Neues zum Streuobstzentrum in der Pausa

Bildquelle: Präsentation Architekten Mehl im Gemeinderat

Bildquelle: Präsentation Architekten Mehl im Gemeinderat

Auf moessingen.de wird gemeldet:

Umbau und Sanierung der ehemaligen Pausa-Kantine zur Einrichtung eines Streuobst-Informationszentrums mit Café und Regionalladen

Im Juli 2016 hat der Gemeinderat die Sanierung und den Umbau der ehemaligen Pausa-Kantine unter dem Vorbehalt der Beschlussfassung des Vereins Schwäbisches Streuobstparadies e.V. zur Errichtung eines Infozentrums beschlossen. Im September 2016 folgte der Beschluss des Vorstands des Vereins Schwäbisches Streuobstparadies e.V., dass das Streuobstinfozentrum in Mössingen erst eingerichtet wird, wenn die Finanzierung des Projekts gesichert ist. Eine abschließende Entscheidung des Vereins Schwäbisches Streuobstparadies e.V. wird in der Mitgliederversammlung im April 2017 erfolgen. Der Gemeinderat und die Verwaltung begrüßen die Einrichtung eines Streuobstinformationszentrums mit Streuobstcafé und Regionalladen im Pausa-Quartier. Da mit der Sanierung zügig begonnen werden soll, wurde der Baubeschluss einstimmig und ohne Vorbehalt gefasst. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf ca. 2,42 Millionen Euro. Zur Finanzierung des Streuobstinfozentrums wurden insbesondere beim Landkreis Tübingen, den weiteren fünf Mitgliedslandkreisen, dem Land Baden-Württemberg und bei PLENUM Tübingen Investitionsförderanträge gestellt und wurden teilweise bereits zugesagt. Zur Bewältigung der laufenden Kosten sollen langfristige Sponsorenvereinbarungen mit Firmen, Vereinen und Privatpersonen aus der Region getroffen werden.

Nachdem das Pausa-Projekt nun schon seit Jahren in der Planung ist, macht der Gemeinderat damit den entscheidenden Schritt vorwärts, ungeachtet der zögerlichen Haltung des Vereins Schwäbisches Streuobstparadies – für Mössingen ein weiterer wichtiger Baustein in Sachen Stadtmitte und Tourismus.

Pressetermin mit Überraschung

„Vor dem Berg“ heißt das Gewann neben dem Mössinger Schützenhaus. Hier traf sich am gestrigen Freitag, 14.10. eine stattliche Anzahl von Personen, um mit myBäumle das neueste Projekt des Netzwerks Streuobst den Vertretern der Presse vorzustellen. Denn in das Projekt involviert waren neben dem Netzwerk Streuobst als Initiator und Motor des vor einem Jahr gestarteten Projekts noch viele weitere Beteiligte: Die Stadt Mössingen als Besitzer der Patenschaftsflächen finanzierte zusammen mit dem Landschaftserhaltungsverband (LEV) die Erstpflege der Flächen. Die Grüngruppe „Streuobst und Naturschutz“ der AiS gGmbH verrichtete diese Arbeit wie gewohnt professionell. Die Website des Projekts, die mit den Daten der Pachtplattform „myStueckle.de“ arbeitet, wurde gemeinsam vom Netzwerk Streuobst, der AiS mit der Tübinger Firma PEAK erarbeitet.

Großer Bahnhof für myBäumle: Pressetermin mitten im Streuobst (Bild: Kolja Schümann)

Großer Bahnhof für myBäumle: Pressetermin mitten im Streuobst (Bild: Kolja Schümann)

Uli Eder vom Netzwerk Streuobst gab einen kleinen Überblick über das Zustandkommen und den Ablauf des Projekts und erklärte die Benutzung der Patenschaftsplattform. Marcus Hölz von der AiS erläuterte, wie die Stückle ausgewählt und gepflegt wurden und was zur dauerhaften Pflege der Bäume und Wiesen notwendig ist. Kolja Schümann, Geschäftsführer des Vereins VIELFALT e.V. führte aus, warum sowohl LEV wie auch PLENUM gerne bei der Finanzierung des Projekts behilflich waren und betonte den Modellcharakter auch dieses Projekts. Oberbürgermeister Michael Bulander beschrieb die Rolle der Stadt Mössingen im Projekt und gab einen Ausblick auf die noch kommenden Aufgaben, insbesondere das für 2017 geplante Streuobstcafé in der PAUSA.

