechend gute Obstqualität erreicht wird.
  5. Bei älteren Bäumen lässt sich oft kein idealer Kronenaufbau mehr herstellen, aber auch hier soll neben dem abgetragenen Holz im unteren Bereich vor allem im oberen Bereich ausgelichtet werden.
  6. Der Baum soll in ein Gleichgewicht zwischen Triebwachstum und Fruchten kommen. Wenn er zu stark treibt, lichten Sie nur mäßig aus und lassen ihn zur Ruhe kommen. Wenn er kaum mehr Neutrieb zeigt, lichten Sie kräftiger aus und entnehmen einen Teil des abgetragenen herunterhängenden Fruchtholzes.
  7. Entfernen Sie an den Leitästen nach innen oder quer wachsende Langtriebe.
  8. Belassen Sie kurzes Fruchtholz als Sonnenschutz gegen Rindenschäden auf den Ästen – kein kahles Gerüst schneiden.
  9. Schneiden Sie letztjährige Triebe in der Regel nicht an (außer während der Erziehung der Mitte und der Leitäste) – die Neutriebe entweder lang lassen, so dass sie im Folgejahr fruchten oder ganz wegschneiden.
  10. Auf sichere Statik des Baumes achten, weit ausladende Äste bei Bedarf auf stammnähere Äste aufleiten.
  11. Keine großen Sägestellen (über 10 cm Durchmesser) am Grundgerüst, sie können über Pilzbefall zum Absterben des Baumes führen.
  12. Möglichst keine Rindenrisse an den Schnittstellen.
  13. Keine Stummel stehen lassen.

Mostseminar: Die Regeln

Das Mössinger Mostseminar geht heuer ins zwölfte Jahr und ist ein Erfolgsmodell. So erfolgreich, dass es schier aus allen Nähten platzt. Das ist einerseits Grund zur Freude, andererseits Jahr für Jahr Anlass über eine räumliche Verlegung nachzudenken. Da es aber keinen passenderen Raum als die Kulturscheune gibt, bleibt es auch dieses Jahr beim gemütlich-engen Beieinander in der Brunnenstraße, denn die Anzahl der zugelassenen Plätze ist beschränkt. Für die eingereichten Mostproben gelten folgende Regeln:

  • Wer einen Most für die Mostprämierung einreichen möchte, muss diesen vorher anmelden. Telefonisch (07473-379750) oder per E-Mail (werner.maier@ogv-moessingen.de)
  • Die Anmeldung ist möglich ab Montag, 24.4. 2017.
  • Einzugsbereich soll der Landkreis Tübingen sein.
  • Pro Person ist nur eine Probe zugelassen.
  • Die zugelassenen Proben müssen am Freitag, 28.4. in der Zeit von 17.00-18:30 Uhr im Kulturcafe, Brunnenstr.3/1 abgegeben werden.
  • Aus organisatorischen Gründen werden die Mostproben auf insgesamt maximal 20 begrenzt.
  • Zu den Proben sollte neben dem Namen des Herstellers kurz auf die verwendeten Obstsorten, die Behandlung (Verwendung von Hefe, Mostveredler), die Lagerung (Holzfass, Kunststofffass), Abstich von der Hefe (Zeitpunkt) usw. auf einem beigelegten Blatt eingegangen werden (dieses Blatt kann auch im Voraus von der Homepage des OGV Mössingen heruntergeladen werden). Als Menge dürften ca. 3 Liter pro Probe ausreichen.

Obstbaum-Schnittgutabfuhr voller Erfolg!

Die Schnittgutabfuhr 2017 im Gebiet zwischen Mössingen Nord und Öschingen ist beendet. Die AiS-Grüngruppe „Streuobst und Naturschutz“ wird jedoch im Interesse der Anrainer das Schnittgut entlang der derzeit nicht befahrbaren Wege in den Halbhöhenlagen des Firstbergs noch einsammeln, sobald es die Witterungsverhältnisse erlauben.

