In der Apfelwoche beim Talwirt

Das Apfelmenu beim Talwirt gibt es "während der Mössinger Apfelwoche und den Herbst hindurch".

Das Apfelmenu beim Talwirt gibt es „während der Mössinger Apfelwoche und den Herbst hindurch“.

Herbstlicher Feldsalat mit Granatapfelkernen an Apfel-Vinaigrette

Herbstlicher Feldsalat mit Granatapfelkernen an Apfel-Vinaigrette

Der Calvados-Schmortopf war wohl so gut, dass er bei unserem Besuch schon aufgegessen war. Und den Nachtisch haben wir vor lauter Hunger glatt vergessen zu fotografieren. Einfach hingehen und selber probieren!

Auftakt zum Korbinian-Aigner-Special

Prof. Peter J. Brenner, Aigner-Experte und Direktor des Archivs der TU München

Prof. Peter J. Brenner, Aigner-Experte und Direktor des Archivs der TU München

Eineinhalbstündige Vorträge über historische Sujets stehen selten ganz oben auf der Beliebtheitsskala montäglicher Freizeitaktivitäten. Dennoch war der Vortragsraum der Pausa-Tonnenhalle gut besucht gestern abend, als Professor Peter J. Brenner, Direktor des Archivs der TU München, den Auftakt machte zum Themenspecial der diesjährigen Apfelwoche. „Korbinian Aigner. Landpfarrer, KZ-Häftling und Obstbildermaler“ war nicht nur der Titel, sondern auch gleichsam die Inhaltsangabe seines dreigeteilten Vortrags.

Ohne Powerpoint, Beamer, Mikrofon oder Stuhl erzählte Prof. Brenner unterhaltsam, kurzweilig und spannend vom Leben des „Apfelpfarrers“ (eine Titulierung, die Aigner von sich gewiesen hätte), der vom Bauernjungen aus einem tiefkatholischen, tiefbayrischen Milieu über eine mittelerfolgreiche Studienzeit zu seiner Berufung gelangte: Einem volksnahen, bauernschlauen, schlagfertigen Landpfarrers mit einer tiefen Leidenschaft für die Pomologie.

Die zweite Leidenschaft Aigners war sein tiefverwurzelter Katholizismus, der ihn letztlich in Widerspruch mit dem ab 1933 herrschenden System brachte. Unerschrocken und unbeugsam verteidigte er seinen Glauben während der Nazizeit gegenüber den neuen Herrschenden auch öffentlich von der Kanzel. Als er sich den Mund nicht verbieten ließ, sperrten ihn in die Nazis aufgrund des „Heimtückegesetzes“ ins Gefängnis und anschließend ins Konzentrationslager Dachau.

Nahezu unbemerkt selbst von seiner unmittelbaren Umgebung gab sich Aigner noch einer dritten Leidenschaft hin: Der Malerei. Viele seiner Bilder sind verloren, denn der Nachlass katholischer Priester wurde in der Regel mangels Nachkommen einfach verbrannt. Seine Apfel- und Birnenbilder aber, die er zu Hunderten malte, vermachte Aigner vorausschauend der Technischen Universität München, die zu dieser Zeit noch Obstbau lehrte. Obschon er seine Bilder lediglich als Lehrmaterialien verstand, gingen diese – als sie schließlich als künstlerisches Kleinod entdeckt wurden – einen eigenen, von Aigner gar nicht beabsichtigten Weg, der sie 2012 bis zur documenta brachte.

Prof. Brenner referierte (übrigens: an seinem letzten Arbeitstag vor der Pensionierung!) vor einer Auswahl der Aignerschen Bilder, die vom Netzwerkler Uli Eder zu einer liebevoll gemachten kleinen Ausstellung zusammengeführt wurde. Diese Ausstellung ist in der Apfelwoche noch ein zweites Mal zu sehen, nämlich in den Mössinger Lichtspielen am Freitagabend. Hier wird um 20.15 Uhr der zweite Teil des Themenspecials gezeigt, der Dokumentarfilm „Korbinian Aigner. Ein bayerischer Dorfpfarrer zwischen Obstbau und Hochverrat“. Dieser Film kann dort übrigens zum Preis von 14 Euro auch erworben werden.

Gut besucht: Der Vortragsraum der Pausa-Tonnenhalle

Gut besucht: Der Vortragsraum der Pausa-Tonnenhalle

13. Mössinger Apfelfest

Am Sonntag 6.10.2019 veranstaltet das Netzwerk Streuobst zum 13. Mal das Mössinger Apfelfest im Pausa-Quartier. Es wird ein spannender Tag mit Vorführungen, Informationsständen, Ausstellungen und Mitmach-Aktionen rund um Äpfel und Streuobst. Besonders für Familien und Kinder gibt es ein vielfältiges Angebot und für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt.
Ergänzt wird das Apfelfest durch den Apfellauf der LG Steinlach mit Start in der Bahnhofstraße und einen verkaufsoffenen Sonntag in der ganzen Stadt.
Das Apfelfest bildet den Abschluss der Mössinger Apfelwoche. Das aktuelle Programm dazu gibt es unter www.moessinger-apfelwoche.de.