Besonders erfreulich: Zwischen Streuobstbäumen aller Arten, Alter und Pflegezustand konnten bereits die ersten Paten begrüßt werden. Neben der VR Bank Steinlach – Wiesaz – Härten und der Kreissparkasse Tübingen war dies mit Oberbürgermeister Michael Bulander auch schon die erste Privatperson. Der wegen eines anderen Termins verhinderte Unternehmer Michael Padeffke vom gleichnamigen Bäckereiunternehmen sorgte indes mit einer kurzen Mail für einen Paukenschlag. Kurz und knapp schrieb er: „Ich kann den Termin heute leider nicht wahrnehmen, mir ist etwas dazwischengekommen. Wir übernehmen eine Patenschaft für 5 Bäume.“

So kann es weitergehen.

Das 10. Mössinger Apfelfest

Beim 10. Mössinger Apfelfest purzelten erneut die Rekorde. Noch nie gab es so viele Stände wie dieses Mal, noch nie so viele Produkte, und noch nie so viele verschiedene kulinarischen Genüsse.

Apfelschneidekunst des Kindergartens Hinter Höfen

Apfelschneidekunst des Kindergartens Hinter Höfen

15 Zentner Äpfel machte der NABU an der historischen Presse zu Saft – nur eines von vielen Apfelprodukten, die man an diesem Tag kosten konnte. Apfelpfannkuchen, Apfeldennetle, Apfelwaffeln, Apfelkuchen, Apfelringe, Apfelwasauchimmer – schnell war der Bauch gefüllt. Da half ein feines Apfelschnäpschen bei der Schaubrennerei der Kreisbrenner. Ja, zu schauen hab es auch vieles: Da wurde schaugedrechselt, schaugeflochten, wurden Omeln gefertigt und Rollblitze fuhrwerkten durch die Wiese vor der Pausa-Tonnenhalle.

Schmetterling aus Streuobstholz. Wo sonst gibt es solche Maserungen?

Schmetterling aus Streuobstholz. Wo sonst gibt es solche Maserungen?

120 Teilnehmer am Apfellauf waren da schon lange im Nieselregen unterwegs, der später einem strahlend blauen Himmel Platz machte. 40 Läufer wagten sich auf den anspruchsvollen Halbmarathon mit über 800 Höhenmetern, etliche davon waren auch aus größeren Entfernungen angereist. Die attraktive Kombination aus Berg- und Obstwiesenlauf hat sich in Läuferkreisen herumgesprochen.

Die Obstsortenausstellung der Obst- und Gartenbauvereine Mössingen und Belsen

Die Obstsortenausstellung der Obst- und Gartenbauvereine Mössingen und Belsen

160 Apfelsorten standen im Zentrum einer nicht enden wollenden Schlange um das Herzstück des Apfelfests, die Sortenausstellung. Die von den Obst- und Gartenbauvereinen in mühevoller Kleinarbeit zusammengestellte Schau enthält nahezu jeden heimischen Apfel, so dass die Besucher mithilfe der sachkundigen Betreuer vor Ort oft schnell das Obst aus dem eigenen Garten bestimmen konnten. Hier nur mal die Äpfel, die mit „B“ beginnen:

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699 recht kleine Äpfel lagen in der Obst-Kiste, die das Autohaus Menton ins Zentrum ihres Schätzspiels – und in einen Mini – gestellt hatte. Martin Kostanzer aus Bisingen lag mit seiner Schätzung am dichtesten dran und gewann eine Beatles-Komplettausgabe. „Apple“ heißt deren Plattenfirma.

Kugelschreiber aus Obstbaumholz. Der Phantasie scheinen keine Grenzen gesetzt.

Kugelschreiber aus Obstbaumholz. Der Phantasie scheinen keine Grenzen gesetzt.