Sowohl entlang der Wege als auch auf den Häckselplätzen wurde deutlich mehr Schnittgut abgeliefert als im Vorjahr. Das Angebot der ganztags geöffneten Häckselplätze ist sehr gut angenommen worden und auch die Qualität des Materials hat nicht gelitten – vielen Dank hierfür!

Obstbaum-Schnittgut wird zu Energie: Häcksler bei der Arbeit.

Obstbaum-Schnittgut wird zu Energie: Häcksler bei der Arbeit.

Die Durchführung der Maßnahme wurde von der Stadt Mössingen finanziert und über den Landschaftserhaltungsverband VIELFALT e.V. mit Landesmitteln gefördert. Die Schnittgutabfuhr wurde von der AiS-Grüngruppe „Streuobst und Naturschutz“ durchgeführt. Begleitend wurden Biotoppflegemaßnahmen durch die Grüngruppe umgesetzt, ebenfalls im Auftrag der Stadt Mössingen und unterstützt durch VIELFALT e.V..

Omel-Etymologie

Nachdem sich der Steinlach-Bote kürzlich zweimal mit der Omel, dem original Steinlachtäler Kirscherntegerät – befasst hat, kam nun die abschließende etymologische Klärung aus Leserinnenkreisen. Woher das Wort „Omel“ stammt, wusste nämlich Erna Oberkirsch aus Belsen: Das lateinische Wort „ama“ (Eimer, Schüssel) wurde im Althochdeutschen zum Flüssigkeitsmaß „âma“ oder „ôma“, was sich in der Steinlachtäler „Omel“ erhielt.

Baumschnittförderung: so wird geprüft

Das Landratsamt Tübingen mit Joachim Löckelt als Fachberater lädt zu einer Informationsveranstaltung für die Teilnehmer an der landesweiten Förderung Baumschnitt-Streuobst (wir berichteten) ein. Die Veranstaltung findet am Samstag den 11. März ab 9.30 Uhr in Mössingen statt. Ende der Veranstaltung ca. 11.00 Uhr. Treffpunkt ist der Lehr- und Schaugarten des Obst- und Gartenbauvereins Mössingen im „weiten Hardt“.

Die Veranstaltung ist kein Schnittkurs. Gezeigt wird der Schnitt an einem Jungbaum, an einem 15-20jährigen Altbaum und ansatzweise wird noch der Altkronenschnitt erläutert. Mit dieser Unterweisung sollen die Standards der Schnitttechnik gezeigt werden, so dass nach den Maßnahmen der einzelnen Bearbeiter der Schnitt akzeptiert werden kann. Es werden auch Negativbeispiele (Kappungen, Huthaken und eingerissene Schnittstellen) angesprochen bzw. gezeigt.

Weiß jemand Omel-Rat?

„Woher kommt eigentlich das Wort Omel?“, fragt der radelnde Steinlach-Boten-Reporter Jürgen Jonas in seiner Samstagkolumne und findet weder im Internet noch im Atlas schlüssige Deutungen. Auch wir haben keine Ahnung und empfanden die Suche im Internet als eher verstörend denn hilfreich.

Kann der geneigte Leser dieser Seite – oder die geneigte Leserin – etwas zur Klärung beitragen? Oder in Jonas‘ Worten formuliert: „Vielleicht weiß jemand Omel-Rat!“

Don’t panic. Alles wird abgeholt!

Die Schnittgutabfuhr 2017 im Gebiet zwischen Mössingen Nord und Öschingen ist in vollem Gange. Die AiS-Grüngruppe „Streuobst und Naturschutz“ ist bereits dabei, das angefallene Material einzusammeln. Aufgrund der großen Mengen wird die Grüngruppe die Wege jedoch auch mehrfach abfahren. Alles bis zum 8. März bereitgelegte Schnittgut wird sicher abgefahren, auch wenn die Grüngruppe in dem Gebiet bereits schon einmal war.

Die AiS-Grüngruppe "Streuobst und Naturschutz" im Einsatz.