Programm

11:00 Uhr Beginn Apfelfest
12:30-14:00 Uhr Rollblitz-Weltmeisterschaft (Speidel Gartengeräte)
14:30 Uhr Preisverleihung Radschnitzeljagd
15:00 Uhr Preisverleihung Rollblitz-Weltmeisterschaft
17:00 Uhr Ende Apfelfest

Ganztägige Vorführungen alter und neuer Handwerke
Große Apfel- und Birnensortenausstellung, Schaubrennerei, Schaumosten, Heupresskiste, Motorsäge-Kunst, Korbflechter, Omelherstellung, Sensen dengeln, Werkzeugpflege, Rollblitz-Vorführung.

Bewirtung

  • Würste, Schnitzelbrötchen, Hot Dogs, Kürbissuppe, Dinnete, Würste im Brotteig, Pulled Pork, Burger, Pommes, Kartoffelecken, Pizza
  • (Apfel-)Kuchen, Crêpes, Waffeln, Apfelmus, Apfellocken, Apfelflammkuchen, Eis
  • Frisch gepresster Apfelsaft, Most, Säfte, Smoothies, Tee, Kaffee, heiße Schokolade, Seccos, Destillate, Bier und Biermischgetränke, alkoholfreie Cocktails

Angebote für Kinder

  • Spielmobil
  • Kindermitmachaktionen rund um den Apfel
  • Äpfel angeln
  • Ausstellung „Tierwelt in Streuobstwiesen und Wald“
  • Brandmalerei
  • selber mosten mit der historischen Mostpresse
  • T-Shirts und Beutel bedrucken
  • Quiz und digitale Schnitzeljagd für Jugendliche
  • Rollblitz-Weltmeisterschaft
  • Beiträge von Schulen und Kindergärten aus der Apfelwoche
  • Schafe

Verkaufsstände

  • Geräte für die Streuobstwiesenpflege und -verwertung
  • Obst und köstliche Streuobstprodukte
  • Imkereiprodukte
  • Körbe, Obstkisten, Leitern
  • Obstbäume, Beerensträucher, Wildobstgehölze
  • Innovative Produkte für nachhaltigen Pflanzenbau
  • Nisthilfen für Vögel und Wildbienen
  • Felle, Wolle und Wollprodukte
  • Gedrechseltes aus Obstbaumholz, Kirschkernkissen
  • Dekoratives und Floristisches rund um den Apfel

Infostände

  • NABU
  • Streuobstparadies
  • VIEFALT
  • Netzwerk Streuobst (myBäumle, myStueckle, Geräteverleih „Schaffs gut!“)
  • Landratsamt Tübingen (Ernährungsberatung)
  • Stadt Mössingen (Verpachtung von Allmandteilen)

Wenn Sie mit dem Auto anreisen, beachten Sie bitte, dass es im Bereich des Löwensteinplatzes keine Parkmöglichkeiten gibt (auch nicht auf dem REWE-Parkplatz). Nutzen Sie deshalb die öffentlichen Parkplätze im Stadtgebiet. Oder nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel. Vom Bahnhof und den meisten Parkplätzen sind es nur ca. 5 – 10 Gehminuten zum Apfelfest im Pausa-Quartier.

Doppel-Besuch aus Berlin

MdB Martin Rosemann und MdB Carsten Träger zu Besuch beim Netzwerk Streuobst Mössingen. Daneben Sabine Mall-Eder und Brigitte Hahn vom Netzwerk Streuobst, dann OB Michael Bulander und Hans Wener, OGV-Vorsitzender, vorne Gastgeber Marcus Hölz (AiS)

MdB Martin Rosemann (Mitte, blaues Hemd) und MdB Carsten Träger (rechts daneben) zu Besuch beim Netzwerk Streuobst Mössingen. Daneben Sabine Mall-Eder und Brigitte Hahn vom Netzwerk Streuobst, dann OB Michael Bulander und Hans Wener, OGV-Vorsitzender, vorne Gastgeber Marcus Hölz (AiS)

Am vergangenen Samstag erwartete das Netzwerk Streuobst erneut hohen politischen Besuch in Mössingen: Der Tübinger SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Rosemann kam in Begleitung seines Fürther Kollegen Carsten Träger, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion ins Mössinger Café Pausa.