1127 mal wurde die Website moessinger-apfelwoche.de allein an diesem Tag angeklickt. Viele Familien wollten sich schnell noch informieren, was alles beim Apfelfest geboten ist. Gerade das Kinderprogramm ließ keine Wünsche offen. Mit dem Spielmobil basteln oder rutschen, Baumklettern, Apfelbaggern, Äpfelangeln, Kleinkinderbetreuung, für alles war gesorgt. Mit der Jugendpflege konnte eine 3D-Brille aus gebrauchten Bag-in-Box-Kartons gebastelt und damit virtuell auf der Streuobstwiese herumspaziert werden. Andere spielten lieber auf dem Apfelklavier .

Das Apfelklavier der Jugendpflege Mössingen: Jedes Äpfelchen ein Tönchen.

Das Apfelklavier der Jugendpflege Mössingen: Jedes Äpfelchen ein Tönchen.

Wieviele Tausend Besucher es waren, konnte niemand genau sagen, die Kennzeichen aber verrieten, dass die Anreisenden oft weite Wege hinter sich ließen. Ein Paar reiste aus Köln an, auch norwegischer Besuch wurde gesichtet. Sie fanden neben bewährten Produkten auch echte Neuheiten beim Jubiläumsfest. Wer sich auf dem offenen Feuer des Kon-Tiki-Meilers Apfelpfannkuchen zubereitete, produzierte nebenbei Biokohle – ein Bodenverbesserer, der auch unterm Apfelbaum seine Wirkung entfalten kann. Hervorragenden Dünger gab es auch am Kinderstand zu erwerben: Erstklassige, fair gehandelte Bio-Pferdeäpfel.

Der Steinlachtäler

Im Oktober nimmt der OGV Gomaringen erstmals Mostobst für den neuen „Steinlachtäler“ an. Die OGV Gomaringen, Nehren, Dußlingen, Mössingen, Belsen und Ofterdingen haben einen neuen gemeinsamen Most entwickelt; er soll neben den bisherigen lokalen Erzeugnissen die Verwertung des Streuobstes unterstützen und dem Most zu neuer Anerkennung verhelfen. Voraussichtlich ab Januar wird er in 0,5-Liter-Flaschen und in zwei Varianten erhältlich sein: „Klassisch“ und „fruchtig“ (mit 15% Saftzugabe). Spritzig sind beide, denn sie bekommen etwas Kohlensäure zugesetzt.

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Bewährter Partner ist Firma Häussermann Säfte aus Neckartailfingen. Sie zahlt auch hier 2,00 Euro auf den Tagespreis. Wir gehen davon aus, dass bestes Obst gebracht wird – Äpfel und Birnen bitte unbedingt getrennt, damit wir Einfluss haben auf das Mischungsverhältnis. Wichtig: Bitte kein unreifes Obst schütteln. Und bitte keine Birnen abliefern, die für die Mostherstellung nicht geeignet sind! Das kann lokal unterschiedlich sein; in Gomaringen sind es „Luxemburger“ und „Grüne Jagdbirne“. Ansonsten wird alles, was geliefert wird und passt, verarbeitet – egal, ob zu Most oder Saft! Wir starten mit 5.000 Litern, und es gibt auch hier Gutscheine.

Das angelieferte Obst wird umgehend zu Häussermann gebracht und verarbeitet; auch das sichert die Qualität. Unser Wirtschäftle ist geöffnet, und es gibt Rote vom Grill und Getränke. Zur Unterstützung der Gomaringer ist jeweils von den beteiligten OGV jemand dabei.

Annahmezeit/-ort: Samstag, 15.10.2016, 13-17 Uhr bei der Jungerschen Scheune/Stockach.
Rückfragen bei Willy Junger (07072 4342) und ab 07.10. bei Günter Letz (07072 8638).

Achtung: Anliefern können nur Mitglieder der OGVs Gomaringen, Nehren, Dußlingen, Mössingen, Belsen und Ofterdingen sowie des Netzwerks Streuobst.

