Obstbaum-Schnittgutabfuhr zwischen Mössingen und Talheim

Das im Rahmen des Projektes „Energiebündel & Flowerpower“ entstandene Konzept zur Schnittgutabfuhr wird nun von der Stadt Mössingen in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Streuobst e.V. fortgesetzt. 2019 führt die Stadt die Schnittgutabfuhr zwischen der Steinlach am östlichen Ortsausgang von Mössingen (Aible) und Talheim entlang des Farrenbergs und Buchberg durch. So sollen die Streuobstwiesenbewirtschafter auf einer Fläche von ca. 413 ha unterstützt werden.

Das Gebiet reicht vom Weg zur Lindenstelle im Südosten von Mössingen bis südlich von Talheim und umfasst die Gewanne Leinshalde, Unteres und Oberes Längenfeld, Vor der Lach, Auchtert, Bei der Linde, Ob der Ziegelhütte, Lehmgrube, Zieglertäle, Mühlwiesen, Degenholz, Gässleswiesen, Neue Wiesen, Vor Schömberg, Holder, Hinter dem Weiher, Hurst, Vor Buchberg, Auf dem Staigle, Steinenbühl, Vor Buch, Bitzen, Wangen und Hinter Bollenhaus, wie die weiße Abgrenzung auf der Abbildung zeigt. Entlang der weiß gepunkteten Wege wird das Reisig eingesammelt. Das Reisig sollte von den Anrainern gut zugänglich entlang der ausgewiesenen Wege abgeladen und die anderen Bewirtschafter dadurch nicht behindert werden. Das Reisig darf vom Fahrweg aus nicht hinter den Gräben abgeladen werden, da sonst die Maschinen das Material nicht greifen können. Witterungsbedingt kann es an feuchten Stellen zu Verzögerungen bei der Abholung kommen, dann erfolgt die Abholung zu einem späteren Zeitpunkt.

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Es darf nur holziges Material, kein Grünschnitt und keine Gartenabfälle bereitgelegt werden, da das Material geschreddert und energetisch verwertet wird. Vorgesehen ist die Schnittgutabfuhr für Ende Februar, weitere Informationen werden Sie über das Amtsblatt und die Website der Stadt Mössingen sowie die Website des Netzwerk Streuobst Mössingen (www.netzwerk-streuobst.de) erhalten. Natürlich kann bereits jetzt gesammelt werden, die Schnittsaison hat schließlich schon begonnen.

Nach fünf Jahren Schnittgutabfuhr ist nun auch der gesamte Zyklus rund um Mössingen einmal absolviert. Im nächsten Jahr beginnt die fünfjährige Abfolge der Abfuhrgebiete wieder von vorne.

Netzwerk Streuobst wissenschaftlich begutachtet

Karolin Gums studierte Nachhaltiges Regionalmanagement an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg und verfasste als Abschlussarbeit eine Bachelorarbeit zum Thema „Wirkungsanalyse von Streuobstinitiativen am Beispiel des Netzwerks Streuobst Mössingen“. Dazu nahm sie eine repräsentative Befragung in Mössingen vor, um herauszufinden, inwiefern und in welchem Maße sich die Arbeit des Netzwerks Streuobst auf die Wahrnehmung, das Bewusstsein und die Handlungen der Bevölkerung auswirkt. Kurzfassung: Sie wirkt.

Quasi nebenbei ergaben sich aus der wissenschaftlichen Studie weitere wichtige, teils erstaunliche Erkenntnisse für die Arbeit des Netzwerks Streuobst. Dazu zählt zum Beispiel die Aussage, dass die Mössingerinnen und Mössinger einen sehr starken persönlichen Bezug zum Streuobst haben:

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96% stimmen der Aussage zu, dass Streuobstwiesen zu Mössingen gehören, 93% halten ihren Schutz und Erhalt für wichtig, 90% fühlen sich dieser Landschaft verbunden und 81% interessieren sich für regionale Streuobstprodukte. Woher diese hohe Verbundenheit kommt, ergibt sich vielleicht auch aus der nachfolgenden Grafik:

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Denn praktisch jeder zweite Mössinger pflegt selbst eine Streuobstwiese oder hilft bei der Ernte mit. Darüber hinaus unterstützen viele Bürger die Wiesenbewirtschafter durch den Kauf regionaler Streuobstprodukte. Aber wie sehen sie die Arbeit des Netzwerks Streuobst? Kennen Sie es überhaupt? Oh ja:

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Aber werden sie durch die Arbeit des Netzwerk Streuobst auch beeinflusst? Und wenn ja: Wie sehr?