Die AiS-Grüngruppe „Streuobst und Naturschutz“ im Einsatz.

So geht's: Vorbildlich bereitgelegtes Material.

So geht’s: Vorbildlich bereitgelegtes Material.

Parallel zur Schnittgutabfuhr werden weitere Landschaftspflegemaßnahmen durchgeführt.

Parallel zur Schnittgutabfuhr werden weitere Landschaftspflegemaßnahmen durchgeführt.

Die AiS-Grüngruppe "Streuobst und Naturschutz" im Einsatz.

Die AiS-Grüngruppe „Streuobst und Naturschutz“ im Einsatz.

Ausführliche Informationen zur Schnittgutabfuhr samt Karte

Badischer Besuch

LEADER ist ein Förderprogramm der Europäischen Union und des Landes Baden-Württemberg für den ländlichen Raum. Ziel ist, die ländlichen Regionen sozial, kulturell und wirtschaftlich zu stärken. Besonders wichtig: Entwicklungsinitiative und Projekte sollen von den Akteuren der Region selbst ausgehen. Die Abkürzung LEADER steht für „Liaison entre actions de développement de l´économie rurale“ (Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft). LEADER zeichnet sich aus durch den Bottom-Up-Ansatz, also einem Projektansatz von unten nach oben. Das bedeutet, dass ausschließlich die örtliche LEADER-Aktionsgruppe über die zu fördernden Projekte entscheidet. LEADER ist nur in festgelegten Programmgebieten möglich. Im Mittelpunkt steht dort eine gezielte Förderung strukturverbessernder und innovativer Maßnahmen.

Der Kraichgau ist seit Januar 2015 LEADER-Region, die sich über die Landkreise Rhein-Neckar, Karlsruhe und Heilbronn erstreckt. Auch im Kraichgau gibt es Streuobst und das war der Grund, warum eine 20-köpfige Delegation des Vereins Regionalentwicklung Kraichgau e.V. am vergangenen Freitag, 17. Februar Mössingen und das Netzwerk Streuobst besuchte. Nach rund zweistündiger Anfahrt traf die LEADER-Exkursion in der Mössinger Kulturscheune ein, wo sie von Oberbürgermeister Michael Bulander und Grünen-Stadträtin und Hausherrin Gabriele Dreher-Reeß begrüßt wurden. Passend zum Thema die Ausstellung im Foyer: „Von Bier, Wein, Schnaps und Most – Prost!“

Angenehmes Ambiente Kulturscheune: Die Kraichgau-Exkursion wird von OB Bulander begrüßt.

Angenehmes Ambiente Kulturscheune: Die Kraichgau-Exkursion wird von OB Bulander begrüßt.

In einem zweistündigen Crash-Kurs führten anschließend Brigitte Hahn, Hans Wener, Sabine Mall-Eder und Uli Eder durch gut zehn Jahre Netzwerk-Arbeit mit vielen Projekten, die offenbar auch überregional bekannt sind: Vom Mössinger Apfelfest samt Apfelwoche über das Biomasse-Projekt „Energiebündel & Flowerpower“ bis hin zu den jungen Webplattformen myStueckle und myBäumle. Fundierte Nachfragen und eifriges Mitschreiben der badischen Gäste zeigten, dass hier viel Sachverstand und großes Interesse versammelt war. Ob Streuobstinitiativler, Brennereibesitzer, Gastronomin oder Fachwart, ob Heimatverein, kommunale Fachmitarbeiterin oder Touristenführerin – für jede/n war ein spannendes Thema dabei.

Interessiertes Fachpublikum: Die Streuobst-Experten aus dem Kraichgau.

Interessiertes Fachpublikum: Die Streuobst-Experten aus dem Kraichgau.

Mit einem echten schwäbischen Mittagessen (Linsen/Spätzle/Saitenwürste) gestärkt ging es dann ins Gelände. Am Panoramaweg Streuobst konnte vieles vom eben theoretisch Erfahrenen in der Landschaft umgesetzt gesehen werden. Wie schaut ein typisches Allmandteil aus, welche Probleme sind in der Landschaft zu erkennen, welches Potential steckt in Premiumwanderwegen – solche und andere Fragen konnten bei strahlendem Sonnenschein live im Streuobst diskutiert werden.