„Streuobst live“

plakat_lra_250Vom 5. bis 8. Oktober 2016 wird das Landratsamt Tübingen zur symbolischen Streuobstwiese. In Zusammenarbeit mit dem Kreisbauernverband werden im Rahmen der „Gläsernen Produktion“ die Streuobstwiesen und ihre Bewirtschafter in den Mittelpunkt gerückt.

Der Auftaktabend am Mittwoch, 5. Oktober 2016 steht unter dem Motto „Streuobstwiesen – Vielfalt schmecken“. Neben der Sortenvielfalt wird die Produktvielfalt zu sehen und auch zu verkosten sein. Abgerundet wird der Abend durch eine Podiumsdiskussion unter anderem mit Landrat Joachim Walter, Bewirtschaftern von Streuobstwiesen, Vertretern aus Naturschutz und Tourismus. Dietlinde Ellsässer wird sich dem Thema auf kabarettistische Weise nähern.

An den Folgetagen stehen die fachlichen Aspekte im Vordergrund und es besteht die Möglichkeit, im Landratsamt Apfel- und Birnensorten vom Fachmann bestimmen zu lassen. Infostände verschiedener Einrichtungen und Verbände sowie Vorträge geben Einblick darüber, welche Arbeiten im Zusammenhang mit der Pflege von Streuobstwiesen stehen. Verkostungen, Aktionen für Schulklassen und ein buntes Rahmenprogramm runden die Aktion ab. Das genaue Programm der Aktionstage findet sich auf den Webseiten des Landratsamts.

Sortierte Sorten

In Baden-Württemberg liegen nicht nur die umfangreichsten Streuobstbestände Europas. Sie sind auch die Heimat vieler alter Streuobstsorten und bergen eine große Sortenvielfalt. In unzähligen Gärten, Streuobstwiesen und Lehrpfaden sind diese Sorten erhalten. Der verdienstvollen Aufgabe, all diese Orte und Sorten zu sammeln und zu dokumentieren, hat sich das Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee gewidmet. Die Website dazu ging dieser Tage unter www.obstsorten-bw.de online.

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Auf diesen Internetseiten lassen sich alte (und neue) Sorten finden. Man kann dabei nach Gärten suchen oder auch nach Sorten. Wer etwa den „Rosenapfel vom Schönbuch“ sucht, findet neun Standorte, an denen die Sorte begutachtet werden kann. Wer wissen möchte, wo der Panoramaweg Streuobst Mössingen liegt, findet auch das heraus:

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Großartig.

Annahmetermine „Der Mössinger“

dermoessinger_etikettAuch 2016 können wieder bei den Annahmestellen Streib und Kühbauch Äpfel für den „Mössinger“ Apfelsaft abgegeben werden. Dabei gilt: Der Mössinger ist ein kontrollierter Direktsaft von Äpfeln heimischer Streuobstwiesen. Verwendet wird ausschließlich vollreifes, erntefrisches Obst. Die Lieferanten verpflichten sich,

  • dass das Obst von hochstämmigen Streuobstwiesen auf der Markung Mössingen stammt,
  • dass die Obstwiese regelmäßig gemäht wird, die Bäume geschnitten und abgängige Bäume ersetzt werden,
  • dass auf Spritzmittel verzichtet wurde

An folgenden Terminen wird das Obst für den „Mössinger“ angenommen:
Dienstag, 4.10.
Samstag, 8.10.
Samstag, 15.10.

Alles neu macht der …

logo_ogv-moessingen_180… Obst- und Gartenbauverein Mössingen mit seinem nächsten Förderprojekt zur Neupflanzung von Obsthochstämmen. Dabei werden Apfel-, Birnen-, Zwetschgen- und Kirschen-Jungbäume zum sehr günstigen Preis von 14 Euro pro Baum (einschließlich Pfahl und Stammschutz) abgegeben. Das Projekt wird vom Land Baden-Württemberg mit EU-Mitteln bezuschusst. Bestellungen müssen bis zum 16. September 2016 beim OGV Mössingen abgegeben werden.

Alle Details unter www.ogv-moessingen.de.
Ein Bericht über die Aktion 2014 findet sich hier.