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Dieser Einfluss manifestiert sich zum Beispiel beim Kauf regionaler Streuobstprodukte:

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Über 60 Prozent der Mössingerinnen und Mössinger greifen beim Kauf von Apfelsaft immer, häufig oder gelegentlich zum lokalen Produkt „Der Mössinger“. Bei den alkoholischen Getränken ist der Anteil geringer, diese sind allerdings auch nur punktuell zu erhalten. Gefragt, warum sie sich für regionale Streuobstprodukte entscheiden, sind die Mössinger ganz und gar nicht schwäbisch geizig:

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Gums stellt fest: „An erster Stelle steht die persönliche Motivation, qualitativ hochwertige Produkte zu konsumieren. Neben diesem Beweggrund konsumieren fast genauso viele Befragte gemeinwohlorientiert und nachhaltig, zum Schutz der Natur oder zur Unterstützung der Wirtschaft und sind entsprechend sensibilisiert. Der Preis der Produkte scheint das Kaufverhalten eher weniger zu beeinflussen.“

Neben all diesen Erkenntnissen finden sich in der Arbeit detaillierte Hinweise auf spezielle Korrelationen: Eine davon betrifft etwa die Tafeln am Panoramaweg Streuobst (jetzt „Streuobstwegle“). Diese werden nachweislich von den Spaziergängern gelesen und tragen zur Verbesserung des Informationsstands der Mössingerinnen und Mössinger bei.

Wer sich eingehender mit den Ergebnissen beschäftigen möchte, kann die Bachelorarbeit im Downloadbereich dieser Website oder ein paar Zeilen tiefer herunterladen. Karolin Gums hat mit dieser Arbeit übrigens ihr Studium mit einer sehr guten Bewertung abgeschlossen.

Download
Die vollständige Arbeit kann zur Lektüre heruntergeladen werden (PDF, 2.974 KB). Bitte beachten Sie das Urheberrecht.

Kein schöner Land

Wir brauchen Wachstum! Gebetsmühlenartig verkünden uns Wirtschaft und Verwaltung diese angeblich lebensnotwendige Botschaft. Der Film „KEIN SCHÖNER LAND – Flächenfraß im Großraum Reutlingen“, ein Film von Sabine Winkler, zeigt die Schattenseiten unseres Handelns auf. Am Beispiel der neu geplanten Baugebiete im Großraum Reutlingen kommen kritische Stimmen zu Wort und zum letzten Mal ist die heimatliche Landschaft zu sehen, die dann unter Beton und Asphalt begraben wird.

Kein schöner Land
Flächenfraß im Großraum Reutlingen
Ein Film von Sabine Winkler

Donnerstag, 7.2.2019
19.30 Uhr
Lichtspiele Mössingen


Direktlink zum Trailer

Streuobst und Most kreativ verwenden

Das Café Pausa lädt zum Abschluss der Veranstaltungsreihe „Den Landkreis genießen“ 2018 nach Mössingen zu einem festlichen Mittag rund um die Streuobst- und Mostverwertung ein:

Veranstaltungsreihe „Den Landkreis genießen“:
Streuobst und Most kreativ verwenden
Sonntag, 9. Dezember 2018 (Anmeldung bis 6. Dezember)
im Café Pausa

Nicht nur kreative Küchenchefs sind zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen, bei der die besten Rezepte und Geheimtipps rund um die Verwertung von Streuobst und Most ausgetauscht und ausprobiert werden. In gemütlicher Atmosphäre werden Glühmost, Suppe, karamellisiertes Streuobst und ein Dessert aus Trockenobst genossen und Ideen ausgetauscht. Interessierte sollten eine Kochschürze, Schreibunterlagen, das eigene Lieblingsrezept und natürlich gute Laune mitbringen.

Die Veranstaltung findet von 13 bis 16 Uhr im barrierefrei zugänglichen Café Pausa, Löwensteinplatz 1 in Mössingen, statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 15 Euro, für Familien 25 Euro und für Kinder 5 Euro. Anmeldung bei Marcus Hölz (AiS) unter info@cafe-pausa.de bis zum 6. Dezember. Die Teilnehmer können vor oder nach der Veranstaltung das Streuobstinformationszentrum besichtigen und im Café Pausa regionale Weihnachtsgeschenke erwerben.