Professionelles Schuhwerk vor Öschinger Bergrutsch-Kulisse: Die Kraichgau-Delegation am Panoramaweg Streuobst.

Professionelles Schuhwerk vor Öschinger Bergrutsch-Kulisse: Die Kraichgau-Delegation am Panoramaweg Streuobst.

Zum Abschluss ging es nochmals zurück nach Mössingen, diesmal zum Löwensteinplatz. Der PAUSA-Schornstein, den man gerade noch von weitem als Zeigefinger der neuen Mitte wahrgenommen hatte, wurde nun aus den Fenstern des neu entstehenden Streuobst-Zentrums in der ehemaligen PAUSA-Kantine bewundert. Das hier geplante Ensemble aus Streuobst-Café, Hauptinformationszentrum des Streuobstparadieses, Streuobstwerkstatt und Geräteverleih fand bei den Gästen aus dem Kraichgau begeisterten Zuspruch. Marcus Hölz von der AiS-Gruppe „Streuobst und Naturschutz“ führte durch die Gebäuder und berichtete von seiner Arbeit. „Vorbildlich“, befand nicht nur Exkursionsleiterin Dorothee Wagner von der LEADER-Geschäftsstelle in Angelbachtal und meinte damit vielleicht auch das Schlückchen vom Birnensecco „Roter Mössinger“, der zum Abschied kredenzt wurde.

Roter Mössinger in der alten PAUSA-Kantine: Hier entsteht im Laufe des Jahres das neue Streuobst-Café.

Roter Mössinger in der alten PAUSA-Kantine: Hier entsteht im Laufe des Jahres das neue Streuobst-Café.

Nach sechs Stunden geballter Information empfahl sich die Badener Delegation und hinterließ als Geschenk sonnenverwöhnten badischen Wein, gepaart mit einer freundlichen Gegeneinladung. Solche Gäste begrüßen wir gerne wieder.

Kaiser-Wilhelm-Wetter

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Strahlender Sonnenschein bei einigen Zentimetern Schnee, kalt, aber nicht zu kalt – dieses allerbeste Schnittwetter erwartete am Samstag, 28. Januar die Aktiven des Netzwerks Streuobst beim alljährlichen Bäumeschneiden am Netzwerk-Stückle. Das neben der Tafel 5 des Panoramawegs gelegene Grundstück hat eine schöne Mischung aus alten und jungen Bäumen. Hier sind Erziehungs- und Pflegeschnitt im Wechsel gefragt. In zwei Gruppen arbeiteten sich die Netzwerkler*innen durch die Reihen durch. Bei der gemeinsamen Diskussion der einzelnen Bäume gab man sich gegenseitig wertvolle Tipps. Das Schnittgut wird der energetischen Verwertung zugeführt. Und auch das gemeinsame Vesper durfte nicht fehlen.

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Häckselplätze erweitern Öffnungszeiten

Während die Schnittgutabfuhr dieses Jahr turnusgemäß im Gebiet zwischen Mössingen Nord und Öschingen stattfindet, gibt es auch für die Bewirtschafter von Streuobstwiesen der restlichen Mössinger Gemarkungsfläche eine wesentliche Erleichterung: Die Häckselplätze in Belsen und Öschingen erweitern ihre Öffnungszeiten drastisch und sind nicht nur Freitags von 14-17 Uhr und Samstags von 10-14 Uhr zugänglich, sondern die gesamte Woche durchgehend von 8 bis 17 Uhr. Diese Erweiterung gilt für die Zeit vom 15. Februar bis 8. März. Wichtig auch hier: Abgeliefert werden darf nur holziges Material (also kein Grünschnitt und keine Gartenabfälle!), da das Material geschreddert und energetisch verwertet wird.