Im zweistündigen Gespräch mit dem Netzwerk wurden viele Themen besprochen, die die Streuobstaktiven beschäftigen, aber auch konkrete Fragen, die die Abgeordneten aus Berlin mitbrachten: Sollen zum Beispiel Streuobstwiesen generell unter Naturschutz gestellt werden? In der Diskussion wurde klar, dass es hier keine einfache Antwort gibt, sondern viele Faktoren mitbedacht werden müssen. Würde hier vielleicht etwas überreguliert, was schon längst Realität ist? Oder gilt es vielmehr angesichts von Klimawandel und Insektensterben klare Ansagen zu machen?

Die Obstpreise wurden ebenso thematisiert wie die Dauerproblematik, dass punktuelle staatliche Förderung oft nicht ausreicht: Nicht die Anschaffung eines Balkenmähers ist das Problem, sondern sein dauerhafter Betrieb, seine Wartung und die personellen Ressourcen, die rund um den Betrieb entstehen. Angesprochen wurde auch die unverständliche Abfallverordnung, nach der der Grünschnitt von Streuobstwiesen nicht in Biogasanlagen eingespeist werden darf. Die Abgeordneten versprachen, dem nachzugehen.

Insbesondere der Umweltpolitiker Carsten Träger zeigte sich beeindruckt vom Netzwerk-Projekt „Energiebündel & Flowerpower“, bei dem untersucht wurde, inwiefern lokal entsehende Biomasse, z.B. aus den Streuobstwiesen, für die Energiewende und damit den Klimaschutz eingesetzt werden kann. Mit der Mössinger Schnittgutabfuhr entstand schon vor fünf Jahren ein Modellprojekt, das Umweltschutz und Energieerzeugung zusammen denkt. Träger bekräftigte, dass auch aus seiner Sicht lokale und regionale Energieprojekte zu bevorzugen sind vor Lösungen, die in Händen einzelner Großkonzerne liegen. Die enge Zusammenarbeit des Netzwerks mit dem integrativen Unternehmen „Arbeit in Selbsthilfe“ AiS, das u.a. mehrere Grüngruppen und das Café Pausa betreibt, fand die Aufmerksamkeit des Sozialpolitikers Martin Rosemann. Das Mössinger Modell, bei dem viele neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden sind, möge gerne nachgeahmt werden.

Ein Besuch bei den nebenan in der Streuobstwerkstatt werkelnden Naturkids des Netzwerks Streuobst und ein Kurzrundgang durch das Hauptinformationszentrum des Schwäbischen Streuobstparadieses rundeten den Besuch der beiden Berliner Abgeordneten ab, die anschließend zur SPD-Veranstaltung über Klimaschutz in den gegenüberliegenden Vortragsraum der Pausa-Tonnenhalle wechselten. Empfangen wurden sie von einer kleinen Demo mit Die-In von Zukunftsaktivist*innen der Bewegung „Fridays for Future“, die ebenfalls an der darauf folgenden Diskussion beteiligt waren.

Die-In auf dem Löwensteinplatz: Fridays for Future demonstriert in Mössingen

Die-In auf dem Löwensteinplatz: Fridays for Future demonstriert in Mössingen

Stadt Land Quiz – Hilfe gesucht!

Auch der SWR besucht das Netzwerk Streuobst Mössingen. Diesmal mit eher spielerischem Hintergrund. Jens Hübschen moderiert das Städteduell „Stadt Land Quiz“ und kommt dazu mit Mikrofon und Kamera nach Mössingen. Diese Woche werden die beiden Netzwerkler Marcus Hölz und Brigitte Hahn sich den Fragen von Jens Hübschen stellen und eine Aufgabe lösen müssen. Dazu benötigen wir die tatkräftige Hilfe möglichst vieler Mössingerinnen und Mössinger.

Am Mittwoch, 25.9. werden wir daher im Laufe des Vormittags, voraussichtlich gegen 10.30 Uhr, die zu lösende Frage hier veröffentlichen. Dann können alle, die sich in Mössingen und Umgebung auskennen, den beiden Netzwerklern helfen, ein Bild zu identifizieren, das irgendwo in Mössingen aufgenommen wurde.

Nachtrag 25.9., 12:57
Mössingen war schnell, das Rätsel ist dank Kurt Räuchle gelöst. Natürlich kennt der Fachbereichsleiter Bürgerservice, Ordnung und Verkehr seine Stadt!
Die Auflösung kann am 19.10.2019 um 18.45 Uhr im SWR angeschaut werden.

Dieses Bild galt es zu identifizieren:

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Ein herzliches Dankeschön an die Stadtverwaltung Mössingen, die tatkräftig mitgeholfen hat, das Rätsel zu lösen!