Mit der Veranstaltungsreihe „Den Landkreis genießen“ haben 2018 der Landkreis Tübingen, VIELFALT e.V. und viele regionale Erzeuger auf eine kulinarische Reise durch die Heimat eingeladen. Bei 14 Einzelveranstaltungen rund um den regionalen Genuss konnten Erzeugerbetriebe, Höfe und Regionalläden, aber auch Streuobstwiesen und Weinberge besichtigt und hautnah erlebt werden. Die Teilnehmer erfuhren in authentischer Atmosphäre, wer hinter den Produkten steckt und wie sie hergestellt werden. Neben Kostproben gab es auch wertvolle Tipps zur Verwendung und Weiterverarbeitung der heimischen Produkte.

Birnenerntezeit

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Nachdem im letzten Jahr weit und breit keine Oberösterreicher Weinbirne zu finden war, gab es heuer keinen Mangel festzustellen. Die Aktiven des Netzwerks Streuobst samt freiwilligen Helfern schwärmten daher am vergangenen Samstag aus, um von den zur Verfügung gestellten Bäumen all das zu ernten, was für den kommenden „Roten Mössinger“ benötigt wird. Martin Wörnle berichtet:
„Wir waren effektiv, von 9:00 Uhr bis 11:30 Uhr. Dann war das Sammeln vorbei. Leider konnten wir nicht alle angebotenen Bäume ernten. Nach sieben Bäumen waren die Boxen und noch drei Betonkübel voll. Mehr ging nicht.“ Die Ausbeute war phänomenal.

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Streuobstkalender 2019

Auch für 2019 gibt es rechtzeitig zum Apfelfest den neuen Streuobstkalender 2019 von Rudolf Schneider. Der Kalender im Format A 3 Quer mit tollen Tier-und Landschaftsaufnahmen aus dem Streuobstparadies ist zum Preis von 16 Euro auf dem Apfelfest am Nabu-Stand und im Cafè Pausa erhältlich.

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Weitere Verkaufsstellen sind:

12. Mössinger Apfelfest

Mössinger Apfelfest am 7. Oktober 2018 von 11:00 bis 17:00 Uhr
im Pausa-Quartier rund um Löwensteinplatz und Tonnenhalle

Am Sonntag 7.10.2018 veranstaltet das Netzwerk Streuobst zum 12. Mal das Mössinger Apfelfest im Pausa-Quartier. Es wird ein spannender Tag mit Vorführungen, Informationsständen, Ausstellungen und Mitmach-Aktionen rund um Äpfel und Streuobst. Besonders für Familien und Kinder gibt es ein vielfältiges Angebot. Für das leibliche Wohl ist auch gesorgt. Ergänzt wird das Apfelfest durch den Apfellauf der LG Steinlach mit Start in der Bahnhofstraße und einen verkaufsoffenen Sonntag in der ganzen Stadt. Das Apfelfest bildet den Abschluss der Mössinger Apfelwoche. Das aktuelle Programm dazu gibt es unter www.moessinger-apfelwoche.de.

Das Programm

11:00 Uhr Beginn Apfelfest
12:30-14:00 Uhr Rollblitz-Weltmeisterschaft (Speidel Gartengeräte)
15:00 Uhr Preisverleihung Rollblitz- Weltmeisterschaft
17:00 Uhr Ende Apfelfest

Ganztägige Vorführungen

Schaubrennerei Tübinger Klein- und Obstbrenner
Biokohle-Herstellung Vital Carbon
Schaumosten NABU
Heupresskiste VIELFALT

Bewirtung

  • Würste, Schnitzelbrötchen, Currywurst, Hot Dogs, Kürbissuppe, Dinnete, Würste im Brotteig, Pulled Pork, Burger, Pommes, Kartoffelecken
  • (Apfel-)Kuchen, Crêpes, Waffeln, Apfelmus, Apfelküchle, Apfelflammkuchen, Popcorn, Schokoobst
  • Frisch gepresster Apfelsaft, Most, Säfte, Sprudel, Tee, Kaffee, heiße Schokolade
  • Seccos, Destillate, Bier und Biermischgetränke

Angebote für Kinder

  • Spielmobil
  • Kindermitmachaktionen rund um den Apfel
  • Bau von Insektennisthilfen
  • Baumklettern
  • Äpfel angeln
  • Ausstellung „Tierwelt in Streuobstwiesen und Wald“
  • Brandmalerei
  • selber mosten mit der historischen Mostpresse
  • Turnbeutel mit coolen Apfelmotiven & Sprüchen bedrucken
  • „digitale Schnitzeljagd“ für Jugendliche rund um das Apfelfest
  • Rollblitz-Weltmeisterschaft
  • Windräder basteln
  • Flechtwerk selber herstellen
  • Beiträge von Schulen und Kindergärten aus der Apfelwoche
  • Schafe

Verkaufsstände

  • Große Apfelsortenausstellung
  • Geräte für die Streuobstwiesenpflege und -verwertung
  • Verkauf von Obst und Streuobstprodukten
  • Imkereiprodukte
  • Körbe und Leitern
  • Obstbäume, Beerensträucher, Wildobstgehölze
  • Innovative Produkte für nachhaltigen Pflanzenbau
  • Nisthilfen für Vögel und Wildbienen
  • Felle, Wolle und Wollprodukte
  • Gedrechselte aus Obstbaumholz, Kirschkernkissen, Flechtwerk und Windräder
  • Dekoratives und Floristisches rund um den Apfel, Apfelseifen

Infostände

  • NABU
  • Streuobstparadies
  • VIEFALT
  • Netzwerk Streuobst (myBäumle, myStueckle, Geräteverleih „Schaffs gut!“)
  • Landratsamt (Beratung zum Thema Obstanbau und Garten)
  • Stadt Mössingen (Verpachtung von Allmandteilen)

Alte und neue Handwerke

  • Korbflechten
  • Schaubrennerei
  • Omelherstellung
  • Sensen dengeln, Werkzeugpflege
  • Schaumosten
  • Weidengeflechte für Haus und Garten
  • Wenn Sie mit dem Auto anreisen, beachten Sie bitte, dass es im Bereich des Löwensteinplatzes keine Parkmöglichkeiten gibt (auch nicht auf dem REWE-Parkplatz). Nutzen Sie deshalb die öffentlichen Parkplätze im Stadtgebiet. Vom Bahnhof und den meisten Parkplätzen sind es nur ca. 5–10 Gehminuten zum Apfelfest im Pausa-Quartier.

    „Mössinger“-Annahme beendet

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    Bereits am Samstag war die maximale Menge von 30 Tonnen für die Annahme des „Mössinger“-Saftes erreicht, anschließend konnte kein weiteres Obst angenommen werden. Das galt leider auch für Anlieferer, die ihr Obst am Montag abgeben wollten.

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    So war die „Mössinger“-Annahme ein Spiegelbild vieler Annahmestellen, die in diesem Jahr kaum das viele Obst bewältigen können.

    Schaff’s gut! – Streuobst-Geräteverleih eröffnet

    Die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen erfordert zumindest Baumschere und ‑säge. Doch schon das Mähen kann Probleme bereiten. Grundsätzlich sollte ein Balkenmäher benutzt werden. Im Gegensatz zum Hausrasenmäher schneidet er höheres Gras, schont Kleinlebewesen und arbeitet wegen seiner größeren Schnittbreite wesentlich effizienter. Er ist aber nicht so leicht zu transportieren, ist in der Anschaffung teurer und benötigt Platz, den nicht jeder in Garage oder Keller hat. Auch andere Geräte wie Freischneider, Hochentaster oder einen für den Transport notwendigen Anhänger kann oder will sich nicht jeder anschaffen.

    Als wir 2012 bei der Stiftung Naturschutzfonds den Antrag für das Biomasse-Projekt „Energiebündel & Flowerpower“ stellten, war im Projektetat darum ein Posten enthalten, der manchem gar nicht weiter auffiel: „Maschinen“. Aber die Idee war schon damals, einen Geräteverleih aufzubauen, um die Streuobstwiesenbewirtschafter zu unterstützen. Sechs Jahre später ist es endlich soweit: Heute startete der Streuobst-Geräteverleih „Schaff’s gut!“, unter anderem mit einer Vorführung der gerade erst angeschafften Obstraupe.

    Prominenz und Presse bei der Eröffnung

    Prominenz und Presse bei der Eröffnung

    Mit bei der Eröffnung waren Oberbürgermeister Michael Bulander für die Stadt Mössingen, die die Räumlichkeiten für den Verleih kostenlos zur Verfügung stellt, Kolja Schümann, Geschäftsführer des Vereins VIELFALT, der mit PLENUM-Mitteln viele der angeschafften Geräte förderte, sowie als Sponsoren und Förderer des Projekts: Regionaldirektor Gerhard Verworn von der Kreissparkasse Tübingen, Thomas Bierfreund, Vorstand der VR Bank Tübingen eG und Stefan Speidel von der Ofterdinger Firma Speidel Tank- und Behälterbau, dazu Vertreter von Fernsehen, Rundfunk und Presse.

    Für den Hörfunk war SWR 4 vor Ort und berichtete (WAV-Datei, 8,8 MB).
    Das Regionalfernsehen von RTF 1 steuerte folgenden Filmbeitrag bei: